DHEA

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Dehydroepiandrosteron (DHEA), Prasteron (INN), ist das am häufigsten vorkommende Steroidhormon im menschlichen Körper. In Abhängigkeit vom jeweiligen hormonellen Niveau kann es sich wie ein Estrogen oder wie ein Androgen verhalten. DHEA ist die Vorstufe sowohl für die männlichen Sexualhormone (Androgene) als auch für weiblichen Sexualhormone (Estrogene).

Allgemeines

Ebenso wie Androsteron ist es eine der metabolischen Zwischenstufen des Testosteron und wird daher auch als Prohormon bezeichnet. Es ist nach dem Dopingreglement des Internationalen Olympischen Komitees verboten. DHEA wurde 1934 von Butenandt und Dannenbaum im Urin entdeckt. 1954 gelang erstmals die Isolierung aus Blut. Bekannt wurde DHEA etwa ab 1980 als so genanntes Anti-Aging-Hormon.

Biosynthese

DHEA wird bei Männern ausschließlich in der inneren Schicht (Zona reticularis) der Nebennierenrinde produziert. Bei Frauen entstehen dort nur 7/10 des DHEA, die anderen 3/10 werden in den Ovarien gebildet. Bei der DHEA-Biosynthese entsteht aus Cholesterin zuerst Pregnenolon. Aus Pregnenolon macht die Steroid-17alpha-Hydroxylase (CYP17A1) zuerst Hydroxy-Pregnenolon und in bestimmten Zellen auch DHEA. DHEA wird durch die 3beta-Hydroxysteroid-Dehydrogenase (3bHSD) zu 4-Androstendion umgesetzt, aus dem wiederum durch die 17beta-Hydroxysteroid-Dehydrogenase Typ 3 (HSD17B3, Testosteron-17beta-Dehydrogenase) Testosteron entsteht. In einem nächsten Schritt wird durch die Aromatase (CYP19A1) aus Testosteron 17β-Estradiol gebildet. Die Aromatase kann auch aus 4-Androstendion Estron bilden, das durch die 17bHSD ebenfalls zu 17β-Estradiol umgewandelt werden kann. Die Reaktionen der CYP-Enzyme sind irreversibel, die HSD können je nach Typ auch die Rückreaktion katalysieren.

DHEA-Konzentration im Blut

DHEA-Konzentration im Blut im Abhängigkeit vom Lebensalter[1]
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DHEA, Melatonin und Prolactin-Konzentrationen im Tagesverlauf[1]


Norm-Konzentration an DHEA im menschlichen Blut[2]
Patient Konzentration
Männer 20.–50. LJ 1,50–9,00 ng/ml
Frauen 20.–50. LJ 1,00–8,00 ng/ml
Kinder 01.–05. LJ 0,20–0,70 ng/ml
Kinder 10.–12. LJ 0,22–2,54 ng/ml
Kinder 14.–16. LJ 0,42–9,31 ng/ml

Die vom Körper gebildeten Mengen an DHEA sind vom Alter und vom Geschlecht abhängig, außerdem unterliegt die DHEA-Konzentration im Blut einer Tagesrhythmik. Die Nebennieren produzieren in den ersten Lebensjahren nur geringe Mengen an DHEA, größere Mengen sind erstmals im Alter von sechs bis sieben Jahren nachzuweisen. Die Produktion an DHEA erreicht ihren Höhepunkt im Alter von etwa 25 Jahren und geht dann ständig zurück. In allen Altersstufen haben Männer etwas höhere DHEA-Werte als Frauen. DHEA wird in der Leber zum Sulfat DHEA-S metabolisiert (entdeckt 1994). Studien lassen darauf schließen, dass die Konzentration an DHEA durch Training der Herzfrequenzvariabilität erhöht[3] werden kann und damit ein entsprechendes Wirkmuster hervorrufen wird, wie durch Medikamente mit anti-depressiver Wirkung.[4]

Norm-Konzentration an DHEA-S im menschlichen Blut-Serum, benoetigte Menge 0,205 ml[5]
Alter Männer: Konzentration Frauen: Konzentration
03 - 08 Jahre 006 - 228 µg/dl 011 - 078 µg/dl
09 - 10 Jahre 015 - 088 µg/dl 013 - 194 µg/dl
11 - 14 Jahre 014 - 300 µg/dl 022 - 326 µg/dl
15 - 16 Jahre 030 - 364 µg/dl 056 - 385 µg/dl
17 - 19 Jahre 100 - 475 µg/dl 143 - 437 µg/dl
20 - 29 Jahre 280 - 640 µg/dl 065 - 380 µg/dl
30 - 39 Jahre 120 - 520 µg/dl 045 - 270 µg/dl
40 - 49 Jahre 095 - 530 µg/dl 032 - 240 µg/dl
50 - 59 Jahre 070 - 310 µg/dl 030 - 200 µg/dl
60 - 69 Jahre 042 - 290 µg/dl 030 - 130 µg/dl
70 -109 Jahre 030 - 175 µg/dl 030 - 090 µg/dl

