Stevia

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Stevia ist ein aus der Pflanze Stevia rebaudiana („Süßkraut“, auch „Honigkraut“) gewonnenes Stoffgemisch, das als Süßstoff verwendet wird. Es besteht hauptsächlich aus Steviol­glycosiden, wie dem Diterpenglycosid Steviosid (ungefähr 10 % der Trockenmasse der Blätter),[1] Rebaudiosid A (2 bis 4 %) und sieben bis zehn weiteren Steviolglycosiden[2][3]. Die Anteile der enthaltenen Steviolglycoside unterscheiden sich nach Anbaugebiet und Pflanzensorte. Weitere Anteilsabweichungen entstehen, da Hersteller von Tafelsüße auf Steviolglycosid-Basis meist den Rebaudiosid-A-Anteil wegen des zuckerähnlichen Geschmacks erhöhen. Dem lakritzartigen Geschmack der Pflanze wird bei der Herstellung des Süßstoffgemisches durch Isolierung der süßenden Bestandteile und anschließender Komposition entgegengewirkt. Steviaprodukte können – als reines Rebaudiosid A – eine bis zu 450-fache Süßkraft von Zucker haben,[2] sind nicht kariogen[4] und für Diabetiker geeignet.

Steviolglycoside sind als E 960 in der EU seit dem 2. Dezember 2011 als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen.[5][6] Ein Jahr vor der Zulassung konnte aus Studien der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) für Stevia weder eine Genotoxizität noch eine krebserregende Wirkung nachgewiesen werden. Auch negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit und Fortpflanzungsorgane des Menschen konnten nicht festgestellt werden,[7][8][9] was die Voraussetzung der EU-Zulassung war. Vorausgegangen war ein gemeinsamer Antrag der Morita Kagaku Kōgyō K.K. (Japan), der Cargill Incorporated (USA) und der EUSTAS (European Stevia Association, Spanien).

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Stevia rebaudiana (auch Süßkraut od. Honigblatt) weiß blühend


Geschichte

Stevia rebaudiana, kurz Stevia genannt, ist eine in Südamerika beheimatete Pflanze. Sie wächst als Staude im Gebiet der Amambai-Bergkette im paraguayisch-brasilianischen Grenzgebiet. Die stark süßende Wirkung ist den Ureinwohnern seit Jahrhunderten bekannt.[10] 1887 entdeckte Moises Giacomo Bertoni, ein Schweizer Botaniker, die Pflanze und gab ihr 1905 den Namen Stevia rebaudiana Bertoni. Bertoni erkannte ebenfalls die süßende Wirkung: „Bertoni hatte schon 1901 beschrieben, dass ein paar kleine Blätter ausreichend sind, um eine Tasse starken Kaffees oder Tees zu süßen“[11]

Bereits in den 1920-er Jahren wurde Stevia in großen Plantagen in Brasilien und Paraguay kultiviert. 1931 wurden in Europa erste physiologische Studien von Pomeret und Lavieille veröffentlicht. Diese belegten, dass Stevioside bei Kaninchen, Meerschweinchen und Hühnern nicht toxisch sind und nicht resorbiert werden. In Europa begann der Stevia-Anbau spätestens während des Zweiten Weltkriegs, unter der Leitung des Royal Botanical Gardens in Kew, aber das Projekt wurde in der Zeit nach dem Krieg aufgegeben. 1952 bestimmte das US-amerikanische National Institute of Arthritis and Metabolic Diseases die Hauptbestandteile des Naturstoffextraktes.

1954 begann in Japan der Stevia-Anbau in Treibhäusern. In den 1970-er Jahren wird Stevia in China bekannt und 1971 wird schließlich zum ersten Mal von Morita Kagaku Kogyo, einem der führenden Extrakthersteller in Japan, ein Stevia-Extrakt als Zuckerersatzstoff in Japan zugelassen. 1981 werden bereits 2000 Tonnen in Japan verbraucht.

  • 1982: P.J. Medon et al., Pharmacy College of the University of Chicago, Illinois, USA. Steviol ist mutagen[12]
  • 1985: John M. Pezzuto et al.: Metabolically activated steviol, the aglycone of stevioside, is mutagenic.[13] Keine Zulassung in der EU.

Der Aspartam-Hersteller Monsanto finanzierte die wissenschaftliche Untersuchung von Pezzuto, Compadre, Swanson, Nanayakkara und Kinghorn (1985), welche an der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Stevia Zweifel aufkommen ließ. Demnach sollte Steviol, ein Abbauprodukt des Steviosids, ein mutagenes Risiko darstellen. Der inhaltliche Wert dieser wissenschaftlichen Untersuchung ist sehr umstritten und inzwischen wissenschaftlich widerlegt. Trotzdem setzte Monsanto die amerikanische Gesundheitsbehörde weiter unter Druck. So kam es 1998 sogar zur öffentlichen Verbrennung von Stevia-Rezeptbüchern. Inzwischen wurden Steviol Glycoside in Amerika als Nahrungsergänzungsmittel akzeptiert und sind seit 2008 als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen.[14]

Zulassungs-Historie

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Paraguayische Briefmarke mit Steviafeld


