Body Shape Index

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Die zwei Forscher Nir Y. und Jesse C. Krakauer aus New York haben im Juli 2012 [1] ein neues Maß zur Erkennung von Gesundheitsrisiken vorgeschlagen, den Body Shape Index (BSI), auch a Body Shape Index (ABSI) genannt.[2] Dr. Nir Krakauer ist Assistenzprofessor für Bauingenieurwesen an der New Yorker “CCNY Grove School of Engineering”. Er und sein Vater, der Arzt Dr. Jesse Krakauer haben bereits 2012 [1] eine neue Methode entwickelt, um das Risiko speziell von abdominaler Adipositas zu quantifizieren.[3] Nun konnte eine neue Studie – veröffentlicht am 20. Feb. 2014[4] im Online-Journal PLoS ONE - die Annahme der Krakauers bestätigen, dass ABSI als Prognoseinstrument für das mit Fettleibigkeit verbundene Mortalitätsrisiko wesentlich tauglicher ist, als alle anderen Formeln, insbesondere der BMI.

Body Shape Index bedeutet auf deutsch Körperschemaindex.[5]


Der Body Shape Index (BSI oder auch ABSI) soll besser als der BMI Gesundheitsrisiken prognostizieren, indem er das besonders schädliche Bauchfett mit in die Berechnung einbezieht.[6]. Aussagekräftig ist vor allem der ABSI-z-Wert, welcher den eigenen Wert mit den Durchschnittswerten der Bevölkerung (in den USA) vergleicht und so ein über- oder unterdurchschnittliches Risiko ermittelt. Als Krankheiten, die in Verbindung mit erhöhtem Bauchfett stehen, gelten z.B. Herzinfarkt, Bluthochdruck, Schlaganfall und Arteriosklerose. Für Schwangere ist diese Messmethode nicht geeignet. Die in den USA entwickelte Methode soll für schwarze und weiße, nicht aber für mexikanische Ethnien gelten. [7]

Body-Shape-Index laut Krakauer-Studie v. 18.7.2012

Der Body-Shape-Index wird aus Taillenumfang, BMI und Körpergröße folgendermaßen berechnet:

Die BSI-Berechnung erfolgt nach Krakauer, Nir Y.; Jesse C. Krakauer (2012-07-18)[1] nach der Formel:

$ BSI = {TU \over {BMI^{2\over 3} \cdot KpGr^{\frac{1}{2}}}} $


Dabei werden TU (Taillenumfang) und KpGr (Körpergröße) in Metern angegeben.

Body-Mass-Index als Basis für den Body-Shape-Index

Der Body-Mass-Index als einer von drei Basiswerten für den Body-Shape-Index wird dabei folgendermaßen berechnet:

$ \mathit{BMI}= \frac {m}{l^2} $

wobei $ m $ die Körpermasse (in Kilogramm) und $ l $ die Körpergröße (in Metern) angibt.

Wie messen Sie Ihren Taillenumfang richtig?

Zur Messung des Taillenumfangs nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation sollte man aufrecht stehen und das Gewicht gleichmäßig auf beiden Beinen verteilen. Die Arme sollten locker an der Seite hängen. Jetzt wird seitlich der oberste Punkt der Beckenschaufel und der untere Punkt des unteren Rippenbogens getastet. Ein Maßband wird an der Mitte zwischen diesen beiden Punkten angelegt und parallel zum Boden um die Taille herumgeführt. Die Messung sollte am Ende des Ausatmens, ohne die Taille zusammenzuschnüren, erfolgen. Am besten sollte man einmal tief einatmen, dann ausatmen und die Luft anhalten und dann die Messung durchführen.[5]

Studie vom 20.2.2014: Sterberisiko bei abdominaler Adipositas

Die neue Studie [4]– veröffentlicht am 20.2.2014 im Online-Journal PLoS ONE – konnte die Annahme der Krakauers bestätigen, dass ABSI als Prognoseinstrument für das mit Fettleibigkeit verbundene Mortalitätsrisiko wesentlich tauglicher ist, als alle anderen Formeln, insbesondere der BMI.

Daten von 7011 Erwachsenen aus Großbritannien (1980-2009)

Das Team um Sohn und Vater Krakauer analysierte Daten von 7011 Erwachsenen über 18 Jahren, die in Großbritannien Mitte der 1980er Jahre (HALS1) erhoben worden und 7 Jahre später im Rahmen einer Folgestudie ein weiteres Mal befragt worden waren ( HALS2 ).

Diese Kohortenstudie wird als weitgehend repräsentativ für die britische Bevölkerung in Bezug auf Region, Beschäftigungsstatus, Herkunft und Alter eingeschätzt. Des weiteren wurden die Aufzeichnungen des britischen National Health Service bis 2009 einbezogen, um Todesfälle und Krebserkrankungen zu identifizieren: Von den 7011 Personen waren bis 2009 2.203 verstorben.[3]

ABSI-Spitzenwerte: Sterberisiko um 61 % höher

Für die Messung der Effektivität verschiedener Übergewichtsindikatoren verglichen die Krakauers die Gesamtmortalität der HALS-Daten sowohl mit ihrer Methode - ABSI -, als auch mit allen anderen Messgrößen einschließlich BMI, Taillenumfang, Taille-Hüft-Verhältnis und dem Verhältnis Taille-Körpergröße.[3]

Dabei erwies sich der ABSI als mächtiges Prognoseinstrument für die Sterblichkeit: Durch die Quantifizierung des Risikoanstiegs von 1 : 1,13 für jede Steigerung der Standardabweichung des ABSI errechnete und erwies sich in der Folge an den Daten, dass Personen mit ABSI-Spitzenwerten ein um 61 % höheres Sterberisiko aufwiesen, als Menschen mit niedrigen ABSI Werten.

