Zuletzt geändert am 13. Mai 2017 um 11:20

Glyphosat

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Der weltweite Glyphosateinsatz von 2000 bis 2010 hat sich verfünffacht


Glyphosat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Phosphonate. Es ist eine biologisch wirksame Hauptkomponente einiger Breitbandherbizide und wird seit über 30 Jahren weltweit zur Unkrautbekämpfung eingesetzt. Im Vergleich mit anderen Herbiziden weist Glyphosat meist eine geringere Mobilität, Lebensdauer und eine geringere Toxizität gegenüber Tieren auf.[1][2][3] Dies sind für landwirtschaftlich verwendete Herbizide in der Regel wünschenswerte Eigenschaften. Glyphosat wirkt unselektiv gegen Pflanzen; Nutzpflanzen können mittels Gentechnik eine Resistenz gegen Glyphosat erhalten.

Verschiedene Glyphosat-Produkte unterscheiden sich in der Salzformulierung, dem Medium (Lösung oder Granulat) sowie der Wirkstoffkonzentration. Beispiele für Formulierungen sind das Glyphosat-Ammonium-Salz und das Glyphosat-Isopropylammonium-Salz.

Verbote & Verkaufs-Stop nach Verfünffachung des Glyphosateinsatzes von 2000 bis 2010

Glyphosat-Verbote: In Argentien nahe von Wohngebieten, in der Schweiz Sikkationsspritzungen

Die Substanz kam erstmals 1974 als Wirkstoff des Herbizids Roundup auf den Markt. Zunächst benutzten die Bauern Glyphosat als billiges Mittel, um die Felder vor der Aussaat von allen dort wachsenden Unkräutern zu befreien. In den 1990er Jahren wurden gentechnisch veränderte Pflanzen mit Glyphosatresistenz zugelassen. Dies ermöglichte es zusätzlich, Glyphosat auch noch nach der Aussaat und während des gesamten späteren Wachstums der Pflanzen einzusetzen.

Im Jahr 2007 wurden von keinem Herbizid mehr in der US-Landwirtschaft eingesetzt als von glyphosathaltigen Produkten.[4] Sowohl im Industrie- als auch im Heimbereich lagen sie in den USA auf dem zweiten Platz.[5] Monsantos Patente auf Glyphosat sind in den meisten Staaten mittlerweile abgelaufen. Etwa die Hälfte des Angebots stammte im Jahr 2010 aus China.[6] Neben Roundup sind Dutzende anderer glyphosathaltiger Herbizide auf dem Markt, z.B. Clinic von Nufarm, Touchdown von Syngenta, Vorox (Compo) oder GlyphoMAX von Dow AgroSciences.[7] Glyphosat war laut Glyphosat-Hersteller Monsanto mit Stand 2008 in über 130 Ländern (von insgesamt 206 Staaten auf der Erde) zugelassen.[8][9] Im März 2010 bestätigte jedoch ein Gericht in der Provinz Santa Fe in Argentien eine Entscheidung, dass Landwirte keine Agrochemikalien mit Glyphosat in der Nähe von bewohnten Gebieten sprühen dürfen.[10] In der Schweiz sind im Unterschied zu Deutschland und Österreich Sikkationsspritzungen ("Totspritzen" von Getreide) mit Glyphosat verboten.[11] EU-weit besteht eine aktuelle Zulassung seit 2002. Diese wurde am 10. November 2010 zunächst bis 31. Dezember 2015 verlängert.[12] Hersteller wie Monsanto heben in zahlreichen Publikationen die Vorteile von Glyphosat hervor ohne Erwähnung jener Studien, welche Glyphosat eine kanzerogene oder Missbildungen verursachende Wirkung zuschreiben. Gemäß Spiegel.de: Es regnet Gift, 20.6.2011 hat Monsanto 2010 allein mit Roundup zwei Milliarden Dollar Umsatz gemacht, und das mit sehr stark steigender Tendenz: Der weltweite Glyphosateinsatz von 2000 bis 2010 hat sich von 0,2 auf 1 Million Tonnen/ Jahr verfünffacht, siehe Grafik.

Totspritzen von Getreide mit Pestizid wird 2013 in Österreich verboten

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DI. Dr. Wolfgang Pirklhuber


Eine entsprechende Verordnung soll noch rasch vor der Sommerpause 2013 beschlossen werden. Das am 26. Juni 2013 beschlossene erweiterte Pestizidverbot soll noch vor dem Sommer 2013 im Nationalrat beschlossen werden. Am 27. Juni 2013 wurde bereits der entsprechende Initiativantrag im Parlament auf die Reise geschickt. Das Saatgut-Beizen mit drei Pestiziden aus der Gruppe der Neonicotinoide soll demnach für drei Jahre generell verboten werden. Diese Chemikalien stehen im Verdacht, für das Bienensterben mitverantwortlich zu sein. Am 27. Juni 2013 wurde ein weiteres entscheidendes Detail zu diesem Antrag bekannt: Mit der gleichen Novelle soll auch gleich die "Sikkation" von Getreide verboten werden, bestätigte der Grünen-Agrarsprecher Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber.

Bei dieser immer beliebter werdenden Methode wird das Getreide kurz vor der Ernte noch einmal mit dem Pestizid Glyophosat gespritzt: Die Pflanzen sterben ab, trocknen noch auf dem Feld und sind in der Folge leichter zu ernten und zu verarbeiten. "Dieses Notreif-machen ist eine völlig jenseitige Methode", kritisiert Pirklhuber. "Nicht nur bei Brotgetreide - sondern auch bei Tierfutter."

Genau diese Methode ist für Global 2000 die wahrscheinlichste Ursache dafür, dass im Rahmen einer aktuellen Studie europaweit das Pestizid Glyphosat in menschlichem Harn gefunden wurde - am häufigsten in Deutschland, wo die Sikkation am weitesten verbreitet ist. "Zwei Wochen nach Präsentation unserer Studie ist dieses Sikkations-Verbot ein großer Erfolg", reagiert Global-2000-Umweltchemiker Dipl.-Ing. Dr. Helmut Burtscher. "Obwohl natürlich ein Totalverbot von Glyphosat[13] noch schöner gewesen wäre".[14][15]

Rotterdam verbietet am 27.6.2013 Roundup von Monsanto und Glyphosat

Nach einer erfolgreichen Petition mit sehr hoher Bürgerbeteiligung hat der Rotterdamer Stadtrat am 27. Juni 2013 den Einsatz von Monsantos Round Up verboten. Rotterdam ist der drittgrößte Hafen der Welt und die zweitgrößte Stadt der Niederlande.[16] [17] Die Initiative wurde unterstützt von der Grünen Partei und der Kampagne/Petition: "Non-toxic Sidewalks for Our Children" bzw. "Kein Gift auf Gehwegen für unsere Kinder" oder "Geen gif op de stoep in Rotterdam". Mehr als 600.000 Menschen der niederländischen Stadt Rotterdam unterstützten diese Petiton und wurden für ihre Bemühungen belohnt. Die Stadt erkannte, dass die Verwendung von Roundup, einem Monsanto-Produkt, umstritten und schädlich für die Umwelt ist. Außerdem kostet es Millionen Euros , das Herbizid aus dem lokalen Trinkwasser durch Verunreinigung des Grundwassers zu entfernen. Rotterdams „Grüne Initiative“ will neben dem Verbot von Round UP auch neue Parks und Spielplätze errichten. Die Stadt wird sich zusätzlich an das Pflanzen von Obstbäumen beteiligen. Es sollen mehr Blumen gepflanzt und eine Schutzfläche für Bienen und Wildtiere gefördert werden.

COOP und Migros nehmen Gift-Mittel aus dem Regal (Schweiz, Mai 2015)

Glyphosat ist in Herbiziden enthalten und lässt sich mittlerweile auch regelmässig in menschlichen Körpern nachweisen. Mitte Mai 2015 reagierte daher COOP. Der Grossverteiler listete alle Unkrautbekämpfungsmittel mit dem umstrittenen Wirkstoff aus, schrieb der Schweizerische Konsumentenschutz (SKS). Betroffen sind Produkte der Marke «Roundup» oder «Gesal» von COOP. Migros will im Jahr darauf, also 2016, folgen. Die beiden Detailhändler reagierten, nachdem der SKS eine Kampagne gegen Glyphosat gestartet hat. Andere Anbieter sind aber im Mai 2015 (noch) zögerlich: Landi, Jumbo, Hornbach oder Brico reagierten laut dem SKS bis 19. Mai 2015 (noch) nicht.[18]

Krebsgefahr: Glyphosat-Produkte verschwinden aus deutschen Geschäften (Juni 2015)

Langsam setzt im Juni 2015 bei einigen Unternehmen ein Umdenken beim Thema Monsanto bzw. Glyphosat, dem weltweit meistverwendeten Unkrautvernichter, ein. Nach dem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im März 2015, der Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft hatte, verschwinden Mittel, die den umstrittenen Wirkstoff enthalten, nun aus einigen Geschäften. Wie der Naturschutzbund NABU berichtet, haben die Unternehmen Pflanzen-Kölle, Knauber, Gartencenter Holland, Gartencenter Augsburg und Globus Baumarkt schriftlich erklärt, zukünftig auf den Verkauf von Glyphosat-Produkten zu verzichten. In den Toom-Baumärkten in Deutschland ist Glyphosat bereits aus den Regalen genommen worden. Zuletzt meldeten Schweizer Supermärkte wie Migros den Ausstieg aus dem Glyphosat-Handel.[19]

Das Unternehmen Knauber beispielsweise teilte mit:

„Knauber hat sich für die komplette Auslistung glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel entschieden. Damit reagiert Knauber auf die Neueinstufung des Herbizid-Wirkstoffs durch die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) als „wahrscheinlich krebserregend“. Mit sofortiger Wirkung nimmt Knauber vorsorglich alle glyphosathaltigen Unkrautbekämpfungsmittel vollständig aus dem Verkauf. Knauber hat sich schon in seinem Leitbild zu verantwortungsvollem Handeln gegenüber Mensch und Umwelt bekannt. Der Verzicht auf den Verkauf von Glyphosat auf Basis der Neueinstufung ist deshalb ein konsequenter Schritt.“

„Glyphosat ist das weltweit am meisten eingesetzte Herbizid, von dem in Deutschland weiterhin 51 verschiedene Anwendungen für den Haus- und Kleingartenbereich zulässig sind“, so der NABU. „ Wir hoffen, dass jetzt endlich auch die anderen Baumärkte wie Bauhaus, Hornbach oder OBI ihrer Verantwortung gerecht werden und Glyphosat möglichst rasch aus den Regalen entfernen“, sagte Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Erst kürzlich hatte auch die Verbraucherschutzministerkonferenz der Länder den Bund aufgefordert, die Abgabe von Glyphosat an Privatpersonen für Haus- und Kleingärten zu verbieten. Der NABU fordert eine Aussetzung der Zulassung für Glyphosat und eine umfangreiche Risikoprüfung des Wirkstoffs.