  • 1997: Bei der belgischen Behörde für Ernährung wird ein Antrag auf Zulassung der Stevia-Pflanze und ihrer getrockneten Blätter als neuartige Lebensmittel/neuartige Lebensmittelzutaten gestellt[15]
  • 22. Februar 2000: Die Zulassung von Stevia wird aus Gründen der Lebensmittelsicherheit mit Entscheidung 2000/196/EG der Europäischen Kommission verwehrt[16]
  • 2007: Coca-Cola reicht 24 Patente basierend auf Stevia als Süßstoff ein.[17]
  • ab August 2008: provisorische Einzelbewilligungen für Steviolglycoside gemäß Art. 2 Abs. 1 der Verordnung über die in Lebensmitteln zulässigen Lebensmittelzusatzstoffe (ZuV; SR 817.022.31) in der Schweiz[18]
  • Oktober 2008: Zulassung in Australien und Neuseeland
  • Dezember 2008: Zulassung in den USA des Bestandteiles Rebaudiosid A in Süßungsmitteln als Lebensmittelergänzungsstoff durch die Food and Drug Administration[19][20]
  • August 2009: Frankreich hat per Dekret für einen Zeitraum von zwei Jahren ein Stevia-Extrakt aus zu mindestens 97 Prozent Rebaudiosid A als Süßungsmittel für bestimmte Lebensmittel zugelassen; je nach Art des Lebensmittels sind außerdem unterschiedliche Höchstmengen für den Einsatz von Rebaudiosid A festgelegt. Die Zulassung gilt nur innerhalb Frankreichs. Nach Deutschland zum Beispiel dürfen die mit Rebaudiosid A gesüßten Lebensmittel nicht vertrieben werden.[21]
  • April 2010: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat eine tägliche Aufnahmemenge von bis zu 4 mg „Stevioläquivalenten“[A 1] pro kg Körpergewicht als unbedenklich bewertet.[22]
  • Dezember 2011: Zulassung von E 960, das sind Stevioglycoside mit mindestens 95 %-Gehalt, in der gesamten EU.[5][6] Die Vermarktung der Steviapflanze oder der -blätter ist nicht zugelassen, da (noch) nicht alle Inhaltsstoffe bekannt sind.

Verbreitung

Steviablätter werden seit Jahrhunderten[23] von der indigenen Bevölkerung Paraguays und Brasiliens bei der Zubereitung von Speisen und Getränken und als Heilpflanze verwendet. Die Guaraní-Indianer nennen es ka'a he'ẽ (Süßkraut).

Heute werden Blätter oder die pulverisierten Blätter verwendet, wobei ein Viertel Teelöffel reicht, um eine Tasse zu süßen. Neben extrahiertem Pulver werden auch Tabletten, Kapseln, wässrige oder alkoholische Lösungen verwendet.

Stevia wird in vielen Gebieten Süd- und Zentralamerikas, Israels, Thailands und der Volksrepublik China zur Süßstoffgewinnung angebaut und verwendet. Auch in Japan, seit Oktober 2008 in Neuseeland und Australien ist Stevia zugelassen. In der Schweiz wurde im August 2008 vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) ein Einzelantrag genehmigt, wonach in der Schweiz der Energie-Drink der Firma Storms mit Stevia gesüßt zum Verkauf angeboten werden darf.[24] Ende April 2009 kündigte das größte Schweizer Einzelhandelsunternehmen Migros an, ab sofort Getränke der Marke Sarasay zu verkaufen, die ausschließlich mit Stevia gesüßt sind.[25] In den Vereinigten Staaten von Amerika ist Stevia als Nahrungsergänzung seit 1995 wieder erlaubt. Nach Europa wurden seit 1986 viele Tonnen Steviablätter und Steviolglycoside importiert und dort konsumiert. Trotzdem gilt es seit 1997 als Novel-Food und wurde 2001 auf Grund fehlender wissenschaftlicher Informationen zur gesundheitlichen Unbedenklichkeit als Lebensmittel vom Markt genommen.

In Rumänien wird die als Stevia bezeichnete Pflanze Rumex patientia seit Jahrhunderten in der traditionellen Küche verwendet und wird ähnlich wie Spinat oder Brennnessel zubereitet (gekocht, gebraten, Aufläufe, Rouladen – Sarmale, etc.)[26]. Die Pflanze gehört zur Gattung Rumex (Ampfer) und ist nicht mit Stevia rebaudiana verwandt.

Vermarktung

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Zentis "Leichte Früchte"
Sauerkirsche
: nur 154 kcal/100g


Auf STEVIAGUIDE.at, dem Online-Magazin zum Thema Stevia finden sie das Ergebnis laufender gründlicher Recherchen nach einer großen Anzahl neuer Stevia-Produkte, welche in Österreich, Deutschland und der Schweiz erhältlich sind.[27]

Mischprodukte mit herkömmlichem Zucker

Produkte mit einer Kombination von Zucker und Stevia nennt man „Steviasucroseprodukte“. Nordzucker brachte im Dezember 2012 als erster Hersteller einen Haushaltszucker auf den Markt, der aus herkömmlichem Zucker und kalorienfreier Steviasüße hergestellt ist. Bei der Herstellung wird der aus Zuckerrüben gewonnene Zucker mit Steviolglycosid gemischt. Nordzucker und der malaysische Konzern Pure Circle betreiben seit 2011 das Gemeinschaftsunternehmen NP Sweet, das Steviaprodukte entwickelt und vermarktet. Ein unter dem Namen „SweetFamily“ vertriebenes Produkt hat die gleiche Süßkraft und den gleichen Geschmack wie herkömmlicher Zucker, enthält aber bei vierfachem Preis nur halb soviel Kalorien.[28]

Schokolade mit Stevia: kaum weniger Kalorien, mehr Fett & 4-17 mal teurer

Bei Schokolade müssen die Rezepturen komplett geändert werden, weil die Stevia-Süßstoffe im Vergleich zu Kristallzucker ein stark reduziertes Volumen besitzen. Im Frühjahr 2012 brachte der belgische Hersteller Cavalier zusammen mit dem Schweizer Unternehmen Barry Callebaut eine Schokolade auf den Markt, die mit Stevia-Extrakt anstatt Zucker gesüßt ist (Preis 35,18 €/kg, 499 kcal/100g, bei Amazon.de im Jänner 2015). Im Jänner 2015 findet man bei Amazon.de schon einige mit Stevia gesüsste fast zuckerfreie Schokolade-Angebote des Herstellers HNK Steviamarkt Semrau, welche preislich im Jänner 2015 deutlich über herkömmlicher mit Zucker gesüsster Schokolade liegen und trotzdem kaum weniger Kalorien und sogar mehr Fett haben.[29]