Dass diese Ergebnisse auch eng mit der früheren Studie der Krakauers korrelieren, die Daten aus dem National Health and Nutrition Examination Survey ( NHANES ) der Vereinigten Staaten zwischen 1999 und 2004 analysiert hatte, legt nahe, dass der ABSI ein gültiger Indikator für das Risiko eines vorzeitigen Todes sein dürfte. Auch zeigen die Ergebnisse die Überlegenheit der Methode gegenüber bislang eingesetzten Formeln.[3]

Relatives Sterberisiko aus BSI und ABSI-z-Wert erkennbar

Der für Sie errechnete BSI sagt etwas über die Körperschemaverteilung. Je höher der BSI ist, desto höher ist der Anteil an Bauchfett gegenüber sonstigen Körperanteilen wie Muskulatur oder Unterhautfett an Armen, Beinen oder Oberkörper. Da der BSI alters- und geschlechtsabhängig ist, wird in [5] der ABSI-z-Wert berechnet. Ein ABSI-z-Wert von 0,0 besagt, dass Ihr BSI genau im Durchschnitt aller Personen gleichen Alters und gleichen Geschlechts liegt. Liegt der ABSI-z-Wert darüber, bedeutet das, dass Ihr BSI über dem Durchschnitt aller Personen gleichen Alters und gleichen Geschlechts liegt. Bei höheren ABSI-z-Werten ist auch das relative Sterberisiko höher. Umgekehrt ist ihr BSI unterdurchschnittlich, wenn auch der ABSI-z-Wert unter 0,0 liegt. Das relative Sterberisiko aufgrund des BSI besagt, ob Ihr Risiko gegenüber Personen gleichen Alters und Geschlechts in einem bestimmten Zeitraum zu sterben erhöht oder erniedrigt ist. Ein relatives Risiko von 1,0 bedeutet ein durchschnittliches Risiko. Ein relatives Risiko von 1,2 bedeutet ein um 20% erhöhtes Risiko. Ein relatives Risiko von 0,8 bedeutet ein um 20% erniedrigtes Risiko. Bitte beachten Sie, dass das hier errechnete Risiko nur auf dem Körperschema beruht und andere Faktoren, die ebenfalls die Lebenserwartung beeinflussen, wie Krankheiten, Lebensgewohnheiten, Schicksalseinflüsse etc. nicht berücksichtigt. Selbstverständlich ersetzt der hier errechnete Wert nicht eine ärztliche Konsultation und liefert lediglich einen Anhaltspunkt.[5]

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ORF2-Teletext 11.1.2017: Alkohol löst Heißhunger aus


Ursachen für zu großen Bauchumfang

Alkohol löst Heißhunger aus

Nach dem Rausch folgt der große Hunger. Betrunkene essen bekanntlich gerne deftig und viel. Neurobiologen haben nun herausgefunden, warum das so ist: Schuld ist ein Notsignal im Gehirn. Bisher verwiesen Mediziner darauf, dass Trunkenheit die Selbstkontrolle außer Kraft setzt und die Schleusen für den Exzess nach dem Exzess öffnet. Für Londoner Forscher greift das aber zu kurz. Sie verabreichten Mäusen ein Wochenende lang Alkohol. Ergebnis: Die Tiere fraßen weit mehr als nüchterne Mäuse. Nachgewiesen wurde dabei eine Aktivität von Nervenzellen in der Gehirn-Schaltzentrale, die den Heißhunger auslöst.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Nir Y. Krakauer, Jesse C. Krakauer: A New Body Shape Index Predicts Mortality Hazard Independently of Body Mass Index. In: PLOS ONE. 7, 18. Juli 2012, S. e39504. DOI:10.1371/journal.pone.0039504. Abgerufen am 12. September 2013.
  2. Doctors expose BMI shortcomings. In: London Evening Standard, Evening Standard Limited, 18. Januar 2006. Abgerufen am 12. September 2013. 
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Studie (vom Feb. 2014) definiert neue Risikoabschätzung: Neue Kombination bereits bekannter Messgrößen prognostiziert Risiko eines frühzeitigen Todes, medizin.at, von WCB-S, Februar 2014
  4. 4,0 4,1 Nir Y. Krakauer, Jesse C. Krakauer: Dynamic Association of Mortality Hazard with Body Shape. In: PLOS ONE. 9, 20. Februar 2014, S. 1-7. DOI:10.1371/journal.pone.0088793. Abgerufen am 16. Mai 2016.
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 Ein neues Maß für Gesundheitsrisiken durch Übergewicht – der A Body Shape Index, Zentrum für Endokrinologie und Stoffwechsel (ZES) Nymphenburg, Franz-Schrank-Str. 2, 80638 München, abgerufen am 15. Mai 2016
  6. Abschied vom BMI: Da der BMI zunehmend in die Kritik gerät, haben der New Yorker Wissenschaftler Nir Krakauer und sein Vater den sogenannten ABSI ("A Body Shape Index") vorgeschlagen. Er berücksichtigt neben Größe und Gewicht auch den Bauchumfang, Birgit Herden, Süddeutsche Zeitung, 17. März 2014
  7. ABSI-Berechnung, Jumk.de Webprojekte & Publikationen, abgerufen am 15. Mai 2016