Anfang Mai hatte die Verbraucherschutzministerkonferenz den Bund aufgefordert, „aus Vorsorgegründen die Abgabe des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat an Privatpersonen zu verbieten“, hieß es in einer Mitteilung. Außerdem solle ein vorläufiges Verbot der Anwendung für Freiflächen, die nicht land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden, ausgesprochen werden, bis eine abschließende Neubewertung vorliege.[19]

Französische Umweltministerin forderte Gartencenter auf, Roundup aus Verkauf zu nehmen (2015)

Die französische Umweltministerin Ségolène Royal hat die Gartencenter in ihrem Land aufgefordert, das Unkrautvernichtungsmittel Roundup des US-Herstellers Monsanto aus dem Verkauf zu nehmen. „Frankreich muss den Kampf gegen Pestizide vorantreiben“, sagte Royal am Sonntag, dem 14. Juni 2015 dem Fernsehsender France 3. Die zur Weltgesundheitsorganisation zählende Internationale Behörde für Krebsforschung (IARC) hatte im März erklärt, dass Glyphosat als Hauptbestandteil von Roundup bei Menschen wahrscheinlich Krebs auslösen kann.

1971 ließ Monsanto Glyphosat als Herbizid patentieren – heute macht der US-Konzern allein mit seinem bekanntesten Unkrautbekämpfungsmittel „Roundup“ einen Jahresumsatz von zwei Milliarden US-Dollar. Die Zulassung von Glyphosat wird momentan durch die EU neu geprüft, da die aktuelle Genehmigung des Wirkstoffs im Dezember 2015 endet. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), von dem es Berichte gibt, dass es unter Einfluss von Monsanto-Managern steht, teilt die Bedenken der WHO und der Internationalen Krebsforschungsagentur daher bis Juni 2015 (noch) nicht.[19]

Viele Studien decken gesundheitliche Risiken von Glyphosat auf

Anstieg des Herbizidverbrauchs durch Anbau Glyphosat-resistenter Feldfrüchte (2009)

Durch die Einführung glyphosat-resistenten Saatguts und den Wegfall des Patentschutzes für Glyphosat in den USA kam es zu einem allgemeinen Preisverfall bei Herbiziden, so dass ihr Einsatz wirtschaftlicher wurde und möglicherweise anstieg. In Entwicklungsländern, wo Unkraut bisher häufig von Hand gejätet wurde, könnte der Anbau Glyphosat-resistenter Feldfrüchte zu einem Anstieg des Herbizidverbrauchs führen. Die Ausbreitung glyphosat-resistenter Unkräuter würde den Verbrauch an Herbiziden vermutlich ansteigen lassen.[1] Ebenso wie bei den ökologischen Folgen kann auch der Nettoeffekt der Substitution anderer Unkrautbekämpfungsmittel durch Glyphosat auf die menschliche Gesundheit nicht beziffert werden.[20]

NABU-Studie über gesundheitliche Risiken: Krebs und Missbildungen (2011)

Die in folgendem Text zitierte 28-seitige Studie "Glyphosat & AgroGentechnik" weist auf zahlreiche Risiken des Anbaus herbizidresistenter Pflanzen für Mensch und Umwelt hin. Die Erstellung und Veröffentlichung dieser Studie wurde gefördert durch das Deutsche Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Deutschen Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU).[21]

Bekannt ist, dass Glyphosat in metabolischen Senken wie Samen angereichert wird. Insbesondere bei wiederholter und später Glyphosat-Anwendung können RR-Sojabohnen hohe Rückstandswerte aufweisen (Duke et al. 2003). In der EU gilt für Glyphosat in Sojabohnen ein zulässiger Rückstandswert (maximum residue limit MRL) von 20 mg/kg. Dieser hohe Wert ist in der EU nur für wenige andere Produkte wie Gerste, Hafer und Sorghum zulässig. Für Weizen, Roggen, Raps, Lein-und Baumwollsamen liegt er bei 10 mg/kg, für die meisten anderen Produkte bei 0,1 mg/kg (http://ec.europa.eu/sanco_pesticides/public/index.cfm?event=substance.resultat&s=1). Sojabohnen aus den USA enthielten laut FAO (2005) bis zu 5,6 mg Glyphosat/kg und Gesamtrückstände bis zu 17 mg/kg, solche aus Argentinien bis zu 1,8 mg/kg (Arregui et al. 2004). Sandermann (2006) weist darauf hin, dass ein maximal zulässiger Rückstandswert für den Hauptmetaboliten AMPA nicht existiert, obwohl in Bohnen Glyphosatgehalte von mehreren mg/kg, aber AMPA-Gehalte bis zu 25 mg/kg gefunden wurden. Bei einer Ausschöpfung des MRL von 20 mg Glyphosat/kg wäre demnach mit einer deutlich höheren Belastung durch AMPA zu rechnen, die aber nicht erfasst würde. Bakterien besitzen ebenfalls den Shikimatstoffwechselweg, ihre EPSPS-Enzyme sind nicht generell unempfindlich gegen Glyphosat (Powell et al. 2009). Glyphosat-Rückstände in RR-Sojabohnen könnten deshalb unter Umständen auch die Mikroorganismenflora im Magen-Darm-Trakt von Mensch und Tier beeinträchtigen. Ob und gegebenenfalls in welchem Ausmaß sich daraus gesundheitliche Effekte ergeben, ist bislang nicht geklärt.

Untersuchungen zur Toxizität von Glyphosat und Roundup erbrachten nach Williams et al. (2000) keine Belege für negative Effekte auf Entwicklung, Reproduktion oder Hormonsystem von Säugetieren und Menschen. In den letzten Jahren fanden sich jedoch Hinweise auf negative Wirkungen auf trächtige Ratten, die Spermienbildung bei Kaninchen und auf die Nieren von Mäusen (zitiert in Benachour et al. 2007). Dosis-abhängig wurden vermehrt DNA-Strangbrüche und Zellkernveränderungen bei Erythrocyten von Goldfischen beobachtet (Cavas & Könen 2007). Marc et al. (2004) beschrieben negative Effekte auf die DNA-Synthese und Zellteilung bei Seeigel-Embryonen durch Roundup3plus. In Zelllinien (rat hepatoma tissue culture) führte niedrig dosierte Glyphosat-Behandlung zu Veränderungen der Lysosomen und der Mitochondrienmembranen sowie zu morphologischen und funktionellen Veränderungen der Zellkerne (Malatesta et al. 2008). Zell- und gentoxische Effekte fanden sich auch in Studien mit menschlichen Zellen, so wurden vermehrt Chromosomen-Aberrationen nachgewiesen (Monroy et al. 2005, Lioi et al. 1998). Glyphosat, Roundup, POEA (und AMPA) schädigen menschliche Zellen und führen zu deren raschem Absterben, selbst bei Konzentrationen, wie sie in der agronomischen Praxis auftreten können; außerdem wurden anti-östrogene und anti-androgene Effekte beschrieben, die zu endokrinen Störungen führen (Benachour et al. 2007, Benachour & Seralini 2009, Gasnier et al. 2009). DNA-Fragmentierung, Schrumpfung und Fragmentierung der Zellkerne wurden beobachtet. Die Hemmung des Enzyms Aromatase, das Androgene in Östrogene umwandelt und daher eine zentrale Rolle bei der Östrogen-Produktion und damit bei der Keimzellbildung und Fortpflanzung spielt, wird als besonders problematisch gesehen. Unter den getesteten Roundup-Versionen (R450, R400, R360, R7.2) erwiesen sich R400 und POEA als besonders toxisch. Glyphosat allein war in der Regel weniger toxisch, was auf eine durch die POEA (bzw. Formulierungsmittel) induzierte zusätzliche Toxizität hinweist, die mit der durch POEA erleichterten Aufnahme von Glyphosat durch die Zellmembranen in Verbindung gebracht wird. Für die Autoren der genannten Arbeiten steht Roundup damit im Verdacht, die menschliche Fortpflanzung und Embryonalentwicklung zu stören, zudem würden toxische Effekte und hormonelle Wirkungen der Formulierungen bislang unterschätzt. Glyphosat steht darüber hinaus im Verdacht, bestimmte Krebserkrankungen wie das Non-Hodgkin-Lymphom (Krebserkrankung des lymphatischen Systems) zu fördern (Eriksson et al. 2008) und die Entstehung von Hauttumoren zu begünstigen (George et al. 2010).

Glyphosat beeinträchtigt selbst bei niedrigen Dosen die Embryonalentwicklung von Fröschen und Küken erheblich. Behandelte Embryos zeigten eine abnorme Entwicklung und Missbildungen insbesondere im Kopfbereich und Nervensystem (Paganelli et al. 2010). Ein Reportergen-Assay belegte, dass Glyphosat über die Erhöhung des Retinolsäure-Spiegels wirkt und die erhöhte Retinolsäure-Aktivität zu den Fehlbildungen führt. Retinolsäure (Vitamin A-Abkömmling) ist eine wichtige Regulatorsubstanz in der Embryonalentwicklung von Wirbeltieren, die als Transkriptionsfaktor für spezifische, an der embryonalen Musterbildung beteiligte Gene wirkt. Die Autoren brachten ihre Sorge zum Ausdruck, dass ähnliche Effekte auch beim Menschen zu erwarten sind, wenn Frauen während der Schwangerschaft Glyphosat ausgesetzt sind - zumal der Wirkstoff die menschliche Plazenta passieren kann. Antoniou et al. (2010)[10] stellten Berichte über Umwelt- und Gesundheitsprobleme in Verbindung mit dem Anbau von RR-Pflanzen zusammen. Danach werden aus Ländern wie Argentinien und Paraguay, in denen RoundupReady Sojabohnen auf Millionen von Hektar angebaut werden, zunehmend Fälle von Fehlgeburten und Fehlbildungen wie Mikrozephalie (kleiner Kopf) und Anenzephalie (Fehlen von Kopfbereichen) bei Neugeborenen gemeldet – und dies vornehmlich bei Familien, die nahe der RR-Sojafelder leben – die regelmäßig mit Glyphosat (und evtl. anderen Pestiziden) besprüht werden. Parallel zur Ausweitung der Agrarflächen und vermehrtem Einsatz von Agrarchemikalien soll sich die Fehlbildungsrate bei Neugeborenen von 2000 – 2009 nahezu vervierfacht, die Krebsrate bei Kindern verdreifacht haben. In Ecuador wurde bei Glyphosat-Applikationen ausgesetzten Personen ein höherer Grad an DNA-Schäden beschrieben. Unter Umständen nehmen Betroffene in diesen Regionen Pestizide wie Roundup nicht nur über die Nahrung, sondern auch über weitere Pfade auf. Forderungen nach einem Verbot von Glyphosat oder zumindest einer Einschränkung der Nutzung in bewohnten Gebieten werden vermehrt erhoben. Im März 2010 bestätigte ein Gericht in der Provinz Santa Fe in Argentien eine Entscheidung, dass Landwirte keine Agrochemikalien mit Glyphosat in der Nähe von bewohnten Gebieten sprühen dürfen.[10]

Lymphome und Myelome durch Pestizid Glyphosat?