  • Stevia Schokoladen von HNK Steviamarkt Semrau bei Amazon: 7.42 €/kg & 481 kcal/100g.
Der Fettgehalt dieser STEVIA-Schokoladen ist 45g/100g, davon nur 23g gesättigte Fettsäuren.
Der Zuckergehalt ist laut Verpackungsaufschrift <5g/100g, die Schokolade ist also sehr zuckerarm und nicht ganz zuckerfrei.
Die geschmackliche Abstimmung je nach Schokolade auch mit Haselnüssen und Sauerkirschen ist hervorragend.
Hersteller Händler Schokolade mit und ohne Stevia g / Tafel kcal/100g  % Fett €/kg Mit Stevia
HNK Steviamarkt Semrau Amazon KIRSCH - Haselnussmark-Vollmilchschokolade 48% Kakao & Stevia 60 481 45,0 7,42 Ja
Cavalier Amazon Milchschokolade mit Haselnusstücken mit Süßstoffen aus STEVIA, 4er 84 x 4 499 39,1 35,18 Ja
Mondelez Amazon Milka Trauben-Nuss, Tafelschokolade (mit Zucker) 100 x 5 490 25,5 1,98 Nein

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Mit Steviolglykosiden: Tiroler Früchteküche 107kcal/100g


Konfitüre/Marmelade mit Stevia ab 107 kcal/100g

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Marillen FRUCHTAUFSTRICH


Seit April 2012 bietet Zentis eine mit Stevia gesüßte Konfitüre mit 30 Prozent weniger Kalorien als in herkömmlichen Produkten an, aber mit dem "vollen Fruchtgeschmack". Bericht in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 20.März 2012 dazu in [30].
Die "Zentis Marmelade/Konfitüre Leichte Früchte Stevia Aprikose" hat 154 kcal/100g[31], die "Schwartau Wellness Konfitüre Waldfrucht" [32] hat 160 kcal/100g und kommt mit 10,57 €/kg deutlich günstiger als die Zentis Stevia Konfitüren mit 14,38 €/kg bei Amazon.de im Jan. 2015.
Angebote von "Stevia Konfitüre" bei Amazon.de in der Kategorie Lebensmittel & Getränke mit 2 Filtern: "Kostenlose Lieferung ab EUR 29 Bestellwert", Kohlenhydratarm: [33]

Die Stevia-Konfitüre mit dem geringsten Brennwert (im Jänner 2015) von nur 107 kcal kcal/100g, welche man zwar bei Merkur in Österreich zu einem Preis von 2,49 € (13.83 €/kg) kaufen kann,

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Stevia-Konfitüre der Unterweger Früchteküche GmbH


welche jedoch leider im Jan. 2015 noch nicht auf der Homepage des Herstellers Tiroler Früchteküche, Familie Unterweger Früchteküche GmbH, 9911 Assling, Osttirol, Österreich, http://www.fruechtekueche.at [34] zu finden ist, ist der Marillen-Fruchtaufstrich "Tiroler Früchtküche" mit folgenden Daten laut Beschriftung am Glas:

„Brennwertvermindert durch weniger Zucker,
gesüsst mit Steviolglycosiden, ca. 8 Monate haltbar, 180g,
Strichcode 9 002355 027467, Brennwert je 100g 450 kJ /107 kcal,
Fett 0.1 g, Kohlenhydrate 24,3g, davon Zucker 23,8 g“

Das Produkt mit der Produkt-Nummer 9002355027467 ist auch im Jänner 2015 noch nicht bei http://www.codecheck.info zu finden. Es gibt von dieser Stevia-Konfitüre der Unterweger Früchteküche GmbH auch eine Variante mit Waldbeeren statt Marillen mit ähnlich niedrigen kcal/100g und gleichem Preis. Der Geschmack beider Konfitüren ist ausgezeichnet und nicht anders als bei Konfitüren, welche ohne Stevia nur mit Zucker gesüsst sind.

Hersteller Internet-Seite Kalorienarme Konfitüre/Marmelade mit und ohne Stevia[33] g / Glas kcal
je
100g
€/Glas
(Min.)
€/kg
(Min.)
Mit Stevia
Tiroler Früchteküche[34] Merkur-Märkte Österreich Stevia-Konfitüre der Unterweger Früchteküche GmbH 180 107 2,49 13,83 Ja
Darbo austriansupermarket.com Darbo REFORM Preiselbeer-Fruchtaufstrich, zuckeram mit Sorbit** 300 115 2,29 7,63 Nein, Sorbit**
Darbo delicious-austria.com Darbo REFORM Orangen-Fruchtaufstrich, zuckeram mit Sorbit** 330 143 2,29 6,34 Nein, Sorbit**
STAUD's Vienna schlemmershop-24.de STAUD's Marille Reine Frucht MARILLE, gesüsst mit konzentriertem Apfelsaft 250 147 3,39 13,56 Nein
Zentis Amazon[33] Zentis Marmelade/Konfitüre Leichte Früchte Stevia Aprikose 235 254 3,38 14,38 Ja
Schwartau Amazon[33] Schwartau Wellness Konfitüre Waldfrucht Testpaket 4-er 260 260 2,75 10,57 Ja

** . . Anmerkung zum Zuckerersatzstoff Sorbit:

Nicht geeignet für Menschen mit Sorbit-Intoleranz (Sorbitunverträglichkeit) oder Fructose-Intoleranz (Fructoseunverträglichkeit).
Sorbit wirkt auch leicht abführend, wenn die konsumierten Sorbit-Mengen zu groß sind.

