Ekzem

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Klassifikation nach ICD-10
L20 Atopisches
(endogenes) Ekzem
L21 Seborrhoisches Ekzem
L23 Allergische Kontaktdermatitis
L24 Toxische
Kontaktdermatitis
L25 Nicht näher bezeichnete
Kontaktdermatitis
L28 Lichen simplex chronicus
und Prurigo
L30 Sonstige Dermatitis
L30.1 Dyshidrosis (Pompholyx)
ICD-10 online WHO-Version 2013


Das Ekzem (Synonym Juckflechte; von griechisch έκζεμα ekzema ‚Aufgegangenes‘) ist eine Hauterkrankung, die sich in einer nicht-infektiösen Entzündungsreaktion der Haut äußert. Ekzeme können durch verschiedene Auslöser hervorgerufen werden. Sie sind durch eine typische Abfolge von Hautreaktionen charakterisiert (Hautrötung, Bläschenbildung, Nässen, Krustenbildung, Schuppung). Zur Gruppe der Ekzeme gehören verschiedene Formen von Ekzemen, die nach unterschiedlichen Kriterien klassifiziert werden. Synonym wird häufig der weiter gefasste Begriff Dermatitis verwendet, welcher allerdings auch Hautentzündungen umfasst, die nicht zu den Ekzemen zählen. Insbesondere im angloamerikanischen Sprachgebrauch wird bevorzugt die Bezeichnung dermatitis statt eczema benutzt. Auch in der Klassifikation nach ICD-10 erfolgt keine Unterscheidung zwischen den Bezeichnungen (siehe Tabelle).

Atopisches Ekzem

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Atopisches Ekzem (Neurodermitis)
bei einem Kleinkind
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Synonym Neurodermitis

Das atopische Ekzem (griechisch ατοπία, atopía – ‚Ortlosigkeit‘, ‚nicht zuzuordnen‘; griechisch έκζεμα, ekzema – ‚Aufgegangenes‘) ist eine chronische, nicht ansteckende Hautkrankheit, die zu den atopischen Erkrankungen gehört.

Weitere geläufige Bezeichnungen sind Neurodermitis, atopische Dermatitis und endogenes Ekzem. Außerdem wird die Erkrankung auch als chronisch konstitutionelles Ekzem, Asthmaekzem und Prurigo Besnier bezeichnet. Die Bezeichnung Neurodermitis stammt aus dem 19. Jahrhundert. Damals meinte man, die Ursache der Hauterkrankung sei eine Nervenentzündung. Später wurde diese Ansicht widerlegt, der Begriff ist aber weiterhin geläufig.

Hauptsymptome sind rote, schuppende, manchmal auch nässende Ekzeme auf der Haut und ein starker Juckreiz. Die Erkrankung verläuft schubweise und hat ein individuelles, vom Lebensalter abhängiges Erscheinungsbild.

Vitamin B6 bei Histaminintoleranz, Neurodermitis & atopischen Ekzemen

Das atopische Ekzem gilt als nicht heilbar, ist aber behandelbar. Die Therapie besteht hauptsächlich aus der Behandlung der charakteristischen Hauttrockenheit und der äußerlichen Anwendung von entzündungshemmenden Wirkstoffen. Es gibt weitere Behandlungsmöglichkeiten, deren Wirksamkeit sich im Einzelfall erweisen muss.

Als Therapie bei sehr hohen Glutaminsäurewerten (Glutamat) im Blutbefund, wie sie z.B. bei China-Restaurant-Syndrom oder bei Exkzemen und/oder Histamin-Intoleranz vorkommen können, empfiehlt Prof. Reinhart Jarisch [1] eine Vitamin B6 [2]Gabe in der Größenordnung von 0.5 mg/kg Körpergewicht je Tag . Dies fördert auch die körpereigene Synthese von Diaminooxidase (DAO) und bekämpft so ursächlich die Auswirkungen der Histaminintoleranz bzw. Neurodermitis. Die Referenzbereiche (Normalwerte) für Glutaminsäure im Blutbefund sind in µmol/ml bei Säuglingen 20-107, bei Kindern 18-65 und bei Erwachsenen 28-92.[3]

Dyshidrotisches Ekzem

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Dyshidrosiformes Ekzem
am Finger
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Typischer Befund bei Dyshidrosis an der Hand

Die Dyshidrosis (syn. Dyshidrose, dyshidrotisches Ekzem, dyshidrosiformes Ekzem oder Pompholyx) ist ein Krankheitsbild der Haut. Es äußert sich in Form von kleinen, fast immer juckenden Bläschen an den Fingerseitenflächen, Handflächen und Fußsohlen (Podopompholyx). Der Name hat historische Gründe. Entgegen früheren Annahmen besteht allerdings kein Zusammenhang zwischen diesen Hautveränderungen und der Funktion der Schweißdrüsen (griechisch δυσ-, dys- = „miss-, schlecht-, übel-“; griechisch ἱδρώς (hidrós) = „Schweiß“).