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ORF Teletext am 13. Juni 2013: Pestizid Glyphosat in Semmeln & Brot, bleibt zu 30% im Körper


"Mehrere epidemiologische Studien zu Pestizid-Anwendungen im Umfeld von Menschen haben bereits ab 2003 schwache, aber statistisch signifikante Korrelationen mit Erkrankungsfällen an Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL) (DeRoos, 2003)[22] und an multiplen Myelomen (DeRoos, 2005)[23] gezeigt. In diesen Studien werde zwar nicht ganz exakt gegenüber Expositionen zu mehreren anderen Pestiziden abgegrenzt, trotzdem seien sie als indikativ, aber nicht endgültig anzusehen".[24]
In seiner Risikobeurteilung von Herbiziden informierte das Pesticide Research Institute im August 2008 auf 96 Seiten[25] sehr ausführlich auch über Glyphosat.
Auf den Seiten 84 bis 96 wird eine große Anzahl an Quellen angeführt, welche über das Pestizid-Risiko von Glyphosat bis 2008 schon vorhanden waren.
In dieser Beurteilung wurden auch zahlreiche Quellen angeführt, in welchen 2008 das karzinogene Risiko von Glyphosat als geringer als bei anderen Pestiziden, unbedenklich bzw. vertretbar eingestuft wurde.
Eine Studie von George et al (2010)[26] und ein Vortrag von Dr. Martha Mertens, Sprecherin des BUND-AK Gentechnik vom 29.10.2011[27] informieren darüber, dass Roundup/Glyphosat im Verdacht steht, krebsfördernd zu sein. Das Pesticide Research Institute[28] (PRI) aus Kalifornien informiert im Juli 2012 in seinem "PRI Pesticide Review — Glyphosate"[24] über 2 Studien zu Glyphosat, nämlich (DeRoos, 2003)[22] und (DeRoos, 2005)[23], welche signifikante Korrelationen mit Erkrankungsfällen an Non-Hodgkin-Lymphomen und an multiplen Myelomen erkennen ließen.
Auch die Studie[29] von A.Samsel and S.Seneff vom April 2013 kommt zu dem Ergebnis, dass Glyphosat in ursächlichem Zusammenhang mit Krebs und der Alzheimer-Krankheit steht. Die ZDFzoom-Reportage[Film 1] "Das stille Gift" vom 8.5.2013 berichtete, dass Glyphosat, welches z.B. unter der Handelsbezeichnung Roundup von Monsanto vertrieben wird, unter Verdacht steht, Krebs, Leukämie und Missbildungen zu verursachen. Dies wird auf Grund zahlreicher Indizien wie stark gehäuften Krebserkrankungen und Missbildungen in Regionen angenommen, wo das Gift massenhaft eingesetzt wird. In dem Film wird darüber informiert, dass das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) diese Pestizide nicht mit unabhängigen Experten beurteilt, und dass den Bewertungen des BfR keine unabhängigen Studien, sondern überwiegend von Herstellern wie Monsanto selbst beauftragte Studien und sogar Studien unbekannter Herkunft ohne Namensnennung von Autoren zugrunde liegen. Weit mehr als die Hälfte aller Deutschen haben Glyphosat im Urin.
Im ORF Teletext wird am 13. Juni 2013 wie folgt über Glyphosat informiert: "Minister Berlakovich (ÖVP) sprach sich am 13. Juni 2013 gegen ein Verbot des Unkrautmittels Glyphosat aus, welches Umweltschutz—Organisationen, Grüne und BZÖ fordern. Er wolle die Resultate von EU—Untersuchungen abwarten. Das Mittel sollte aber nur noch in Fachmärkten mit Beratung verkauft werden. 2010 sind 500 Tonnen verkauft worden, viele Gartenbesitzer verwenden es gegen Unkraut. Global 2000 hat Rückstände in Semmeln und Brot nachgewiesen: Das Gift bleibe in Tierversuchen zu 30 % nach der Nahrungsaufnahme im Körper. Es gehöre sofort verboten".[30]

Global 2000 Studie: 80% der Deutschen haben Rückstände des Pestizids Glyphosat im Harn

Die Global 2000 Studie vom 13.6.2013 informiert darüber, dass drei von zehn ÖsterreicherInnen das Pestizid Glyphosat bzw. seinen Metaboliten AMPA (Aminomethylphosphonsäure) in quantifizierbaren Mengen im Urin haben. Zwischen Ende März und Mitte Mai 2013 ließen die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 und ihr europäischer Dachverband „Friends of the Earth“ (FOE) Urin-Proben von insgesamt 182 Testpersonen aus 18 europäischen Ländern auf Glyphosat untersuchen.[31] Es handelt sich hierbei um die erste Studie dieser Art. Die getesteten Personen sind im Alter von 15 bis 65 Jahren, leben im urbanen Raum, verwenden nach eigenen Angaben keine Glyphosat-hältigen Unkrautvernichtungsmittel und ernähren sich nicht überwiegend von Bio-Lebensmitteln. Den höchsten Anteil belasteter Testpersonen hatte Malta mit 90 Prozent, gefolgt von Deutschland mit 80 Prozent, Polen und Ukraine mit 70 Prozent, Belgien mit 64 Prozent, Holland mit 63 Prozent, Tschechien und Zypern mit je 60 Prozent, Lettland mit 55 Prozent, Spanien mit 50 Prozent, Frankreich, Kroatien und Ungarn mit 40 Prozent, Österreich und Georgien mit 30 Prozent, der Schweiz mit 17 Prozent und Mazedonien mit 10 Prozent. Eine mögliche Erklärung dafür, warum Personen, die weder beruflich noch privat mit Glyphosat hantieren, dennoch diese Chemikalie im Körper tragen, dürfte im sogenannten „Totspritzen“ von Getreide zu finden sein, eine auch als „Sikkation“ (Trocknung) bezeichnete Praxis, die seit einigen Jahren in Europa zunehmend Einzug hält. Dabei wird das Getreide wenige Tage vor der Ernte mit Glyphosat abgetötet, um eine rasche und gleichmäßige Trocknung bzw. „Reifung“ zu erzielen und den Erntevorgang und die Lagerung zu erleichtern.„In Deutschland, wo das Totspritzen von Brotgetreide nach unseren Informationen weit verbreitet ist, haben 80 Prozent der Testpersonen Glyphosat im Harn, während in der Schweiz, wo Sikkationsspritzungen verboten[11] sind, nur zwei von zwölf Probanden belastet waren“ sagt Umweltchemiker DI Dr. Helmut Burtscher. „In Österreich wird das Totspritzen von Getreide ebenfalls praktiziert.“ Kritik an dieser Praxis übt auch der Umweltmediziner Dr. Hanns Moshammer von den ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt.[30][32]

Natural Medicine Research: Zusammenhang mit 44 Erkrankungen & Krebs (118 Studien)

Eine sehr große Anzahl von 118 aktuellen Studien[33] zeigte 2013 die schädlichen Auswirkungen von Glyphosat, das wie ein Endokriner Disruptor wirkt, auf die Gesundheit für den Menschen auf. Als Endokrine Disruptoren, auch Xenohormone oder Umwelthormone, werden Stoffe bezeichnet, die wie Hormone wirken und so das Gleichgewicht des Hormonsystems / endokrinen Systems von Tier und Mensch stören können. Endokrine Disruptoren werden auch als endokrin wirksame Substanzen (EDCs) oder Umwelthormone bezeichnet. Es handelt sich um natürliche (zum Beispiel Phytoestrogene) oder synthetisch hergestellte chemische Verbindungen wie das Herbizid Glyphosat, die in die Umwelt gelangen, zum Beispiel über das Abwasser. Sie bewirken dort möglicherweise (Langzeit-)Schäden und stellen durch Bioakkumulation Gesundheitsgefahren für Tiere und Menschen dar (z.B. „Verweiblichung“).

Die Studie[34] untersuchte die Auswirkungen von reinem Glyphosat auf die durch Östrogen-Rezeptoren (ER) vermittelte transkriptionelle Aktivität und wie dies zum Ausdruck kommt. Glyphosat bewirkt demnach Wucherungen bei Hormon-abhängigem Brustkrebs beim Menschen. Die Ergebnisse dieser Studie zeigten, dass niedrige und umweltrelevante Konzentrationen von Glyphosat östrogene Aktivität hervorrufen. Glyphosat-basierte Herbizide werden häufig beim Soja-Anbau verwendet, und die Ergebnisse der Studie haben auch klar gezeigt, dass es eine zusätzliche östrogene Wechselwirkung zwischen Glyphosat und Genistein gibt. Genistein ist ein Phytoöstrogen aus der Gruppe der Isoflavonoide, das in der Sojabohne und dem Rotklee vorkommt.

Studie: Monsanto Roundup könnte zu tödlichem Nieren-Versagen führen (2014)

Das Unkrautgift Roundup von Monsanto könnte für eine Serie tödlicher Nierenerkrankungen verantwortlich sein: In einer Studie [35] untersuchten Forscher Anbaugebiete, in denen das Gift seit Jahren flächendeckend eingesetzt wird. Besonders gefährlich ist die Kombination mit sogenanntem „harten Wasser“.[36]

Das Monsanto-Unkrautgift Roundup steht im Verdacht für eine weltweite Serie tödlicher Nierenerkrankungen verantwortlich zu sein. Demnach ist eine hohe Belastung des Trinkwassers mit Schwermetallen die Ursache für die tödliche Krankheit. Zu diesem Schluss kommt eine Studie [35], die das International Journal of Environmental Research and Public Health veröffentlicht hat. Die Forscher untersuchten Patienten eines Krankenhauses im größten Anbaugebiet Sri Lankas. Dort stieg die Verbreitung der chronischen Nierenleiden um 227 Prozent und die Todesrate sogar um 354 Prozent. Die Forscher vermuten, dass die Kombination von Monsantos Pestizid Roundup mit sogenanntem „harten Wasser“ für tödliches Niederversagen auch in El Salvador, Nicaragua, Costa Rica und Indien verantwortlich sein könnte.[36]

Hartes Wasser enthält Metalle wie Calcium, Magnesium, Strontium und Eisen. In Kombination mit den in Pestiziden verwendeten Glyphosaten kann die Aufnahme dieser dann hochgiftigen Mischung zum Nierenversagen führen. Dies kann insbesondere dort kritisch werden, wo sich solche Metalle bereits auf natürliche Weise im Wasser befinden und dann durch Pestizide weiter verunreinigt werden. „Die Verbreitung des Leidens ist auf die Konzentration von Schwermetallen im Wasser zurückzuführen, die durch den unregulierten Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft verursacht wurde“, sagte Dr. Channa Jayasumana, der leitende Wissenschaftler der Studie.

Diese Theorie erklärt ein weltweites Ansteigen der tödlichen chronischen Nierenerkrankung unbekannten Ursprungs (CKDu) in Gebieten mit hohem Pestizid- und Herbizid-Einsatz. Die Forscher weisen auch daraufhin, dass ein politischer Wechsel in den 70er Jahren zur Einführung von Agrochemikalien in Sri Lanka führte. Nach etwa 15 Jahren Kontakt mit den schädigenden Substanzen zeigte sich ein dramatischer Anstieg der chronischen Nierenerkrankung in der Bevölkerung. Das Gift wird über die Atemwege, über die Haut oder über das Trinkwasser aufgenommen. Die Wissenschaftler fordern eine staatliche Regulierung beim Einsatz von Unkraut- und Insektengiften in Sri Lanka, wo diese Stoffe bisher flächendeckend eingesetzt werden. „Wir sagen seit langem, dass der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln geregelt werden muss“, betonte Bushan vom CSE. „Es steht außer Frage, dass die Wasserqualität schlecht ist“, so Jayasumana. Weder die Regierung noch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) reagierten bis März 2014 auf die Studie.[36]

Studie: Monsantos Unkrautgift Glyphosat schädigt menschliches Gehirn (2014)

Eine Studie [37] vom 14.3.2014 kommt zu dem Schluss, dass das Unkrautgift Roundup ein möglicher Auslöser für Alzheimer und Parkinson ist. Regelmäßiger Kontakt mit dem Gift führte zum Zelltod im Gehirn von Ratten. Roundup wird häufig zusammen mit Gen-technisch veränderten Pflanzen eingesetzt. [38]

Das Unkrautvernichtungsmittel Roundup der Firma Monsanto steht seit langem im Verdacht beim Menschen bleibende Gesundheitsschäden zu verursachen. Bauern, die Roundup regelmäßig einsetzen, zeigen ein vermehrtes Auftreten von Gehirnerkrankungen wie Alzheimer und Parkinson. Eine neue Studie erhärtet nun den Verdacht, dass das Herbizid die Entwicklung dieser Erkrankungen auslöst. Roundup ist ein sogenanntes Breitbandherbizid und kommt häufig zusammen mit Gen-technisch veränderten Pflanzen zum Einsatz. Diese sind gegen das Gift resistent, während umliegende Unkräuter dadurch abgetötet werden. Doch das Herbizid wird auch für den gewöhnlichen Einsatz an Hobbygärtner verkauft.