Kalorienreduzierte Joghurt-Produkte (mit Stevia ab 67 kcal/100g)

Hersteller/Händler Joghurt-Produkt kcal/100g [35] g Süßungsmittel
nöm fasten Kirsche Fruchtjohurt 55,0 180 0,69 Aspartam
Spar Vital Stevia Joghurt Waldbeere 67,0 180 0,59 Stevia
Danone DanVia - Kirschjoghurt mit Stevia 67,8 170 Stevia

Keine EU-Zulassung für Kekse oder Gebäck (2012)

Die EU-Kommission schreibt Höchstmengen bei der Dosierung für einen unschädlichen Verzehr vor. Stevia-Süßstoffe dürfen nicht mehr als 30 Prozent des Zuckers ersetzen. Für viele Produktbereiche wie Kekse oder Gebäck ist Stevia als Süßungsmittel von der EU-Kommission im Jahr 2012 nicht zugelassen. [30]

Im Januar 2015 findet man bei der Suche "Stevia Kekse" bei Amazon.de trotzdem schon 1 Produkt: "Cavalier Mandelkekse - Cinnamon Crisps, 125g" für 3,16 EUR/100g mit 472 kcal/100g.[36]

Getränke mit Stevia: Tee, Limonaden, Fruchtsäfte

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Stevia-Limonade "STEVERL" von
Getränke Brunner aus Oberösterreich


Seit Jahrhunderten wird Stevia in Paraguay und Brasilien zum Süßen von Nahrungsmitteln und Tee verwendet. In Japan und den USA werden Limonaden, Fruchtsäfte, Joghurt oder Bonbons mit dem Stevia-Extrakt gesüßt. Die Coca-Cola Company, die zusammen mit Cargill die EU-Zulassung für Stevia vorangetrieben hatte, testete im Jahre 2012 in Deutschland mit Stevia gesüßte Getränke, um den Markt zu sondieren, ohne bisher eigene Produkte anzubieten. Weltweit ist Coca-Cola mit 30 Produkten, die mit Stevia-Extrakten gesüßt sind, auf dem Markt. In Frankreich etwa ist „Fanta Still“ erhältlich, die 30 Prozent weniger Zucker enthält.[30]

Leider gibt es im Sommer 2013 noch keine erfrischenden Stevia-Limonaden mit Kohlensäure und Grapefruitgeschmack, mit nur 2 kcal je 100ml, wie dies bei Gröbi Grapefruit zuckerfrei der Fall ist, das jedoch leider mit Aspartam, Acesufam-K und Saccharin-Natrium gesüßt ist.

Das diesbezüglich ähnliche Produkt STEVERL Limette-Zitrone-Orange[37] des oberösterreichischen Getränke-Herstellers Brunner gibt es seit Dezember 2012 in 1,5-Liter-PET-Flaschen, jedoch ist auf der Internetseite des Herstellers Brunner Getränke weder eine Angabe der kcal/100ml noch ein Preis inkl. Privatzustellung zu finden. Eine Information darüber, ob das Getränk auch Kohlensäure enthält, findet man auf der Internetseite des Herstellers Brunner Getränke genau so wenig, wie eine Bestellmöglichkeit per Internet.[38]

Stevia zum Kochen, Backen und Verfeinern

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"NatuSweet Stevia Kristalle"
zum Backen von Kuchen


Stevia Tabs und Stevia in flüssiger Form sind nicht zum Backen von Kuchen gegeignet. Für diesen Zweck gibt es das Stevia Produkt "NatuSweet Stevia Kristalle" in einer 400g Packung. Die Süßwirkung entspricht dabei 1:1 jener von Zucker. Preis im Sommer 2013 10,80 €. "NatuSweet Stevia Kristalle" eignet sich zum Kochen, Backen und Verfeinern und ist absolut kalorienfrei. 100 g Natusweet "NatuSweet Stevia Kristalle" entsprechen 100 g Zucker, es handelt sich dabei um ein Qualitätsprodukt aus Österreich. Die Eigung zum Backen wird dadurch erreicht, dass "NatuSweet Stevia Kristalle" mit einem aus Maisstärke gewonnenen Produkt "gestreckt" ist, das vom menschlichen Körper ebenso wenig aufgeschlossen wird wie das Steviolglycosid . Die Verbindung selbst wird laut Gewinn-Ausgabe vom Juli/August 2012 (S.105) dadurch erreicht, dass beide Stoffe wasserlöslich sind und bei der Kristallisation zusammenfinden.[39]

Wirkungen

Süßungswirkung

Die Bestandteile, die für die Süße der Steviablätter verantwortlich sind, wurden 1931 wissenschaftlich erforscht. Dabei handelt es sich um – abhängig von der Sorte – neun bis zwölf verschiedene Glycoside[3], die alle Steviol oder sehr ähnliche Kaurane als Aglycon enthalten. Die Hauptsüßkraft geht dabei von Steviosid und Rebaudiosid A aus. Diese weisen gegenüber einer 0,4-prozentigen Saccharose-Lösung eine 300- bzw. 450-fache Süßkraft auf. Gegenüber einer vierprozentigen Saccharose-Lösung ist sie immer noch 150-fach so groß und gegenüber einer zehnprozentigen Saccharose-Lösung immer noch 100-fach. Andere süße Bestandteile sind Steviolbiosid, Rebaudiosid C, D, E und F sowie Dulcosid A. Das Steviosid hat bei der Sorte Creola mit 6 bis 18 Prozent den größten Anteil an den in Steviablättern gefundenen Wirkstoffen. Daraus ergibt sich für die Blätter eine Süßkraft, die ungefähr dreißigmal größer ist als die von Zucker.

Es ist bekannt, dass Rebaudiosid A die besten sensorischen Eigenschaften aller vier Hauptglycoside aufweist (am süßesten, wenig bitter). Enzymatisch modifiziertes Steviosid (Glukosylsteviosid), das nahezu 100 % Rebaudioside enthält, hat keinen bitteren Bei- oder Nachgeschmack. Solche Extrakte sind weder in den USA noch in Europa verkehrsfähig.