Verwendung und therapeutische Wirksamkeit

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180 Kapseln DHEA zu 50 mg, BIOVEA, 30.55 €[6]


In Deutschland werden alle Prohormone als zulassungspflichtige Arzneimittel angesehen. Es wird in der evidenzbasierten Medizin laut Wikipedia 2013 nur als Kombinationspräparat (zusammen mit Estradiolvalerat, beispielsweise in Gynodian® Depot Spritzampullen) zur Behandlung charakteristischer Symptome (Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Depressionen) im Klimakterium der Frau oder nach Ovarektomie oder Strahlenkastration eingesetzt. Ansonsten ist DHEA aus deutscher Sicht laut Wikipedia 2013 nur von geringem medizinischen Interesse, da kein konstanter Blutspiegel an physiologisch wirksamem Testosteron erreicht werden könne. In den USA werden DHEA-Präparate dagegen seit 1994 wieder als Nahrungsergänzungsmittel eingestuft und sind somit rezeptfrei erhältlich.[7]

Dosierung von DHEA: 3 x 50 mg pro Woche morgens einnehmen

Empfehlung: DHEA zu medizinischen Zwecken sollte unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Viele Ärzte in Deutschland und Österreich kennen jedoch DHEA kaum. Exakte Dosen für den Menschen sind nicht genau bestimmt worden. Tägliche Dosen können von 5 bis 10mg (selten auch bis zu 2000mg) variieren. Bis zu 6-8 g hat man in Versuchen Menschen ohne größere Nebenwirkungen verabreicht. Empfohlen wird in [1], die eigene DHEA und DHEAS-Konzentration maximal auf auf den Level in jugendlichem Alter zu bringen. Daher sollte man einen Test machen, um seinen DHEA-Blutpegel im Serum zu bestimmen. 5 bis 10 mg sind eine gute Ausgangsdosis. Diese hängt von der körpereigenen DHEA-Konzentration im Serum ab und von der körpereigenen Absorption und Verstoffwechselung. Die Dosis kann solange verändert werden, bis die angestrebten Blutwerte erreicht sind. In der Regel sollten bis zu 50 mg bei Frauen und bis zu 100mg bei Männern dazu ausreichen. Man benötigt "micronized, wachsumhülltes" DHEA, erhältlich z. B. bei BIOVEA.[6]

Reines DHEA, oral eingenommen, wird hauptsächlich in Testosteron und Dihydrotestosteron umgewandelt, die als männliche Sexualhormone unerwünschte männliche Nebenwirkungen bei Frauen haben können (Haarflaum und leichte Akne). Diese androgenen Effekte hören bei Reduzierung der Dosis sofort auf. Micronized DHEA gelangt hauptsächlich in den Blutstrom als DHEA (Am. J. Ob. Gyn. 1992; 166: 1163 und Am. J. Ob. Gyn. 1993; 169: 1536). Spezialisten an der Baylor Medical School USA meinen, daß DHEA, das durch die Haut aufgenommen wird, kaum in Testosteron umgewandelt wird; Man könnte ebenfalls DHEA intranasal probieren. DHEA Ergänzungen außer in sehr hohen Dosen, stoppen die körpereigene Produktion praktisch nicht. Langzeitstudien müssen dies allerdings noch bestätigen. Die DHEA-Kapseln, die man kaufen kann, werden von der pharmazeutischen Industrie produziert. Sie sind entweder synthetisch hergestellt oder werden durch Extraktion von Steroiden aus Discorea, einer mexikanischen Pflanze gewonnen, am häufigsten Diosgenin. Daraus wird dann DHEA synthetisiert. Den Extrakt der Pflanze selbst zu konsumieren, sodaß der Körper daraus DHEA machen könnte, bringt kein Wirkung, da je nach Körperzustand ein anderes Steroid hergestellt wird. Die Nebenniere produziert am Morgen große Mengen DHEA, dessen Konzentration aber tagsüber sinkt. Wissenschaftler empfehlen deshalb, DHEA am Morgen zu nehmen, um im Gleichklang mit dem natürlichen täglichen Ablauf zu sein. Eine abendliche Einnahme kann Schlaflosigkeit verursachen. DHEA sollte mit fetthaltiger Nahrung (Butter, Milch, Fleisch) eingenommen werden.