Die in der Fachzeitschrift Toxicology veröffentlichte Studie[37] bestätigt, dass der Einsatz des Unkrautgifts zu bleibenden Hirnschäden führt. Die Wissenschaftler untersuchten das Unkrautgift Glyphosat – den Hauptbestandteil von Roundup – bezüglich seiner Wirkung auf den Hippocampus von Ratten. Eine Gruppe von Ratten wurde dem Gift akut für 30 Minuten ausgesetzt. Eine andere Gruppe wurde über einen längeren Zeitraum, während der Schwangerschaft und der Säugezeit, mit Glyphosat in Kontakt gebracht. Neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson stehen in engem Zusammenhang mit sogenanntem oxidativen Zellstress. Die Studie gelangt zu dem Schluss, dass der regelmäßige Kontakt mit Roundup zu einem Einströmen von Kalzium in die Gehirnzellen von Ratten führt. Dies löst starken oxidativen Zellstress aus, was wiederum den Zelltod der Nervenzellen zur Folge hat. Zudem wirke das Herbizid auf Enzyme, deren Fehlverhalten mit Alzheimer in Verbindung gebracht wird.[38]

„Zusammen genommen demonstrieren diese Ergebnisse, dass Roundup zu exzessiven extrazellulären Glutamat-Werten und dementsprechend zu einer Glutamat-Exzitotoxizität und oxidativem Stress im Hippocampus von Ratten führen könnte“, so die Autoren der Studie. Eine Studie aus Sri Lanka kam kürzlich zu dem Schluss, dass Roundup für eine weltweite Serie tödlicher Nierenerkrankungen verantwortlich ist. Besonders in Verbindung mit hartem Wasser entstehen durch den Einsatz des Herbizids hochgiftige Substanzen, die zu chronischen und oftmals tödlichen Nierenleiden führen. [36] [38]

WHO im März 2015:"Glyphosat wahrscheinlich krebserzeugend bei Menschen"

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WHO: Pestizid Glyphosat krebserregend?
ORF2-Teletext Sa.4. April 2015


Für manche ist es ein rätselhafter, für andere ein überfälliger Sinneswandel: Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft das weltweit verwendete Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat Ende März 2015 als "wahrscheinlich krebserregend" ein - kurz bevor die EU über die Verwendung entscheidet. Das weltweit am häufigsten eingesetzte Unkrautvernichtungsmittel ist nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO "wahrscheinlich krebserzeugend bei Menschen". Der Konzernriese Monsanto bezeichnete das als falsch. Die WHO wehrt sich: Man habe aktuellere Studien herangezogen als das Deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Das hatte 2014 Glyphosat als unbedenklich eingestuft. Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit entscheidet noch 2015 über eine weitere Verwendung.

Glyphosat wurde anfangs vom US-amerikanischen Konzern Monsanto unter dem Namen Roundup vertrieben. Mittlerweile gibt es zahlreiche Produkte, die den Wirkstoff enthalten. Allein in Deutschland sind es 92. Bis März 2015 hatte die WHO die Substanz als unbedenklich eingestuft.

In der Fachzeitschrift The Lancet [39] begründet die Organisation ihre veränderte Haltung zu Glyphosat jetzt unter anderem mit drei Untersuchungen in Kanada, Schweden und den USA. In allen drei Studien wurde der Gesundheitszustand von Menschen mit und ohne Kontakt zu der Chemikalie verglichen. Diejenigen, die mit dem Pestizid in Berührung gekommen waren, hatten der Veröffentlichung zufolge ein erhöhtes Risiko, am Non-Hodgkin-Lymphom zu erkranken. Zudem gibt es nach Ansicht der WHO "ausreichende" Belege, dass Glyphosat bei Mäusen und Ratten Tumore verursacht.

Das Pestizid wird nicht nur in der Landwirtschaft eingesetzt. Auch Baumärkte und Gartencenter verkaufen glyphosathaltige Produkte für Privathaushalte. Nach Angaben der WHO wurde die Substanz in geringen Konzentrationen bereits in Lebensmitteln, im Wasser und in der Luft gefunden.[40]

GLOBAL 2000 fordert Glyphosat-Verbot und verbesserte Risikobewertung für Pestizide
"Die Entscheidung der WHO war überfällig und absolut richtig", sagt Helmut Burtscher, Umweltchemiker der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000: "Umso brisanter ist die Tatache, dass die erst kürzlich von Deutschland durchgeführte EU-Risikobewertung von Glyphosat absolut kein Gesundheitsrisiko durch den Wirkstoff Glyphosat entdeckt haben will."

Das deutsche Bundesamt für Risikobewertung (BfR) führte 2014 im Zuge der EU-Wirkstoffprüfung für Pestizide im Auftrag der Europäischen Union eine Neubewertung der gesundheitlichen Risiken von Glyphosat durch und kam zu der Schlussfolgerung, dass sich "nach Prüfung von mehr als 1.000 neuer Studien keine Hinweise auf eine krebserzeugende, reproduktionsschädigende oder fruchtschädigende Wirkung durch Glyphosat bei den Versuchstieren" hätte finden lassen. Burtscher dazu: "Diese offensichtliche und eklatante Fehlbeurteilung des gesundheitlichen Risikos von Glyphosat verlangt nach einer lückenlosen und transparenten Aufklärung der Ursachen dieser Fehlleistung."

Inakzeptable Schwächen des europäischen Zulassungssprozesses für Pestizide musste die EU-Kommission bereits vor drei Jahren hinsichtlich des Risikos für Bienen eingestehen. Die Verbote dreier Neonicotinoide und Fipronil und die grundlegende Neugestaltung der Risikobewertung für bestäubende Insekten waren die Folge. Analog dazu verlangt die WHO-Einstufung von Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" nicht nur das sofortige Verbot von Glyphosat für Landwirtschaft und Hausgärten. Vielmehr bedarf es einer grundsätzlichen Überarbeitung und Verbesserung der in der EU-Pestizidverordnung festgelegten Methoden und Datenerfordernisse zur Ermittlung des gesundheitlichen Risikos von Pestiziden und Pestizdrückständen. Der Schutz von AnwenderInnen aus Landwirtschaft und Hausgartenbereich sowie der KonsumentInnen muss oberstes Ziel sein! [41]

Berlin: Glyphosat in Muttermilch entdeckt: 0,21 bis 0,43 ng pro ml Milch statt max. 0,1 ng

Stillen gilt als besonders gesund fürs Kind. Nun finden sich in der Muttermilch deutscher Frauen Rückstände des Unkrautvernichters Glyphosat. Ob der Wirkstoff die Gesundheit gefährdet, ist umstritten. Aber eine WHO-Agentur hält ihn für «wahrscheinlich krebserregend». [42] Rückstände des Unkrautvernichters Glyphosat sind in Muttermilch nachgewiesen worden. Umstritten ist, ob Glyphosat die Gesundheit schädigt. Die Bewertungen von WHO und dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit liegen bisher auseinander. Die Grünen haben die Muttermilch von 16 stillenden Frauen aus verschiedenen Bundesländern auf Belastungen testen lassen. Dabei wurden Glyphosat-Mengen zwischen 0,210 und 0,432 Nanogramm pro Milliliter Milch gemessen - für Trinkwasser sind den Angaben zufolge 0,1 Nanogramm zulässig. Ein Nanogramm ist ein milliardstel Gramm.

Irene Witte, die an der Universität Oldenburg jahrzehntelang im Bereich Toxikologie geforscht hat, nannte die Werte «untragbar». «Ich hätte nicht mit solch hohen Rückstandswerten in der Muttermilch gerechnet, da Glyphosat stark wasser- und nicht fettlöslich ist.» Die pensionierte Professorin am Institut für Biologie und Umweltwissenschaften sagte, aus 16 Proben könne man keine endgültigen Schlüsse ziehen, aber sie seien ein erster Hinweis. Sie forderte, die Untersuchungen dringend auf mehr Frauen auszuweiten und dabei auch deren Ernährungsgewohnheiten zu betrachten.

Glyphosat kommt nach Angaben des Agrarministeriums seit 1974 vor allem bei der Unkrautbekämpfung zum Einsatz. Getreide und Raps werden demnach aber zum Teil auch noch vor der Ernte damit behandelt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sieht in einem Bericht von Dezember 2013 keine Gefahren für die Gesundheit von Mensch und Tier. Die Krebsforschungsagentur IARC der Weltgesundheitsorganisation WHO stufte den Wirkstoff dagegen im März dieses Jahres als «wahrscheinlich krebserregend» ein. Witte sagte, wenn Glyphosat wirklich krebserregend sei, dann müsse man jede Belastung als bedeutsam betrachten. «Hier gelten dann auch keinerlei Grenzwerte mehr. Jedes Molekül könnte schon Krebs erzeugen.» Eine hohe Konzentration vergrößere aber natürlich noch die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung. Das Thema ist auch aktuell, weil die Genehmigung für Glyphosat in der Europäischen Union Ende des Jahres 2015 ausläuft und der Wirkstoff für eine Verlängerung neu geprüft wird.[42]

Glyphosat: Nierenversagen & Krebs an Brust, Bauchspeicheldrüse, Nieren, Schilddrüsen, Leber & Blase

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Dave Schubert, Professor am Cellular Neurobiology Laboratory, Salk Institut in La Jolla, Kalifornien: Glyphosat fördert Krebs und Tumore


Der Zusammenhang zwischen dem vom amerikanischen Hersteller Monsanto vertriebenen Glyphosat und einer Vielzahl von Krebsarten, könnte "epidemische Ausmasse" erreichen. Laut Dave Schubert, Leiter des Labors für zellulare Neurobiologie am Salk Institut für biologische Studien in La Jolla, Kalifornien sagt: „Es gibt eine Reihe von unabhängigen veröffentlichten Manuskripten die eindeutig zeigen, dass Glyphosat Krebs und das Tumorwachstum fördern kann. Es sollte verboten werden.“[43] In ihrer aktuellen Veröffentlichung »Glyphosat, Wege zu modernen Krankheiten: Krebs und verwandte Erkrankungen«[44], überprüften Anthony Samsel und Stephanie Seneff die Forschungsliteratur, um das karzinogene Potential von Glyphosat zu bewerten. Samsel und Seneff erklärten, dass die Verwendung von Glyphosat bei Früchten, Ursache bei einer Vielzahl von Krebsarten, einschliesssslich Brustkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Nierenkrebs, Schilddrüsenkrebs, Leberkrebs, Blasenkrebs und myeloischer Leukämie sei."