In einer Publikumsbefragung im Fernsehen[40] wurde die Süße von Stevia im direkten Vergleich mit denselben Produkten, die mit Zucker gesüßt sind, unterschiedlich wahrgenommen. Bei einigen Lebensmitteln wurde die Süße von Zucker, bei anderen die von Stevia als angenehmer empfunden, die Wahrnehmung unterscheidet sich aber auch individuell je nach Geschmack der Testperson. Generell eignet sich Stevia dort nicht, wo der Zucker als Volumenmenge benötigt wird, wie es in vielen Kuchenrezepten der Fall ist. Gegebenenfalls müssen entsprechende Rezepte angepasst werden. Problematisch kann auch der Eigengeschmack der Auszugsmittel sein, mit deren Hilfe der Süßstoff aus den Blättern gelöst wird. Vertreter der Zuckerindustrie sind sich deshalb sicher, dass Stevia auch mit der erfolgten Zulassung als Lebensmittelzusatzstoff den Zucker nicht überall und nicht vollständig ersetzen könne.

Die 2011 von der Europäischen Union als Süßungsmittel zugelassenen Steviaprodukte haben den Nachteil, einen lang anhaltenden bitteren Nachgeschmack zu erzeugen. Der bittere Beigeschmack der Steviolglycoside entsteht, indem die Glycoside neben dem Rezeptortyp, der für die Wahrnehmung von süßem Geschmack zuständig ist, zwei Bittergeschmacks-Rezeptortypen auf der menschlichen Zunge aktivieren. Forschungen gehen dahin, den Bittergeschmack von Stevia-Produkten schon früh zu minimieren. Beispielsweise könnten züchterische Maßnahmen oder auch die Aufreinigung bei der Gewinnung der Stevia-Produkte auf die besten Süßungskandidaten abzielen.[41]

Andere physiologische Wirkungen

Stevia hat eine leicht gefäßerweiternde und blutdrucksenkende und vermutlich Prostaglandin-erhöhende Wirkung [42].

Beurteilung und Zulassung

Kontroverse über mögliche Risiken

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Ab einer Aspartam-Diät-Limonade pro Tag steigt die Krebsgefahr


Die Kontroverse um Stevia begann in den USA 1985 mit der Veröffentlichung der Forschungsergebnisse von John Pezzuto und Mitarbeitern vom Pharmazie College der Universität Chicago, Illinois, die zeigten, dass ein Steviosid-Stoffwechselprodukt, Steviol, in Gegenwart zweier stoffwechselanregender Substanzen mutagen wirkt.[13] Aufgrund dieser und weiterer Studien in den USA wurden 1991 Steviaprodukte und ihre Einfuhr in die USA von der Food and Drug Administration verboten.

Diesen Studieergebnissen[13] wurde durch eine Vielzahl späterer Studien widersprochen:[43] In den folgenden Jahren haben Bioassays, Zellkulturen und Tierversuche andere Ergebnisse in Bezug auf Toxikologie und Nebenwirkungen von Stevia-Bestandteilen gezeigt. Während nur einzelne Berichte feststellten, dass Steviol und Stevioside schwach erbgutverändernd wären,[44][45] zeigt der Großteil der Studien, dass Stevia ohne schädliche Auswirkungen als Süßstoff verwendet werden kann.[46][47] In einem Review aus dem Jahr 2008 zeigten 14 von 16 zitierten Studien keine genotoxische Aktivität für Steviosid. 11 von 15 Studien wiesen keine genotoxische Aktivität für Steviol aus, und keine einzige Studie ergab eine Genotoxizität für Steviosid. Es wurden also keine Beweise gefunden, dass Stevia-Bestandteile Krebs oder Geburtsfehler verursachen könnten.[46][47]

Seit 1995 ist dieses Verbot von Stevia-Produkten daher teilweise aufgehoben, so dass Stevia-Produkte als diätetische Lebensmittelergänzungen verwendet werden dürfen, nicht aber allgemein als Lebensmittelzusätze. In Japan wird Stevia allerdings seit den 1970-er Jahren zum Süßen von Tee, Softdrinks, Zahnpasta, Kuchen und Bonbons genutzt.

Die der WHO vorliegenden Studien bezüglich der Auswirkungen von Steviol in vivo haben noch keine Hinweise auf mutagene Wirkungen am Menschen ergeben. Im Tierversuch an Ratten, Hamstern und Mäusen wurde eine akute und subchronische Toxizität gezeigt, die zwar sehr niedrig war, aber Zweifel an der Anwendungssicherheit weckt. Da sich in weiteren Studien an Ratten deutlich negative Auswirkungen auf den männlichen Genitaltrakt zeigten, sollte auch die Auswirkung auf die menschliche Fertilität genauer überprüft werden. In Japan und Brasilien werden Steviaprodukte seit mehr als 25 Jahren in großen Mengen, auch industriell und von multinationalen Konzernen, verkauft und angewendet. Dabei seien keine gesundheitsschädigenden Wirkungen beobachtet worden. Auch die angeblich jahrhundertelange Verwendung in Südamerika sei, so die Steviabefürworter, ein Beweis für die Harmlosigkeit.

Untersuchungen zur Wirkung von Steviaextrakten auf die Fertilität beim Menschen liegen nicht vor. Studienergebnisse bei der Ratte zeigten uneinheitliche Ergebnisse.[48][49][50] Erste Hinweise zu dieser Frage stammen aus den 1960-er Jahren.[51] Die Wirkung von Stevia auf die Fertilität gilt daher als wissenschaftlich nicht erwiesen und wird kontrovers diskutiert.[9]

Beim eigentlichen Süßstoff, dem Steviosid, konnte keine mutagene oder genotoxische Wirkung nachgewiesen werden. Die Blätter selbst sind auch nicht giftig. Die Mutagenität des Abbauprodukts von Steviosid, Steviol, ist umstritten. In einigen Studien wurden fruchtschädigende und mutagene Wirkungen in Hamstern[52] und Ratten[49] beschrieben, außerdem eine Mutagenität in vitro. Ralf Pude vom Institut für Nutzpflanzenwissenschaften der Universität Bonn hält dagegen, dass die Dosierungen in den Versuchen so hoch gewesen seien, dass – auf den Menschen übertragen – ein Erwachsener täglich mehr als die Hälfte seines Körpergewichts an frischen Steviablättern hätte zu sich nehmen müssen – in diesen Mengen wäre auch Zucker gefährlich.[53] Tatsächlich nähme ein Erwachsener, wenn man den gesamten durchschnittlichen täglichen Zuckerkonsum (ca. 130 g) durch Stevioside ersetzte, nur etwa 400 mg davon zu sich, was in Steviablättern etwa 4 g (bei angenommenen 10 % Steviosidgehalt)[A 2] bedeutet.