Ursache und Krankheitsentstehung

Eine klare Entstehungsursache für das dyshidrotische Ekzem konnte bisher noch nicht ausgemacht werden. Die Dyshidrosis tritt aber sehr häufig bei Atopikern und in Verbindung mit Kontaktallergien oder Unverträglichkeiten von Medikamenten sowie bei Pilzinfektionen auf. Außerdem kann chronische Hautschädigung zum Beispiel durch alkalische Seifen oder Putzmittel das Auftreten eines dyshidrosiformen Ekzems begünstigen. Auch die Exposition der Haut mit Schwermetallsalzen (z. B. Chrom-, Nickel- und Kobaltsalze) kann ein Auslöser sein. Als Cofaktor werden Stresssituationen, Pollenallergien und Heuschnupfen diskutiert. Beim weiblichen Geschlecht kommen dyshidrotische Ekzeme häufiger vor. [4]

Klinische Erscheinungen

Die Symptome treten überwiegend an den Handflächen, Fingerseitenflächen und Fußsohlen auf. An den betroffenen Hautarealen finden sich kleine, wasserklare und meist stark juckende Bläschen. Bei einer histologischen Untersuchung des Gewebes zeigen sich schwammartige (spongiotische) Bläschen innerhalb der Oberhaut (Epidermis). Die betroffene Haut ist meist gerötet. Die Hautveränderungen können schubweise auftreten oder sich über längere Zeit hinziehen. Die Bläschen können aufplatzen und beginnen dann zu nässen, wobei es zu Infektionen kommen kann. Bei der Abheilung schuppt sich die Haut. Bei längerer Erkrankungsdauer verhornen die betroffenen Hautstellen und es bilden sich blutende Rissstellen (Rhagaden).

Varianten

Dyshidrosis lamellosa sicca

Bei nur geringfügigen Hautveränderungen trocknen die Bläschen ohne Entzündungszeichen rasch wieder ein. Dabei entstehen charakteristische, kreisrunde und trockene Hohlräume in der Hornschicht, die dann halskrausenartig abschuppen. Diese Variante tritt häufig bei Vorliegen einer Atopie auf.

Cheiropompholyx und Podopompholyx

An den Hand- (Cheiropompholyx) oder Fußflächen (Podopompholyx) treten bis zu kirschkerngroße Blasen auf, die sich miteinander vereinigen. Als Komplikation können bakterielle und mykotische Sekundärinfektionen auftreten.

Behandlung des dyshidrotisches Ekzems

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Die Behandlung sollte sich nach der Ursache der Hautveränderung richten. Daher ist gegebenenfalls eine Behandlung der Grunderkrankung notwendig. Eine Nahrungsergänzung mit 15-30 mg Zink/Tag (je nach Stärke des Ekzems) bringt meist das Ekzem dauerhaft zum Verschwinden. [5] Auch eine kurzfristige äußerliche Behandlung mit Glukokortikoiden als Lotion oder Creme über wenige Tage ist meist sehr effektiv, falls die Nahrungsergänzung mit Zink keine Wirkung zeigen sollte. Gegebenenfalls kann ergänzend eine Zink-Schüttelmixtur zum Abdecken verwendet werden. Zur Austrocknung der Bläschen können äußerlich Gerbstoffpräparate (z. B. als Badezusatz) hilfreich sein. Ein neuerer Ansatz bei der Behandlung ist die orale Gabe des Vitamin A-Derivates Alitretinoin (9-cis-Retinsäure). Entsprechende Medikamente können insbesondere für Patienten, die nicht auf die lokale Behandlung mit stark wirksamen Kortikosteroiden ansprechen, eine Alternative darstellen. Zu vermeiden sind häufiges (z.B. berufsbedingtes) Waschen oder Desinfizieren der Hände. Ebenfalls kontraindiziert ist das Tragen von Handschuhen (enganliegende z.B. Arbeitshandschuhe, Latex- oder Non-Latex-, Gummi-, PVC-Handschuhe). Rezidivschübe können zur Arbeitsunfähigkeit führen. [6][7].

Weitere Informationen

Literatur


Feedback und Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Reinhart Jarisch: Histaminintoleranz Histamin und Seekrankheit, 2. Auflage, Thieme Verlag, Stuttgart New York, 2004, ISBN 3-13-105382-8, Seite 151
  2. BIOVEA: VITAMIN B-50-KOMPLEX 50mg 100 Tabl. für 10.95€
  3. Helmut Greiling, A. M. Gressner: Lehrbuch der klinischen Chemie und Pathobiochemie, Schattauer Verlagsgesellschaft, 1987, ISBN 3-79-450949-8, 1197 Seiten,
  4. Mayo-Clinic: Dyshidrosis risk factors
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  6. Ruzicka T, Lynde CW, Jemec GB, Diepgen T, Berth-Jones J, Coenraads PJ, Kaszuba A, Bissonnette R, Varjonen E, Holló P,Cambazard F, Lahfa M, Elsner P, Nyberg F, Svensson A, Brown TC, Harsch M, Maares J. Efficacy and safety of oral alitretinoin (9-cis retinoic acid) in patients with severe chronic hand eczema refractory to topical corticosteroids: results of a randomized, double-blind, placebo-controlled, multicentre trial.Br J Dermatol. 2008 Apr;158(4):808-17. Epub 2008 Feb 21
  7. Bollag W, Ott F. Successful treatment of chronic hand eczema with oral 9-cis-retinoic acid. Dermatology. 1999;199(4):308-12.

Weblinks