Nierenschäden bis zu Nierenversagen durch Glyphosat
Veränderungen in den Nieren, assoziiert mit chronischer progressiver Neuropathie, wurden meist bei männlichen, aber auch bei einigen weiblichen Tieren von Kontroll- und Versuchsgruppen beobachtet. Meist bei weiblichen Tieren wurde eine zu hohe Mineralisierung und mineralisierte Ablagerungen wurde im Becken-Epithel der Niere gefunden. Nach Vorlage der Studie forderte die EPA (Environmental Protection Agency) anschließend Monsanto auf, eine histologische Nachuntersuchung der unteren und mittleren Dosis bei männlichen Tieren durchzuführen, um eine noch sichere Dosis festzulegen, bei welcher keine derartigen Schad-Effekte resultieren würden (NOEL). Als Antwort gab Monsanto einen Nachtrag zum Pathologie-Bericht heraus.[44] Die Ergebnisse des Nachtrags, welche die Ergebnisse der Nieren-Untersuchung zusammenfassten, zeigten eine geringe interstitielle Fibrose bei allen Testgruppen auf, welche durch tubuläre Dilatation begeleitet wurde. Statistisch signifikante Erhöhungen der tubulären Dilatation der Nieren wurden festgestellt: In der Niedrigdosis-Gruppe wurde eine 50-prozentige Zunahme der Veränderungen der Niere, in der Hochdosisgruppe wurde eine vierfache Zunahme der Inzidenz im Vergleich zur Kontrollgruppe festgestellt. Interstitielle Nierenfibrose beginnt mit einer Akkumulation von extrazellulären Matrixproteinen, die das Ergebnis einer Entzündung und Schädigung der Zelle ist, die in jeder Art von chronischer Nierenerkrankung (CKD) zu finden ist. Interstitielle Fibrose ist eine progressive Pathogenese, die im Endstadium zu Nierenversagen führt.[44]

Langzeitstudie brachte Nachweis für Entstehen von Tumoren durch Glyphosat an vielen Organen:
Eine 26-Monate-Langzeitstudie bei Ratten durch "Bio/dynamics" ergab eine Vielzahl von Tumoren in Drüsen und vielen Organen. Sie traten (in der Ausprägung von der höchsten bis zur niedrigsten Inzidenz) in folgenden Organen auf: Hypophyse, Schilddrüse, Thymus, Brustdrüsen, Hoden, Niere, Bauchspeicheldrüse, Leber und Lunge. Hypophyse, Schilddrüse und Thymusdrüse steuern viele Körper- und Immunfunktionen, wobei Störungen dieser Drüsen Krankheiten inkl. Krebs auslösen können. Diese Drüsen erzeugen viele notwendige Hormone, die zahlreiche biologische Prozesse steuern. Mit Krebs assoziierte Wachstumsvorgänge stören auch die normale Funktion dieser Drüsen und Organe in jenen Bereichen, wo das Krebs-Wachstum stattfindet. Einem Monsanto-Geheimdokument war zu entnehmen, dass statistisch signifikante lymphatische Hyperplasien des Thymus sowie signifikante C-Zell-Tumoren der Schilddrüse festgestellt wurden.[44]

Es soll ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass bei diesen Untersuchungen eine signifikante Häufung von Tumoren festgestellt wurde. Monsanto versuchte jedoch mit Verschleierungstaktik Zweifel an der statistischen Signifikanz dieser von Monsanto ungewünschten Erkenntnisse zu schaffen, welche die Produktregistrierung verhindern können hätten, indem Monsanto experimentelle statistische Effekte von drei, fünf, sieben und sogar 11 "unabhängigen Studien" so steuerte, dass damit wirkungsvoll jene Ergebnisse eliminiert wurden, welche Monsanto je nach Bedarf nicht ins Konzept passten. In einigen Fällen zeigten die von Monsanto selbst durchgeführten Versuche 0 Prozent Inzidenz von Tumoren, während die Ergebnisse für die Glyphosat-behandelten Kontroll-Gruppen statistisch signifikant waren. Doch durch die unehrliche Steuerung bzw. Gewichtung der Ergebnisse dieser Studie im Vergleich mit Daten von nicht verwendeten historischen Kontrollen wurden sie als rätselhaft wegargumentiert und wurden also nicht Basis für die Untersuchungen zur Zulassung von Glyphosat herangezogen.[44]

Durch kreative Interpretation dieser "Abweichungen" neutralisierte Monsanto die unbequemen Ergebnisse wirkungsvoll und somit darf das Produkt auch in zukunft wieder auf den Markt gebracht werden. Hätten Monsanto nicht mit diesen statistischen Verschleierungsmethoden gearbeitet, wäre eine weitere Zulassung von Glyphosat nicht möglich gewesen. Die Dokumente der EPA zeigen, dass bei den Vorarbeiten für die Produktregistrierung keine übereinstimmenden Fachmeinungen erreicht wurden. Nicht alle Mitglieder des EPA Glyphosat Prüfungsausschusses stimmten für die weitere Genehmigung die Eintragung von Glyphosat im Zulassungsregister. Es gab Mitglieder im Prüfungsausschuss, welche von der offiziellen Meinung abwichen und mit "DO NOT CONCUR" unterzeichneten.[44]

Politik und Medien erkennen die Gefahr: Ablehnung wird immer deutlicher

Belgien: Bei 80% des Obstes Spuren von von Pestiziden gefunden (Jan. 2013)

Auf der Tagesordnung einer Plenarsitzung in Flandern (Belgien) vom 30. Januar 2013 stand die "Nachhaltige Nutzung von Pestiziden". Dirk Peeters: "Es geht um die weitere Nutzung von Pestiziden und Toxinen, welche wir in unserer Umwelt einsetzen, und dass wir oft nicht wissen, welche Auswirkungen sie auf unsere Gesundheit haben. Inwieweit dies nachhaltig sein soll, ist völlig unklar". Die Studie der Föderalen Agentur für Lebensmittelsicherheit (AFSCA ) bestätigte in Januar 2013, dass bei 80 Prozent der untersuchten Proben von Obst und 60 Prozent der Gemüseproben Spuren von von Pestiziden gefunden wurden, so Dirk Peters in seiner Rede. Nach Aussage des VMM Grundwasser wurde in 56 Prozent der untersuchten Messstellen des Grundwassers 2010 der festgelegte Qualitätsstandard für zulässige Gehalte von Pestiziden überschritten. Die Konzentration des Herbizides Diflufenican im Grundwasser ist demnach in 92 Prozent der in die Stichprobe einbezogenen Standorte zu hoch. Die Föderale Agentur für Lebensmittelsicherheit (AFSCA ) gab 2008 bekannt, dass bei 7 Prozent der belgischen Lebensmittel die Grenzwerte für Pestizide überschritten wären. Laut einer europäischen Studie ist in den vorhergehenden fünf Jahren der Einsatz von Pestiziden um 20 Prozent gestiegen. Fünf der am meisten benutzten Pestizide sind krebserregend oder schädigen die Fruchtbarkeit. Die meisten Rückstände sind in Trauben, Bananen und Paprika enthalten.[17]

ZDFzoom: Zweifel an objektiven Glyphosat-Prüfungen durch Bundesinstitut f. Risikobewertung (BfR)

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Bundestagsabgeordneter Agraringenieur Harald Ebner (B'90/Grüne) ist einer der schärfsten Kritiker
des Bundesinstitutes (BfR): Derzeit haben wir keine angemessene Risikobewertung für die Gefahren von Glyphosat


15.000 Tonnen des Pestizids Glyphosat werden jedes Jahr in Deutschland eingesetzt. Dabei steht der Stoff im Verdacht, giftig für den Menschen zu sein. ZDFzoom geht dem Wirkstoff auf die Spur. In dem ZDF-Film "Das stille Gift"[Film 1] vom 8. Mai 2013 mit einer Dauer von 28:35 werden wie folgt Zweifel an der objektiven Prüfung von Glyphosat durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) geäußert:
19:04: Das Bundesinstitut für Risikobewertung steht seit Jahren in der Kritik. 19:34: Die Prüfung für die europaweite Zulassung für Glyphosat, welche 2015 ausläuft, erfolgt beim deutschen BfR. "Dieser großen Verantwortung wird das BFR nicht gerecht". 20:10: Dr. Christoph Then (Institut Testbiotech e.V.): "Wir sind der Ansicht, dass das BfR nicht wirklich unabhängig ist.[45] 20:28: Von den 16 Experten haben 7 offensichtlich wirtschaftliche Verflechtungen zur Pestizid-Industrie, daher ist eine Unabhängigkeit des BfR nicht gewährleistet. Ein Blick auf die Web-Seite des BfR zeigt, eines der Kommissionsmitglieder arbeitet hauptberuflich für BAYER, ein anderer hält Aktien von Syngenta, beides Unternehmen, die mit Glyphosat viel Geld verdienen." Das BfR sieht keinen Interessenskonflikt: "Die Kommission ist weder an der Risikobewertung von Pflanzenschutzmitteln beteiligt, noch wird sie im Einzelnen über die Ergebnisse informiert". Doch wofür dann eine Expertenkommission? Ein Logo des Chemieriesen BAYER prangt von außen sichtbar im ersten Stock des BfR-Gebäudes. 21:40: Ein Insider informiert in der ZDFzoom-Reportage, wie unabhängig das BfR wirklich ist: Er arbeitet in der Dokumentationsabteilung im BfR. Durch seine Hände gingen jahrelang die entscheidenden Studien der Zulassungsverfahren. 22:04: Der Mann befürchtet, dass die Pestizide nicht neutral geprüft werden, denn die wissenschaftlichen Studien im Antragsverfahren werden von der Industrie selbst eingereicht. 22:13: "Die Antragsteller (die Firmen) stellen einen Antrag zur Zulassung eines Pflanzenschutzmittels oder Biozidproduktes und müssen dann entsprechend dem Antrag Studien einreichen. Und auch nur diese Unterlagen, die vom Antragsteller kommen, werden geprüft. Das heißt, das BfR hat keine eigenen Studien, die wir zum Antrag hinzufügen, die die Bewertungsgrundlage des BfR darstellen." Wie kritisch können Studien sein, die im Auftrag der Chemieindustrie zur Bewertung der eigenen Produkte erstellt wurden? Der Insider berichtete gegenüber ZDF von weiteren möglichen Ungereimtheiten. Er hat festgestellt, dass bei zahlreichen Studien seiner "Behörde" zu Glyphosat die Autoren nicht genannt sind. "Mein Problem ist: Wenn ich nicht weiß, wer die Studien geschrieben hat, an wen soll ich mich wenden, wenn ich Nachfragen habe?" Das Bundesinstitut teilte dem ZDF dazu schriftlich mit: "Es ist zutreffend, dass bei der ersten Wirkstoffprüfung zu Glyphosat einige wenige Studienberichte aus ungarischen oder indischen Labors vorgelegt wurden, deren Verfasser nicht namentlich genannt wurden. Diese Studien waren aber ohne wesentlichen Einfluss auf die Gesamtbewertung von Glyphosat". 23:21: Im politischen Berlin ist Harald Ebner einer der schärfsten Kritiker des Bundesinstitutes. Er sitzt für die Grünen (B'90/Grüne) im Bundestag und ist studierter Agraringenieur. Gibt es in Deutschland eine angemessene Risikobewertung für die Gefahren von Glyphosat? "Derzeit muss ich die Frage mit NEIN beantworten. Wir haben derzeit keine Ansätze, dass die Erkenntnisse, welche wir jetzt weltweit durch die massenhafte Anwendung von Glyphosat haben, ernst genommmen werden von den zuständigen Behörden". Auch Ebner kritisiert, dass die wissenschaftlichen Studien zur Risikobewertung im Auftrag der Chemieindustrie erstellt werden. "Das ist absurd. Und noch absurder wird es, wenn Sie gucken, wer Zugang zu diesem Studienmaterial hat.Vor der Zulassung keiner und hinterher auch kaum einer, weil diese Daten dem Betriebsgeheimnis der Hersteller unterliegen. Was machen Sie denn dann? Wie will denn die Öffentlichkeit bzw. die Zivilgesellschaft das überprüfen? Eben das können die Menschen nicht. Intransparente Zulassungsverfahren bei Pestiziden, die uns täglich umgeben. Solange die Daten zum großen Teil von der Industrie kommen, kann niemand sicher sein, dass die Behörden die Gefahren wirklich unabhängig prüfen". Ebner: "Es geht um viel Geld. Dass sie da einen Interessenskonflikt erster Güte haben, liegt auf der Hand. Wir müssen daher die Risikobewertungsverfahren ändern".