Rechtslage in der Europäischen Union

In der EU wurde Stevia als erste Pflanze der Novel-Food-Verordnung unterstellt, nachdem auch ein Zulassungsantrag aus Belgien scheiterte. Der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU-Kommission, der über die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Stevia befinden sollte, kam zu der Schlussfolgerung, dass „die Pflanze, wie auch Auszüge daraus, auf Grundlage der wenigen augenblicklich verfügbaren Daten“ als Lebensmittel nicht zulassungsfähig sei und daher nicht als Lebensmittel in Verkehr gebracht werden dürfe.

Dennoch war es auch ohne Zulassung möglich, in diversen Reformhäusern oder Apotheken Stevia als Badezusatz zu erwerben. Es unterliegt demnach der Kosmetikverordnung. Jedoch wurde Stevia auch in Form von Süßstoffspendern neben vergleichbaren Produkten im Einzelhandel angeboten und auch ohne eindeutige Verkehrsbezeichnung deklariert. Verbraucherschützer hielten dies für Irreführende Werbung.[54]

1998 bis 2002 finanzierte die EU ein Forschungsprojekt, mit dem der Anbau von Stevia rebaudiana bertoni in Griechenland, Italien, Portugal und Spanien optimiert werden sollte. Ziel war es, die Subventionierung für den Tabakanbau auf gesundheitlich günstigere Pflanzen umzustellen.[55]

Im April 2011 urteilte der Europäische Gerichtshof, dass die Entscheidung 2000/196/EG der Kommission keine Wirkung gegenüber Dritten habe, also nicht allgemein verbindlich sei. Demnach kann der Bayerische Verwaltungsgerichtshof München (BayVGH) frei dazu entscheiden, ob es sich bei den Blättern der Stevia überhaupt um ein Novel-Food oder ein übliches Lebensmittel handelt.

Der deutsche Süßstoffverband sieht der Einführung „erwartungsvoll entgegen“. Das Marktpotential könnte in den USA 700 Millionen Dollar erreichen, entsprechend hoch sind die Erwartungen für den europäischen Markt.[56]

Im November 2011 hat die EU-Kommission die Verarbeitung des natürlichen Stevia-Süßstoffs Steviolglycosid in Lebensmitteln und Getränken erlaubt. Die Verordnung trat am 2. Dezember 2011 in Kraft.[57]

Österreich

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Steviaextrakte gepresst
in Tablettenform (Spar Österreich)


Im österreichischen Parlament brachte am 20. Mai 2009 Norbert Hofer (FPÖ) einen Antrag für die Zulassung von Stevia ein.[58]

Im Jahr 2006 begann die Firma Reisenberger, ein Unternehmen, das mit Zusatzstoffen im Human- und Veterinärbereich handelt und als einziges österreichisches Unternehmen Mitglied der EUSTAS ist, mit der Universität für Bodenkultur in Wien ein Forschungsprojekt und suchte dabei um eine europaweite Zulassung von Stevia als Lebensmittelzusatz an. Im Dezember 2011 wurde diese Zulassung erteilt.[59]

Deutschland

In einem seit 2002 laufenden Rechtsstreit zwischen der Mensch & Natur AG und Bayern entschied 2004 das Verwaltungsgericht München, dass die Firma ihr Sortiment von Kräuter-, Gewürz- und Früchteteemischungen mit der Zutat von getrockneten Blättern der Stevia rebaudiana aus ökologischem Anbau weiter vermarkten darf.[60] Gegen dieses Urteil legte Bayern Berufung vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) ein. In mündlicher Verhandlung am 29. Juni 2009 entschied der BayVGH, zwei Fragen, die sich in dem Verfahren stellen, dem insoweit zuständigen Europäischen Gerichtshof (EuGH) zur Vorabentscheidung vorzulegen und so lange das Berufungsverfahren auszusetzen.[61][62] Im September 2011 erreichte die Molkerei Scheitz aus Andechs in einem Eilverfahren am Verwaltungsgericht München, dass man ihr den Vertrieb ihres mit Stevia-Tee gesüßten Joghurts nicht untersagen darf.[63]

Frankreich

Wie bereits am 16. Juni 2009 von der französischen Agentur für Lebensmittel- und Verbrauchersicherheit (AFSSA) angekündigt,[64] wurde mit einem Erlass vom 26. August 2009 Rebaudiosid A mit einer Reinheit von 97 % als Lebensmittelzusatzstoff in Frankreich vorerst für eine Dauer von zwei Jahren zugelassen.