Status von DHEA in Deutschland

Präparate, die DHEA als Einzelwirkstoff beinhalten, sind in Deutschland im Jahr 2006 für keine Indikation zugelassen. Ein für die Hormonsubstitution in der Menopause zugelassenes Kombinations-präparat – Gynodian Depot in Kombination mit Estrogen – enthält DHEA in einer Dosis von 200 mg. Dieses Präparat ist aufgrund seiner Zusammensetzung und Indikation nur bei Frauen anwendbar. Beim Vorliegen eines ärztlichen Rezepts kann DHEA jedoch über internationale Apotheken aus dem Ausland importiert werden. Der Import von DHEA wird von der Pharmaindustrie und auch von Ärzten pauschalisierend immer wieder als problematisch dargestellt, wobei dabei nur über problematische Lieferungen berichtet wird, kaum jedoch über DHEA-Importe, welche qualitativ in Ordnung sind. 46,47 in [8]

In den USA z.B. sind DHEA-Präparate als Nahrungsergänzungsmittel eingestuft, so dass sie keinen Kontrollen bzgl. der Zusammensetzung, Dosierung etc., wie sonst bei zugelassenen Arzneimitteln üblich, unterzogen werden. Die pharmakologische/pharmazeutische Qualität dieser Präparate ist aus deutscher Sicht[8] (2006) deshalb fragwürdig bzw. gar nicht zu beurteilen oder kontrollieren. DHEA ist über das Internet auch rezeptfrei käuflich. Die Eingabe von „DHEA“ und „Preis“ in der Suchmaschine Google führt zu verschiedenen „Web-Shops“, in denen DHEA in unterschiedlichen Dosierungen (5 mg bis 100 mg), teilweise auch in Kombination mit anderen Wirkstoffen (z.B. mit Kalzium oder anderen Hormonen wie Melatonin), zum Verkauf angeboten wird. Die Preise reichen – je nach Anbieter, Dosierung, Kombination und Packungsgröße – von ca. 13 bis 65 Euro.48 in [8]
Bei einer Standardtherapie von 50 mg täglich entsprechen diese Packungspreise Kosten von ca. 10 bis 30 Euro pro Monat. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie warnte 2006 laut [8] vor dem Kauf von DHEA im Internet, da die Qualität und Sicherheit dieser Präparate unter Umständen je nach Quelle nicht gewährleistet sein könne bzw. die enthaltene DHEA-Menge nicht den Angaben auf der Packung entsprichen könne, wobei die Mengen bei verschiedenen (nicht näher spezifizierten) Präparaten angeblich zum Teil über, zum Teil auch unter der angegebenen Menge liegen könne.49 in [8]
Ob man derartige Pauschalurteile als Konsument wirklich ernst nehmen muss, oder auch als Aussagen unter Einfluss der dadurch konkurrenzierten deutschen Pharmaindustrie werten kann, wird wohl nicht restlos geklärt werden können. Darüber hinaus sollten Hormonpräparate aufgrund der potentiellen Risiken nie als Selbstmedikation ohne ärztliche Überwachung bzw. begelitende DHEA-Blut-Serum-Tests oder Speichelproben eingenommen werden. Die Ärztekammer Nordrhein hat 2006 empfohlen, solche DHEA-Präparate weder zu verordnen noch in Praxen zu verkaufen, da dies der (deutschen) ärztlichen Sorgfaltspflicht widerspreche. 50 in [8]
DHEA wird von der World Anti-Doping Agency als Dopingmittel eingestuft.51 in [8]

Kontroverse Diskussion über DHEA als Anti-Aging-Hormon

Die Hersteller von Nahrungsergänzungsmittel preisen DHEA unter anderem als lebensverlängernd an. Begründet wird dies damit, dass DHEA den Energieverbrauch der Zellen senke, damit deren Lebensdauer erhöhe. Dieses und ebenso alle anderen „Vorzüge“ von DHEA konnten bisher in Deutschland nicht wissenschaftlich fundiert nachgewiesen werden. Der Einsatz von DHEA als Anti-Aging-Medikament ist daher nach Darstellung von Wikipedia vom November 2013 als zumindest unnötig einzuordnen. Bei Placebo-kontrollierten Untersuchungen an älteren Menschen wurden laut Wikipedia keine lebensverlängernden Effekte festgestellt.[9]. Folgende Aussagen in [1] attestieren DHEA jedoch zumindest bei Tieren eine lebensverlängernde Wirkung: In Tierstudien verlängerte DHEA demnach das Leben von Nagetieren um 50%. Die Tiere lebten nicht nur länger, sie sahen auch jünger aus. Die grauhaarigen Kontrolltiere konnten leicht von den glatten schwarzhaarigen DHEA-behandelten Tieren unterschieden werden. DHEAS Pegel korrelieren demnach auch direkt mit der Sterblichkeit (Sterbewahrscheinlichkeit) bei Menschen. In einer 12 Jahre andauernden Studie mit 240 Männern im Alter von 50 bis 79 Jahren fanden Wissenschaftler heraus, daß DHEAS-Pegel umgekehrt proportional zur Sterblichkeit sind, egal ob Herzinfarkt oder andere Ursachen zum Tod geführt haben.