Bundestagsrede von Harald Ebner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) über Glyphosat (Juni 2013)

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Bundestagsrede von Harald Ebner (B'90/Grüne)
am 13.06.2013 über Glyphosat[46]


Folgende Rede[46] wurde von Harald Ebner im deutschen Bundestag am 13.6.2013 gehalten:
Heute hat der BUND besorgniserregende Analyseergebnisse zu Glyphosat-rückständen im menschlichen Urin vorgelegt. Danach ist zumindest davon auszugehen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher europaweit mit Glyphosat belastet sind, auch die große Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Damit werden ähnliche Hinweise aus Forschungen der Universität Leipzig bestätigt. Glyphosat ist über unsere Nahrungskette zum Alltagsgift auch für Großstadtmenschen geworden, die überhaupt nichts mit Landwirtschaft zu tun haben. Auch wenn die Ergebnisse der BUND-Studie nur auf kleinen Fallzahlen beruhen, ist das ein Alarmsignal, das ernst genommen werden muss! Es ist beschämend für die Bundesregierung, dass ein Spenden-finanzierter Umweltverband so ein Projekt starten muss, obwohl Ministerin Aigner seit Jahren über alle notwendigen Informationen und Ressourcen verfügt, um die Glyphosat-Belastung von Mensch und Umwelt umfassend zu erheben. Das ZDF-Magazin Zoom berichtete am 08. Mai 2013 eindrücklich über missgebildete und schwer behinderte Kinder in den Familien der Tabak- und Sojabauern in Argentinien. Im dringenden Verdacht stehen Glyphosat und andere Pestizide, die von diesen Bauern in großen Mengen verwendet werden. Das bestätigt frühere Berichte, wonach die Zahl solcher Fälle in der argentinischen Soja-Region Gran Chaco in nur 10 Jahren um das Drei- bis Vierfache gestiegen ist. Es ist aufschlussreich, wie Vertreter von Schwarz-Gelb mit dem Thema umgehen. FDP-Kollegin Dr. Happach-Kasan bezeichnet in einem Beitrag auf „abgeordnetenwatch.de“ vom 07. Juni 2013 das ZDF wegen dieses Programmbeitrags als „verleumderisch arbeitenden“ Sender und wirft den dort zu Wort kommenden Kritikern von Glyphosat vor, aus Profitinteresse „Ängste und Misstrauen zu schüren“. Wie die BUND-Ergebnisse zeigen, ist Glyphosat längst nicht mehr nur ein Problem im fernen Südamerika, wo heute 14 mal mehr dieses Pflanzengiftes eingesetzt wird als vor der Einführung von gentechnisch veränderten, herbizidtoleranten Pflanzen. Selbst in Deutschland haben sich die Einsatzmengen von Glyphosat auch ohne den Anbau von Gentech-Pflanzen seit 1993 verfünffacht! Glyphosat wird immer öfter im Rahmen der pfluglosen Bodenbearbeitung, sowie zur Sikkation bei Getreide und Hülsenfrüchten eingesetzt. Letzteres führt zu besonders hohen Rückstanden, weil in den wenigen Tagen bis zur Ernte kaum Zeit für den Abbau des Giftes bleibt. So verwundert es nicht, dass bei einer Untersuchung durch Öko-Test fast drei Viertel aller Proben von Getreideprodukten positiv getestet wurden, denn selbst beim Backen bleibt Glyphosat erhalten. Glyphosat ist alles andere als harmlos für Mensch, Tier und Umwelt, wie auch das Gutachten 2012 des Sachverständigenrates für Umweltfragen deutlich macht. Und die Liste der wissenschaftlichen Belege und Hinweise auf Risiken und Nebenwirkungen für Mensch und Umwelt wird täglich länger: Beispiele sind die hohe Toxizität für Amphibien, eine Verringerung der Bodenfruchtbarkeit, die Zerstörung des Gleichgewichts der Darmflora bei Menschen und Säugetieren, der Rückgang der Artenvielfalt und die wachsende Belastung von Böden und Gewässern. Wir haben deshalb erneut eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung zu neuen Erkenntnissen bezüglich der Risiken von Glyphosat gestellt. Deutschland ist als Berichterstatter in der EU für die Risikobewertung von Glyphosat zuständig. Doch wer von der Bundesregierung deshalb eine besondere Aufmerksamkeit und Sensibilität für die skizzierten Probleme und gar konkrete Maßnahmen erwartet, wird bitter enttäuscht. Nach wie vor leugnet Schwarz-Gelb die Gefahren, redet sie klein und wartet ab. Wie schon bei den bienengiftigen Neonicotinoiden verhält sich die Bundesregierung nach dem Motto, dass „nicht sein kann, was nicht sein darf!“ Weder bei Futtermitteln noch bei tierischen Lebensmitteln kann die Bundesregierung umfassende Daten zu Glyphosatrückständen vorweisen. Dennoch sieht Noch-Verbraucherschutzministerin Aigner offenbar keinen Anlass, diese Datenlücken zu schließen. Genauso wenig bemüht sich die Bundesregierung, den Einsatz des in Baden-Württemberg entwickelten neuen Multi-Nachweisverfahrens bundesweit zu fördern, mit dem schneller und günstiger auf Glyphosat getestet werden könnte. Es ist ein politisches Armutszeugnis, wenn die Bundesregierung auf die 2015 fällige Neubewertung von Glyphosat verweist. Denn Ministerin Aigner ist bekannt, dass im ursprünglichen Zulassungsverfahren von Glyphosat schon damals in den Daten klare Hinweise auf massive Schäden wie Skelett-Fehlbildungen enthalten waren, die von den Behörden als „Entwicklungsvariationen“ verharmlost wurden. Die Regierung Merkel ergreift weder Initiativen für häufigere Rückstandskontrollen bei Futtermittelimporten, noch plant sie Maßnahmen gegen die Steigerung beim Glyphosateinsatz in Deutschland. Im Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutz ist die Reduzierung der Anwendungsmengen bei Glyphosat kein Thema. Glyphosatanwendungen zur Sikkation bleiben erlaubt, obwohl diese nichts mit Pflanzenschutz zu tun haben und dadurch die Wahrscheinlichkeit für hohe Rückstandsbelastungen stark wächst. Und nach wie vor sind Herbizide mit Glyphosat in Baumärkten für jeden Privatgärtner frei käuflich, ein Sachkundenachweis wird nicht verlangt. Erst am Montag hat die Bundesregierung durch ihre Enthaltung in Brüssel dazu beigetragen, dass der Weg frei gemacht wird für den Import der Genmaissorte „SmartStax“. Dieser Genmais ist nicht nur gegen Glyphosat, sondern auch gegen das unbestritten embryonenschädigende Glufosinat resistent, dessen Zulassung 2017 in der EU auslaufen wird. Ein Gift mehr oder weniger im Urin ist Schwarz-Gelb offenbar egal. Laut Kollegin Dr. Happach-Kasan von der FDP ist das Auffinden von Glyphosat im Urin ja gar kein Problem, denn die toxische Gesundheitsschädlichkeit von Glyphosat liege „in der Größenordnung von Alkohol“. Auch zur drohenden Zulassung der Monsanto RoundupReady-Sojabohne für den Anbau in der EU hört man keinen Widerspruch der Bundesregierung. Dabei hat eine Studie im Auftrag von Greenpeace bereits 2012 ergeben, dass sich mit dem großflächigen Anbau solcher Gentech-Pflanzen die ausgebrachte Herbizidmenge in der EU verdoppeln würde! Jetzt haben die Koalitionsvertreter, aber auch die SPD erneut Gelegenheit, unserem Antrag auf Aussetzung der Glyphosatzulassung zuzustimmen. Wir Grüne appellieren an die Koalitionsvertreter: Machen Sie nicht den gleichen Fehler wie bei den bienengiftigen Neonicotinoiden, deren Risiken zu lange verdrängt wurden und für die nun ein zweijähriges Teilverbot in der EU verhängt wurde. Nehmen Sie endlich das Vorsorgeprinzip ernst und fangen Sie an, zum Schutz von Mensch und Umwelt zu handeln!

"profil"-Umfrage: 84% der Österreicher für Verbot von Glyphosat (Juni 2013)

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner am Montag, 24.Juni 2013 erscheinenden Ausgabe berichtete, sind 84% der Österreicher dafür, das in der Landwirtschaft am häufigsten eingesetzte Pflanzenschutzmittel Glyphosat zu verbieten. Es steht im Verdacht, Krebs und Missbildungen zu verursachen, den Hormonhaushalt des Menschen zu beeinflussen und Fruchtbarkeitsstörungen auszulösen. Laut der im Auftrag von "profil" vom Meinungsforschungsinstitut Karmasin Motivforschung durchgeführten Umfrage wären nur 6% der Befragten gegen ein Glyphosat-Verbot. Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) wollte vor einer Entscheidung eine Untersuchung der EU abwarten, obwohl bekannt ist, dass obwohl das deutsche BfR Glyphosat nicht mit neutralen Stduien bewertet, die Beurteilung durch das BfR für die Zulassung von Glyphosat in der gesamten EU relevant ist.[47]

Arbeiterkammer in Linz schlägt Alarm: Verbotenes Glyphosat in 5 von 15 Mehrkornweckerln (2014)

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Die Arbeiterkammer OÖ hat 2014 in 5 von 15 Mehrkornweckerln Glyphosat gefunden[48]


In einem Drittel der 15 untersuchten Proben haben AK-Konsumentenschützer/-innen im Oktober 2014 Pflanzenschutzmittel-Rückstände (Glyphosat) in Mehrkornbrötchen gefunden. Die gemessenen Werte lagen zwar deutlich unter dem Grenzwert - es besteht also keine Gesundheitsgefahr beim Konsum der Produkte - dennoch: Schädlingsbekämpfungsmittel sollten nicht einmal in Spuren etwas in unseren Lebensmitteln verloren haben. Zudem sind Glyphosate seit dem 31.07.2013 verboten in Österreich. Es ist zu vermuten, dass bei den verunreinigten Proben importierte Mehle verwendet wurden.[49]

Glyphosat: Mittel zur Schädlingsbekämpfung und Reifezeit-Optimierung
Glyphosat - besser bekannt unter dem Handelsnamen Roundup - ist weltweit einer der am meisten eingesetzten Wirkstoffe bei Pflanzenschutzmitteln. Glyphosat wird sowohl als Unkrautbekämpfungsmittel, als auch zur Vorerntebehandlung verwendet, um die Reifung des Getreides zu beschleunigen und gleichmäßig zu gestalten. Das erleichtert die Ernte, denn der Landwirt muss nicht mehr auf die natürlich eintretende Reife der Pflanzen warten. Beim Einsatz von Glyphosat kann der Erntezeitpunkt daher schon im Vorfeld genau festlegt werden.