Rechtslage in der Schweiz

In der Schweiz wurde Ende August 2008 die bisher an die EU angelehnte Praxis gelockert, als das Bundesamt für Gesundheit (BAG) dem Freiburger Getränkeproduzenten STORMS erlaubte, ein Produkt mit Stevia-Extrakt zu süßen. Da der Gemeinsame FAO/WHO-Sachverständigenausschuss für Lebensmittelzusatzstoffe neue Untersuchungsergebnisse vorgelegt habe, will das BAG fortan die Verwendung von Stevia-Extrakt auf Gesuch hin bewilligen, sofern eine Notwendigkeit für dessen Nutzung vorliege. Infolge dieser Praxis sind seit Beginn des Jahres 2010 zahlreiche Produkte in der Schweiz mit Stevia als Süßstoff erhältlich. Die Firmen Assugrin und MedHerbs-Schweiz verkaufen zudem bei den großen Detailhändlern Stevia-Süßstoff als Pulver oder Tabletten. Für viele Hersteller ist die Schweiz ein Stevia-Testmarkt.[65][66]

Empfehlung der FAO/WHO

Die gemeinsame Expertenkommission für Lebensmittelzusatzstoffe (engl. Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives – JECFA) von WHO und FAO kam auf der Grundlage von Studien im Juni 2004 zu dem Schluss, Steviosid bis zu einer Höchsteinnahmemenge von 2 mg pro Tag und kg Körpergewicht für den menschlichen Gebrauch vorläufig als unbedenklich zu bezeichnen. Eine Aufgabe der Kommission ist es, die gesundheitliche Bedenklichkeit von Lebensmittelzusatzstoffen einzuschätzen und Empfehlungen für deren Verwendung zu geben. Hierzu gehören Festlegungen über die Reinheit der Zusatzstoffe sowie deren maximal zulässige Tagesdosis, den so genannten ADI-Wert.

Inzwischen (69. Treffen 2008 in Rom) wurde für Stevia bzw. für den Extrakt ein ADI-Wert festgelegt. Für Steviolglycoside wurde der 2004 vorläufige ADI-Wert nach der Eingabe zusätzlicher wissenschaftlicher Studien am 4. Juli 2008 auf 4 mg/kg Körpergewicht – bezogen auf Steviol („Stevioläquivalente“) – pro Tag verdoppelt.[67]

Erythrit als kalorienfreie Alternative zu Stevia

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Univ.-Prof. Mag. Dr. Robert Mach
Technische Universität Wien


TU Wien: Kostengünstige Erzeugung von Erythrit mit einem Pilz aus Stroh (2014)

Der kalorienfreie Süßstoff Erythritol ist in Asien sehr beliebt und gewinnt auch in Europa an Bedeutung. Erythrit ist auch zum Backen besser als Stevia geeignet ist und hat nicht den leicht bitteren Nachgeschmack von Stevia. Das Haupthindernis zur Verwendung als idealer kalorienfreier Zuckerersatzstoff waren bisher die sehr hohen Erzeugungskosten. An der TU Wien wurde 2014 eine kostengünstige Methode entwickelt, Erythritol mit Hilfe eines Pilzes aus Stroh zu erzeugen. Erythritol ist ein Süßstoff mit vielen Vorteilen: Er macht nicht dick, ist nicht kariös, wirkt nicht auf den Blutzuckerspiegel und hat im Gegensatz zu anderen Zuckerersatzstoffen keine laxative Wirkung. In Asien wird er heute schon in großem Umfang eingesetzt, auch in Europa wird er mittlerweile verwendet. Allerdings konnte man ihn bisher nur mit Hilfe bestimmter Hefestämme in hochkonzentrierten Zuckerlösungen herstellen. An der TU Wien wurde nun eine Methode entwickelt, ihn mit Hilfe eines Pilzes auf recht einfache Weise aus ganz gewöhnlichem Stroh zu erzeugen. Nach den erfolgreichen Experimenten will man das Verfahren nun großindustriell optimieren.[68] [69]

Von Stroh über Zucker zu Erythritol
Zum bloßen Verbrennen ist Stroh viel zu schade. Einige seiner chemischen Bestandteile können zu wertvollen Produkten weiterverarbeitet werden. Das fein zerhäckselte Stroh wird zunächst „voraufgeschlossen“ – die Zellwände werden mit Hilfe von Lösungsmitteln aufgebrochen, das Lignin wird herausgelöst, weiterverwendet werden Xylane und Zellulose.

„Normalerweise muss man das Stroh dann mit teuren Enzymen fertig aufschließen und in Zucker zerlegen, oder Zucker enzymatisch aus Stärke gewinnen“ erklärt Prof. Robert Mach vom Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften der TU Wien. „Spezielle Hefestämme können dann, wenn man sie unter extremen osmotischen Stress setzt, aus einer hochkonzentrierten Zuckerlösung das gewünschte Erythritol herstellen.“[68]

Mit Pilz ohne Zwischenschritt zum Ziel
Die Enzyme, mit denen das Stroh vollständig aufgeschlossen wird, lassen sich aus dem Schimmelpilz Trichoderma reesei gewinnen. Dieser Pilz spielt nun auch im neuen Herstellungsverfahren die entscheidende Rolle, das an der TU Wien entwickelt wurde.

Allerdings wurde der Pilz genetisch so verändert, dass sich zwei entscheidende Vorteile ergeben: Erstens muss man die Enzyme nun nicht mehr mühsam aus der Pilzkultur gewinnen und chemisch reinigen, sondern man kann den verbesserten Pilz-Stamm direkt auf das voraufgeschlossene Stroh aufbringen. Zweitens erzeugt der Pilz nun direkt aus dem Stroh das gewünschte Erythritol. Der Zwischenschritt über die Produktion von Zuckerlösung ist nicht mehr nötig, auf die Verwendung von Hefe kann man ganz verzichten.

„Wir wussten, dass der Pilz Trichoderma reesei grundsätzlich in der Lage ist, Erythritol zu produzieren, allerdings normalerweise nur in winzigen Mengen“, sagt Robert Mach. „Uns gelang es, den Pilz gentechnologisch zur Produktion eines Enzyms anzuregen, das die Produktion des Süßstoffes in großem Ausmaß ermöglicht.“

Erythritol hat etwa 70 bis 80% der Süßkraft von gewöhnlichem Zucker. Die weltweite Produktion liegt derzeit bei 23.000 Tonnen im Jahr. Das könnte sich aber noch deutlich steigern, wenn sich der Trend, auf Erythrotol als Süßungsmittel umzusteigen, aus Asien auch nach Europa und in die USA ausweitet. Robert Mach und Astrid Mach-Aigner vom Team der TU Wien haben die neue Herstellungsmethode gemeinsam mit der Firma ANNIKKI GmbH bereits patentiert. „Dass das neue Prinzip funktioniert, haben wir nun bewiesen“, sagt Robert Mach. „Nun wollen wir das Verfahren gemeinsam mit Partnerfirmen verbessern und es für den großindustriellen Einsatz vorbereiten.“ [68] [69]