DHEA Behandlung im Rahmen von Anti-Aging-Leistungen laut Uni Frankfurt (2006)

Eine Behandlung mit DHEA wird von verschiedenen Anbietern empfohlen, wenn der DHEA-Spiegel im Blut unter den Werten eines jungen Erwachsenen liegt und „Beschwerden“ vorliegen.37 in [8]
Dieses Vorgehen stützt sich auf die Annahme, dass die Beschwerden, z.B. Anämie (Blutarmut), Immunschwäche, Atrophie (Rückbildung, i.S. von Alterserscheinungen) von Haut und Muskulatur, nachlassende Körperbehaarung, Zunahme des Fettgewebes, reduzierte Libido (Sexualtrieb), beeinträchtigte Stressbewältigung, Gedächtnisstörung, Depressivität, Arthrose, Osteoporose, Vitalitätsmangel38 in [8], allein oder überwiegend durch den vorliegenden „DHEA-Mangel“ verursacht werden. Abgesehen davon, dass dieser Beweis bis 2006 nicht erbracht werden konnte, widerspricht diese Annahme auch den Kenntnissen über die komplexen biologischen Vorgänge des "Alterns".

Die Notwendigkeit der Objektivierung eines „DHEA-Mangels“ bedeutet, dass zunächst eine Spiegelbestimmung des Hormons im Blut stattfindet. Je nachdem, ob allein der DHEA-Spiegel gemessen wird oder zusätzliche Untersuchungen durchgeführt werden, wie die Konzentration anderer Hormone im Blut (sog. Anti-Aging-Checks)39 in [8] oder die Bestimmung des „biologischen Alters“, können die Kosten vor der Behandlung zwischen ca. 20 Euro und mehr als 100 Euro betragen. Vor der Verschreibung eines DHEA-Präparates muss das Vorliegen einer Krebserkrankung ausgeschlossen werden. Hierfür können neben der Befragung und körperlichen Untersuchung des Patienten weitere Untersuchungen, wie z.B. eine PSA-Bestimmung (Prostataspezifisches Antigen), Prostataabtastung, Darmspiegelung oder Mammographie, notwendig werden. Einzelne Bestandteile dieser Krebsfrüherkennung40 in [8] gehören zum Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV), andere jedoch nicht. Die Kosten eines umfassenden „Anti-Aging-Assessment“ einschließlich Therapieplan und Beratung können sich also auf 200 Euro bis zu mehr als 1500 Euro addieren.41 in [8]

Die Empfehlungen zur sogenannten DHEA-Ersatztherapie (DHEA-Substitution) erfordern eine individualisierte Dosierung des Hormons, um einen DHEA-Spiegel im unteren Bereich der Normalwerte gesunder Erwachsenen im Alter vom 25. bis 30. Lebensjahr zu erreichen.42 in [8]
Entsprechend dieser Vorgabe werden bei Frauen Dosierungen zwischen 5 mg und 50 mg und bei Männern zwischen 15 mg und 100 mg DHEA gegeben.43 in [8]
Da die Dosis an den DHEA-Spiegel angepasst werden soll, finden während der Behandlung regelmäßige Kontrollen des DHEA-Spiegels statt, deren Kosten (ca. 20 Euro pro DHEA-Bestimmung) ebenfalls vom Patienten selbst getragen werden müssen. Darüber hinaus sollen auch regelmäßige Krebsfrüherkennungsuntersuchungen durchgeführt werden – ein Hinweis darauf, dass die Behandlung nicht ohne Risiken ist. Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung, die außerhalb der in den Krebsfrüherkennungsrichtlinien 44 in [8] genannten Fristen stattfinden bzw. andere als die dort genannten Untersuchungsmethoden anwenden, sind nicht Gegenstand des Leistungskataloges der Gesetzlichen Krankenkassen und sind somit mit weiteren Kosten der DHEA-Therapie, die der Patient selbst tragen muss, verbunden.