Glyphosat Rückstände waren in einem Drittel der untersuchten Proben nachweisbar
Der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer OÖ ließ insgesamt 15 Proben Mehrkorngebäck von bekannten Bäckereien sowie den marktstärksten Handelsketten aus Linz und Umgebung auf Rückstände von Glufosinat, Glyphosat und dessen wichtigstes Abbauprodukt Aminomethylphosphonsäure (AMPA) untersuchen. Während in den untersuchten Proben weder Glufosinat noch AMPA nachgewiesen werden konnte, war in einem Drittel der Proben das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat nachweisbar. Die Messwerte lagen zwischen 26 und 51 Mikrogramm pro Kilogramm Gebäck. Dabei machte es keinen Unterschied, ob die Produkte aus Supermärkten, Bäckereiketten oder Discountern stammten. Das so genannte Herbizid gelangte vermutlich über zuvor behandeltes Mehl in die Backwaren. Zudem enthielten die eingekauften Weckerl Ölsaaten wie Leinsamen und Sonnenblumenkerne. Auch diese könnten zum Nachweis von Glyphosat beigetragen haben, da beide Pflanzen noch vor der Ernte behandelt werden dürfen.[50]

Bio ist besser
Die systematische Behandlung von Getreiden und Saaten kurz vor der Ernte ist aus Verbrauchersicht problematisch, da Rückstände im Lebensmittel verbleiben können. Auch wenn von den gefundenen Rückständen mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Gesundheitsgefahr ausgeht, sind Pestizidrückstände in einem Grundnahrungsmittel wie unserem täglichen Brot unerwünscht. Dass es auch ohne geht, zeigt sich im Biolandbau. Hier ist der Einsatz von Glyphosat und anderen Totalherbiziden verboten. Dies bestätigte sich auch bei den beiden Bio-Proben im Test, in denen keine Rückstände nachweisbar waren.[49]

Sind Sie für eine starke Reduktion des Glyphosat-Einsatzes?

Frage und Link zu Umfrage Link zu Information Antwort A1 Antwort A2  %
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nehmer
Stand
vom
Wer vertritt
die Mehrheit
nicht?
Soll in Österreich der Einsatz des krebserregenden & Missbildungen verursachenden Pestizids Glyphosat wieder wie im Jahr 2000 auf max. 1/5 der Gesamtmenge von 2013 reduziert werden & das Getreide-"Totspritzen" wie in der Schweiz verboten werden? Glyphosat auf http://lex.referata.com Ja, eine sehr starke Einschränkung der Glyphosatmengen in Österreich muss auch dann erfolgen, wenn das BfR für die EU grünes Licht geben sollte, da die Kommission des BfR zu 50% im Einfluss von Experten der Glyphosat-Hersteller steht Nein, Umweltminister Berlakovich hat trotz Warnungen auf http://lex.referata.com/wiki/Glyphosat mit zahlreichen Studien recht, den Glyphosat-Einsatz in Österreich weiter zunehmend zu gestatten, wenn die EU-Gremien das so entscheiden. 100% 0% 183 24.11.2014 Umwelt-
minister
Berlakovich

Europäische Bürgerinitiativen

Für EU-Bürger wurden Europäische Bürgerinitiativen zur Abstimmung eingerichtet. Hier sind die laufenden Europäischen Bürgerinitiativen aufgelistet, für die entweder derzeit noch Unterstützungsbekundungen gesammelt werden, oder bei denen die Sammlung abgeschlossen ist, die Kommission aber noch keine Informationen darüber hat, ob die erforderliche Anzahl an Unterstützungsbekundungen erreicht wurde.[51]

Weitere Informationen & Feedback

Gerichtliche Verurteilungen wegen wissenschaftlichen Betrugs

Im Artikel über "Glyphosate" auf der englischsprachigen Wikipedia wird im Abschnitt "Legal cases" bzw. "Scientific fraud" darüber berichtet, dass von Monsanto bezahlte Wissenschafter wegen Fälschung von Studien zum Zweck, die gesundheitlichen Gefahren von Glyphosat herunterzuspielen, in den USA gerichtlich verurteilt wurden. Bei zwei gerichtsanhängigen Fällen hat die EPA, eine unabhängige Behörde der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika zum Schutz der Umwelt und zum Schutz der menschlichen Gesundheit, von Monsanto für Glyphosatstudien in Forschungslaboren bezahlte Wissenschaftler überführt, Testergebnisse bewusst gefälscht zu haben.[53] Beim ersten Vorfall waren die Industrial Biotest Laboratories (IBT Labs) involviert. Das Justizministerium der Vereinigten Staaten hat daher das Labor im Jahr 1978 geschlossen und die Geschäftsführung wurde im Jahr 1983 in folgenden Anklagepunkten für schuldig befunden: Fälschung von Aussagen, Fälschung wissenschaftlicher Daten, welche der Regierung vorgelegt wurden, und Postsendungs-Betrug. [54] Im Jahr 1991 wurden Don Craven, der Eigentümer von Craven Laboratories und drei Mitarbeiter wegen 20 Verbrechen angeklagt. Craven wurde zusammen mit vierzehn Mitarbeitern wegen ähnlicher Verbrechen für schuldig befunden.[55] Monsanto erklärte, dass nach den Untersuchungen und der Verurteilung der Craven Labs durch die EPA die betroffenen Studien wiederholt wurden, und dass sich die EPA-Zertifizierung von Roundup nun nicht mehr auf Studien aus den Craven Labs oder IBT Labs stütze.[53]

Filme als Quellen

  1. 1,0 1,1 Das stille Gift, ZDFzoom-Reportage über Glyphosat und Zweifel an objektiven Prüfungen durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 8.5.2013, Länge 28:35, Film von Thomas Haucke, Andreas Wunn, produziert von nandoo GmbH im Auftrag des ZDF

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Stephen O. Duke, Stephen B. Powles (2008): Mini-review Glyphosate: a once-in-a-century herbicide. Pest Management Science 64, S. 319–325, DOI:10.1002/ps.1518, PDF.
  2. Antonio L. Cerdeira, Stephen O. Duke (2006): The Current Status and Environmental Impacts of Glyphosate-Resistant Crops: A Review. Journal of Environmental Quality 35, S. 1633–1658, DOI:10.2134/jeq2005.0378, PDF.
  3. Rudolf Heitefuss: Pflanzenschutz: Grundlagen der praktischen Phytomedizin. 3. Auflage. Thieme, 2000, ISBN 3-13-513303-6. S. 279.
  4. US EPA: Agricultural Market Sector, 2007, Estimates.
  5. US EPA: Home and Garden Market/Industry/Commercial/Government Market Sector, 2007, Estimates.
  6. chiefexecutive.net: Monsanto's Hugh Grant, CEO of the Year 2010 (Interview, engl.)
  7. Eintrag in der Household Products Database der NLM.
  8. Review der 11 Monsanto-Mitarbeiter Gerald M. Dill, R. Douglas Sammons, Paul C. C. Feng, Frank Kohn, Keith Kretzmer, Akbar Mehrsheikh, Marion Bleeke , Joy L. Honegger, Donna Farmer, Dan Wright, Eric A. Haupfear: Glyphosate: Discovery, Development, Applications, and Properties (PDF; 807 kB). In: Vijay K. Nandula (Hrsg.): Glyphosate Resistance in Crops and Weeds: History, Development, and Management. Wiley, 2010, S. 1–33.
  9. Eintrag in der Household Products Database der NLM.
  10. 10,0 10,1 10,2 Antoniou, M., Brack, P., Carrasco, A., Fagan, J., Habib, M., Kageyama, P., Leifert, C., Nodari, R.O., Pengue, W. 2010. GV-Soja – Nachhaltig? Verantwortungsbewusst? PDF-Datei, 599 kB, 11 Seiten
  11. 11,0 11,1 GLOBAL 2000-Studie: Gefährliches Pestizid im menschlichen Körper nachgewiesen, OTS-Aussendung, 13. Juni 2013
  12. eur-lex.europa.eu: Richtlinie 2010/77/EU der Kommission (laufende Nr. 25)
  13. Fakten und Studien zum Thema Roundup und Glyphosat, Zukunftsstiftung Landwirtschaft, Berlin, abgerufen am 2. Juli 2013
  14. Auch das Totspritzen von Getreide mit Pestizid wird verboten, Der Standard, 27. Juni 2013
  15. Österreich auf dem Weg zum Teilverbot von Glyphosat, Zukunftsstiftung Landwirtschaft, Berlin, 2. Juli 2013
  16. Rotterdam bans Monsanto’s RoundUp on June 27th,2013 | WeedsNews4551 | July 24, 2013
  17. 17,0 17,1 Eine Petition war erfolgreich: Rotterdam verbietet Roundup von Monsanto mit Glyphosat, Bericht auf Netzfrauen.org, 18. August 2013
  18. Coop und Migros nehmen Gift-Mittel aus dem Regal, BLICK.ch, 19.5.2015
  19. 19,0 19,1 19,2 Krebsgefahr: Glyphosat-Produkte verschwinden aus deutschen Geschäften, Deutsche Gesundheitsnachrichten, 17. Juni 2015
  20. Prof.Dr.Rüdiger Hahn, Prof. Dr. Gerd Rainer Wagner: Multinationale Unternehmen und die "Base of the Pyramid". Gabler Verlag, 2009, ISBN 978-3-8349-1643-3, S. 193f.
  21. Studie "Glyphosat & AgroGentechnik", Dr. Martha Mertens, Naturschutzbund Deutschland (NABU) e.V., gefördert mit Mitteln des Deutschen Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), Ausgabe: 04/2011, PDF-Datei, 28 Seiten, 1022 kB
  22. 22,0 22,1 Integrative assessment of multiple pesticides as risk factors for non-Hodgkin's lymphoma among men, DeRoos AJ, Zahm SH, Cantor KP, et al., 2003, Occ Environ Med 60(9): E11, DOI:10.1136/oem.60.9.e11
  23. 23,0 23,1 Cancer Incidence among Glyphosate-Exposed Pesticide Applicators in the Agricultural Health Study, DeRoos AJ, Blair A, Rusiecki, et al., 2005, Environ Health Perspect. 2005 January; 113(1): 49–54
  24. 24,0 24,1 PRI Pesticide Review — Glyphosate, Pesticide Research Institute (PRI), Berkeley, Kalifornien, Juli 2012, PDF-Datei, 8 Seiten, 2.69 MB
  25. _27_08.pdf Herbicide Risk Assessment for Marin Municipal Water District, Chapter 3: Glyphosate, MMWD 2010, Pesticide Research Institute, August 2008, PDF-Datei 96 Seiten, 1.79 MB
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  27. Aktuelle Informationen über Glyphosat und seine Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt, Vortrag von Dr. Martha Mertens, Sprecherin BUND-AK Gentechnik, 20.10.2011, 24 S., 298 kB
  28. Pesticide Research Institute (PRI), Berkeley, Kalifornien, Homepage
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  30. 30,0 30,1 GLOBAL 2000-Studie: Gefährliches Pestizid im menschlichen Körper nachgewiesen, 13.6.2013, erstellt von der Österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 und ihrem europäischen Dachverband „Friends of the Earth“ (FOE)
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  32. Glyphosat im menschlichen Körper, Factsheet von GLOBAL 2000 und Friends of the Earth Europe, 13.6.2013, PDF-Datei, 235 kB, 11 Seiten
  33. Natural Medicine Research, sourced from the US National Library of Medicine (NLM) 118 Articles: Glyphosate pesticide (Roundup) exposure is a risk factor with many toxical effects causing 44 diseases as Breast Cancer, DNA damage, Liver Cancer, Lymphatic Cancer, Parkinson Disease, Skin Cancer and Non-Hodgkin Lymphoma, more information on http://www.greenmedinfo.com, PDF-Datei mit 49 Seiten und 797 kB, 2013
  34. Glyphosate induces human breast cancer cells growth via estrogen receptors Thongprakaisang S, Thiantanawat A, Rangkadilok N, Suriyo T, Satayavivad J., 2013 Jun 10; 59C:129-136, doi:10.1016/j.fct.2013.05.057
  35. 35,0 35,1 Glyphosate, Hard Water and Nephrotoxic Metals: Are They the Culprits Behind the Epidemic of Chronic Kidney Disease of Unknown Etiology in Sri Lanka?, Channa Jayasumana, Sarath Gunatilake and Priyantha Senanayake 3, Int. J. Environ. Res. Public Health 2014, 11(2), 2125-2147; doi:10.3390/ijerph110202125, Published: 20 February 2014
  36. 36,0 36,1 36,2 36,3 Studie: Monsanto Roundup könnte zu tödlichem Nieren-Versagen führen, DWN, 3. März 2014
  37. 37,0 37,1 MECHANISMS UNDERLYING THE NEUROTOXICITY INDUCED BY GLYPHOSATE-BASED HERBICIDE IN IMMATURE RAT HIPPOCAMPUS: INVOLVEMENT OF GLUTAMATE EXCITOTOXICITY, Daiane Cattani, Vera Lúcia de Liz Oliveira Cavalli, Carla Elise Heinz Rieg, Juliana Tonietto Domingues, Tharine Dal-Cim, Carla Inês Tasca, Fátima Regina Mena Barreto Silva, Ariane Zamoner, Toxicology. 2014 Mar 14. Epub 2014 Mar 14. PMID: 24636977
  38. 38,0 38,1 38,2 Studie: Monsantos Unkrautgift schädigt menschliches Gehirn, DWN Deutsche Wirtschafts Nachrichten, 9. April 2014
  39. Carcinogenicity of tetrachlorvinphos, parathion, malathion, diazinon, and glyphosate, Kathryn Z Guyton, Dana Loomis, Yann Grosse, Fatiha El Ghissassi, Lamia Benbrahim-Tallaa, Neela Guha, Chiara Scoccianti, Heidi Mattock, Kurt Straif, on behalf of the International Agency for Research on Cancer Monograph Working Group, IARC, Lyon, France, Published Online: 20 March 2015, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S1470-2045(15)70134-8
  40. WHO bewertet Glyphosat neu: Höhere Krebsgefahr durch weltweit verwendetes Pestizid, von Tina Baier, Süddeutsche Zeitung, 24. März 2015
  41. WHO-Einstufung von Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend offenbart Unzulänglichkeit der EU-Pestizidzulassung, GLOBAL 2000 fordert Glyphosat-Verbot und verbesserte Risikobewertung für Pestizide, APA-OTS-Presseaussendung von Global 2000 Wien, DI Dr. Helmut Burtscher, Umweltchemiker GLOBAL 2000, 26. März 2015
  42. 42,0 42,1 Glyphosat in Muttermilch entdeckt - Krebsrisiko umstritten, Lausitzer Rundschau, 26. Juni 2015
  43. Monsanto Demands World Health Organization Retract Report That Says Roundup Is Linked to Cancer, Anastasia Pantsios in ecowatch.com; March 26, 2015
  44. 44,0 44,1 44,2 44,3 44,4 44,5 Glyphosate: Pathways to Modern Diseases; by Anthony Samsel and Stephanie Seneff, mercola.com; December 15, 2015
  45. Schlecht beraten: Gentechnik-Lobbyisten dominieren Expertengremium: Schwere Interessenkonflikte beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), von Christoph Then & Andreas Bauer-Panskus, Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie, München, 2012
  46. 46,0 46,1 Bundestagsrede von Harald Ebner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) am 13.06.2013 über Glyphosat
  47. "profil"-Umfrage: Mehrheit der Österreicher für Verbot von Glyphosat, APA-OTS, 22.Juni 2013
  48. Arbeiterkammer schlägt Alarm: Verbotenes Glyphosat in Mehrkornweckerln gefunden, heute.at, 21. Nov.2014
  49. 49,0 49,1 AK findet Pflanzenschutzmittel-Rückstände in Mehrkornweckerln, Arbeiterkammer, 21. Nov.2014
  50. Testergebnis: AK-Herbizidtest (Glyphosat) in 5 von 15 Mehrkornbrötchen, Konsumentenschutz AK Oberösterreich, PDF-Datei, 1 Seite, 121 kB, Oktober 2014
  51. Laufende (offene) Europäischen Bürgerinitiativen, abgerufen am 13. Mai. 2017
  52. Verbot von Glyphosat und Schutz von Menschen und Umwelt vor giftigen Pestiziden,
    Frist für die Sammlung von Unterstützungsbekundungen bis 25.1.2018, abgerufen am 13. Mai 2017
  53. 53,0 53,1 Backgrounder: Testing Fraud: IBT and Craven Labs, June 2005, Monsanto background paper on RoundUp [1]
  54. Schneider, K. 1983. Faking it: The case against Industrial Bio-Test Laboratories. The Amicus Journal (Spring): 14–26. Reproduced at Planetwaves Faking It and Planetwaves IBT Guilty
  55. EPA FY1994 Enforcement and Compliance Assurance Accomplishments Report

Siehe auch


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Mai 2015: Gärtnermeister ist überzeugt, dass Leukämie von Glyphosat kommt
Sehr geehrte Damen und Herren, mit großem Interesse hab ich Ihren Artikel gelesen.
Bin Gärtnermeister und habe seit Herbst 2014 die Diagnose Leukämie.
Nach 5 Chemos kein Erfolg. Bin überzeugt, dass Leukämie von Glyphosat kommt.
Danke
O.E.

10. Mai 2015: Antwort des Autors an O.E.
Sehr geehrter Herr O.E.!
Ich bin auch überzeugt, dass das Leukämierisiko durch Glyphosat in den letzten Jahren unakzeptierbar stark gestiegen ist, speziell in Berufen, wo man viel damit in Berührung kommt. Ich bin auch erschüttert, dass die in den letzten Jahren sehr stark angestiegenen Glyphosat-Einsätze von den dafür zuständigen Stellen (BfR) auf Basis der Hersteller-Angaben statt auf unabhängige Studien gestützt bisher "weißgewaschen" und genehmigt wurden. Aus meiner Sicht ist eine starke Einschränkung der zulässigen Glyphosatmengen, z.B. auf die im Jahr 2000 eingesetzten Mengen, durch EU-Vorgaben erforderlich. Das würde weltweit betrachtet eine Reduktion um 80% gegenüber 2010 bedeuten, wäre also eine bedeutende Reduktion der Glyphosat-Belastung für uns alle. Das in Deutschland gestattete Totspritzen von Getreide muss in der gesamten EU (wie in der Schweiz schon geschehen) verboten werden. Für Berufe wie Gärtner und Landwirte müssen spezielle Richtlinien erlassen werden, welche für diese Berufe das Risiko, an den Glyphosat-Folgen zu erkranken, reduzieren. Die meisten meiner Bekannten, welche Krebs / Leukämie haben, wohnen in ländlichen Gebieten. Ich führe das (auch) darauf zurück, dass man am Land mehr mit Glyphosat in Berührung kommt als in der Stadt. Ich habe noch nicht gezielt Studien darüber recherchiert. Man sollte neutrale unbedingt Hersteller-unabhängige Studien darüber erstellen, ob in Berufen mit hoher Glyphosat-Exposition Leukämie häufiger auftritt. Mir ist bisher nur als gesichert bekannt, dass Leukämie besonders oft bei Berufen mit hoher Benzol-Exposition auftritt, was auch bei Ihnen (als Mitursache) denkbar wäre. Krebs hat ja auch oft multifaktorielle Ursachen. Um so mehr, muss man versuchen, nachgewiesene Einzelursachen möglichst auszuschalten. Wenn meine Vermutungen und Ihr Verdacht stimmen, müsste Leukämie bei Gärtner-Berufen und Landwirten, welche viel Glyphosat sprühen, häufiger auftreten. In Argentinien sind ja schon viele Fälle von Missbildungen dokumentiert, daher wurde dort extrem hoher Glyphosat-Einsatz schon gesetzlich eingeschränkt.

Wir sind alle sehr bedroht durch die extrem gestiegenen Glyphosat-Mengen, welche in den letzten Jahren eingesetzt wurden. Die einzige Chance, welche wir gegen diese Bedrohung haben, ist, das Wissen und die Studien über die Gefahren von Glyphosat möglichst objektiv und ohne Zensur zu veröffentlichen. Weil mich Krebsfälle im Bekanntenkreis sehr betroffen machten, trage ich auf den Seiten der Kategorie Krebs jedoch auch Wissen zusammen, wo es Nachweise gibt, dass dieses Wissen (vorbeugend) helfen kann, oder wenn möglicherweise bestimmte Krebsursachen zu wenig bekannt sind, welchen man aus dem Weg gehen könnte, wenn man sie kennt. Näheres dazu siehe Krebs_(Medizin) und Krebsprävention. Falls Sie aussagefähige seriöse Seiten im Internet kennen, wo dokumentiert ist, dass Gärtner bzw. Landwirte häufiger an Leukämie erkranken, so möchte ich das auch hier auf Glyphosat und auf Krebs_(Medizin) veröffentlichen. Ich bin jedoch sehr an der Seriosität der Quellen interessiert. Ich gehe davon aus, dass ein Wissen um Maßnahmen zur Vorbeugung gegen Krebs auch zusätzlich zur Chemotherapie nach einer Krebserkrankung noch wertvoll wäre, wie z.B. auf einen hohen Vitamin-D-Spiegel im Blut zu achten, Aspartam und Furan (im Espresso-Kaffee), sowie Kontakt mit Polyurethan-Schaum mit Flammschutzmittel TDCPP zu meiden und eventuell CoEnzym Q10 zu substituieren. Ein mir bekannter Krebspatient hatte gerade wegen der Chemotherapie einen viel zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel im Blut. Bei ihm heilte die Chemotherapie inzwischen den Krebs. Er konsultierte nach der Chemotherapie eine Ärztin mit einem Diplom für "Orthomolekulare Medizin", welche ein Vitamin-D-Defizit feststellte und sich sehr wunderte, dass der Vitamin-D-Status nicht immer bei jeder Chemotherapie kontrolliert wird. Diese Ärzte sind spezialisiert darauf, in den Blutwerten Abweichungen vom Soll-Zustand festzustellen, und entsprechende Korrekturen vorzuschlagen. Ein Vitamin-D-Defizit sollte nach jeder Chemotherapie unbedingt per Blutanalyse untersucht werden und, falls vorhanden, behoben werden, wird aber leider oft übersehen. Ich denke, wenn man an Krebs erkrankt ist, sollte man alle Möglichkeiten ausschöpfen, mögliche nachgewiesene Krebs-auslösende Ursachen zu vermeiden, auch wenn es unsicher ist, ob das noch helfen kann. Es tut mir sehr leid, dass es zu Ihrer Erkrankung gekommen ist, und dass die Therapie dazu bisher nicht erfolgreich war. Ihr Feedback über Ihr Schicksal trägt auch zur Bewusstseinsbildung der Gefahr von Glyphosat / Roundup bei.

Mit freundlichen Grüßen
Autor von Vita Sana