Schützt DHEA vor Krebs oder kann es Krebs zur Folge haben?

Krebs als eventuelle Nebenwirkung?

Noch nicht bestätigt, doch vermutet wird eine Ovario- (Eierstöcke), Mammo- (Brust) und Prostata-Karzinogenese. Zusätzlich kann es bei der Frau zu einer Art Vermännlichung kommen.

Frauen mit Brustkrebs hatten vorher extrem niedrige DHEA-Werte

Im Gegensatz zur Vermutung im letzten Absatz halten andere Studien[1] eine protektive Wirkung von DHEA vor Krebs für möglich: Frühe Studien aus England [Bulbrook, 1962,1971] ergaben, daß DHEA in abnorm geringer Konzentration bei Frauen vorkam, die Brustkrebs hatten, sogar bis zu neun Jahre bevor die Krankheit diagnostiziert wurde. Von 5000 Frauen der Studie entwickelten 27 Brustkrebs. Die meisten der 27 hatten extrem niedrige DHEA-Werte. Falls niedrige Pegel an DHEA Brustkrebs fördern, ist auch der Umkehrschluss zulässig? Dr. A. Schwartz von der Temple University USA fand, daß Zugaben von DHEA in Zellkulturen vor der Giftigkeit von cancerogenen (Krebs-erzeugenden) Faktoren bewahrte. Normalerweise reagieren Zellkulturen darauf deutlich mit DNA-Mutationen, Änderungen des Zellerscheinungsbildes und einer hohen Sterberate. Bei DHEA-Gaben wurden alle diese Effekte deutlich vermindert. Bei Mäusen, die mit krebserregenden Mitteln behandelt wurden, bekamen diejenigen, die zusätzlich DHEA erhielten, keinen Brustkrebs. Bei anderen Studien wurde eine Reduktion der Tumorrate um bis zu 80% beobachtet. [Schwartz 1981, 1984]
Der bekannte DHEA-Forscher W. Regelsen konstatierte: "Immer wenn DHEA in einer Modellumgebung für die Krebsentstehung und Tumorinduzierung getestet wurde, hatte DHEA präventive Effekte." Obwohl man derzeit DHEA bei menschlichen Tumoren testet, weiß man noch nicht, ob die Effekte beim Mensch ähnlich sind. Dazu muß gesagt werden, dass Mäuse und Ratten schon sehr lange als Testobjekte vor den Untersuchungen beim Menschen benutzt wurden. Die Ergebnisse waren bisher meist ähnlich oder identisch.

Weitere Informationen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 DHEA-Überblick, zusammengestellt aus internationaler Literatur von A. Zwerev 1997-2010
  2. Norm-Konzentration an DHEA im menschlichen Blut laut Wikipedia: Dehydroepiandrosteron
  3. Baulieu, E. E. et al. (2000): Dehydroepiandrosterone (DHEA), DHEA sulfate, and aging: contribution of the DHEAge Study to a sociobiomedical issue. In: Proc. Natal. Acad. Sci. U.S.A. Bd 97, S. 4279–4284, PMID 10760294.
  4. Wiebke Arlt, Bruno Allolio: Therapeutisches Potential von DHEA. Stellungnahme für die Hormontoxikologie-Kommission der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) Medizinische Universitätsklinik Würzburg, Schwerpunkt Endokrinologie und Diabetologie, Quelle Originaltext: Endokrinologie.
  5. GanzImmun Diagnostics AG Mainz: Referenzwerte für DHEA-S im Serum (DHEA)
  6. 6,0 6,1 DHEA: 180 Kapseln zu je 50 mg, BIOVEA, Deutschland, 30.55 €, 21. November 2013
  7. Wikipedia: Dehydroepiandrosteron (DHEA)
  8. 8,00 8,01 8,02 8,03 8,04 8,05 8,06 8,07 8,08 8,09 8,10 8,11 8,12 8,13 8,14 DHEA-Gabe als Anti-Aging-Medizin bei gesunden Männern und Frauen,
    Institut für Allgemeinmedizin an der Universität Frankfurt, Datei vom 28.8.2006, heruntergeladen am 23. Nov. 2013, PDF-Datei mit 7 Seiten, 83 kB
  9. O. T. Wolf: Effects of Dehydroepiandrostone (DHEA) Replacement on Cognitive Performance in Humans: Four Placebo Controlled Double Blind Studies. Verlag Cuvillier, 1998, ISBN 3-89712-062-3.

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Literatur

  • Pope J., Cupp M., Tracy T.: Dietary Supplements - Toxicology and Clinical Pharmacology. 2002, ISBN 1-59259-303-8.

Weblinks