Weitere Informationen

Anmerkungen

  1. Die Angabe bezieht sich dabei auf das im jeweiligen Süßstoffgemisch enthaltene Steviol; eine Umrechnungstabelle findet sich bei Freestevia (PDF; 25 kB).
  2. 400 mg Stevioside = 0,4 g – bei einem Steviosidgehalt von 10 % entsprechend 0,4 g × 10 und damit exakt 4 g Steviablätter

Einzelnachweise

  1. Thieme Chemistry (Hrsg.): Eintrag zu Steviosid im Römpp Online. Version 3.34. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2013, abgerufen am 16. November 2011.
  2. 2,0 2,1 Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu „Stevia rebaudiana“ im Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen Abgerufen am 16. November 2011.
  3. 3,0 3,1 Venkata Sai Prakash Chaturvedula, John F. Clos, Joshua Rhea, Dennis Milanowski, Ulla Mocek, Grant E. DuBois, Indra Prakash: Minor diterpenoidglycosides from the leaves of Stevia rebaudiana; Phytochemistry Letters, Vol. 4 (3), September 2011, S. 209–212. DOI:10.1016/j.phytol.2011.01.002
  4. Takashi Matsukubo, Ichiro Takazoe: Sucrose substitutes and their role in caries prevention. In: International Dental. 56, Nr. 3, 2006, S. 119-130. PMID 16826877. Abgerufen am 14. Juli 2013.
  5. 5,0 5,1 VERORDNUNG (EU) Nr. 1131/2011 DER KOMMISSION vom 11. November 2011 zur Änderung von Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich Steviolglycosiden. Amtsblatt der Europäischen Union, L 295/205, 12. November 2011.
  6. 6,0 6,1 Mehr Transparenz bei Lebensmittelzusätzen. Europäische Kommission, abgerufen am 14. November 2011.
  7. EFSA bewertet die Sicherheit von Steviolglycosiden. Webnachricht vom 14 April 2010 der EFSA.
  8. Scientific Opinion on the safety of steviol glycosides for the proposed uses as a food additive. EFSA Journal 2010;8(4):1537 (84 Seiten).DOI:10.2903/j.efsa.2010.1537.
  9. 9,0 9,1 Böhm Sonja: Etablierung von in-vitro Methoden zur Bestimmung des endokrinen Potentials von Fremdstoffen (PDF, 2.5 MB) (Dissertation, Kaiserslautern 2002)
  10. Naturwissenschaftliche Rundschau 27, 231ff. (1974).
  11. Barbara Simonsohn: Stevia. Sündhaft süß und urgesund: Eine Alternative zu Zucker und Süßstoffen. Windpferd, Oberstdorf, ISBN 3-89385310-3.
  12. Medon, P.J. et al.: Safety assessment of some Stevia rebaudiana sweet principles. in. Federation Proceedings, Bd. 41, 1982, S. 1568.
  13. 13,0 13,1 13,2 John M. Pezzuto, C.M. Compadre, S.M. Swanson, D. Nanayakkara, A.D. Kinghorn: "Metabolically activated steviol, the aglycone of stevioside, is mutagenic", Proc Natl Acad Sci USA, April 1985, Bd. 82, S. 2478–2482; PMID 3887402; PMC 397582.
  14. Free Stevia: wie gesund ist Stevia?. Öffentlicher Förderkreis „Free Stevia“, Wiesbaden, abgerufen am 28. Juli 2013
    : „Monsanto finanzierte die Studie von Pezzuto (1985), die an der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Stevia Zweifel auftat“
  15. Information auf der Webseite des BMELV
  16. Entscheidung der EU-Kommission vom 22. Februar 2000
  17. Die Welt vom 6. August 2007
  18. Provisorische Einzelbewilligungen für Steviol-Glycoside gemäß Art. 2 Abs. 1 ZuV durch schweizerisches Bundesamt für Gesundheit (BAG) – PDF-Datei.
  19. FDA-Mitteilung vom 18. Dezember 2008
  20. Notice to the U.S. Food and Drug Administration (FDA) that the use of Rebiana (Rebaudioside A) derived from Stevia rebaudiana, as a Food Ingredient is Generally Recognized as Safe (GRAS) PDF-Datei (englisch)
  21. Pressemitteilung der Universität Stuttgart/Hohenheim vom 15. September 2009
  22. EFSA: EFSA bewertet die Sicherheit von Steviolglycosiden. Pressemitteilung vom 14. April 2010, abgerufen am 19. Juli 2010.
  23. Zuckerfreie Süße kommt nur in der Schweiz an. Beitrag bei 3sat-nano vom 6. März 2001.
  24. Schweiz lockert Verbot für Süssstoff-Pflanze Stevia, NZZ Online, 5. September 2008.
  25. Daniel Sägesser, Migros-Magazin, Nr. 17, 20. April 2009, S. 33: Die Getränkerevolution – Natürlich, süss, kalorienfrei – Stevia (PDF; 102 kB)
  26. Agro Romania, Comunitatea Agricultorilor – Stevia
  27. STEVIAGUIDE.at, Online-Magazin zum Thema Stevia mit dem Ergebnis laufender gründlicher Recherchen nach einer großen Anzahl neuer Stevia-Produkte, welche in Österreich, Deutschland und der Schweiz erhältich sind
  28. Hannoversche Allgemeine Zeitung, Nr. 301 vom 24. Dezember 2012, S. 10.
  29. Mit Stevia gesüsste fast zuckerfreie Schokolade-Angebote, Amazon.de, 3 Filter: "Kostenlose Lieferung ab EUR 29 Bestellwert", Preis 0-12 EUR, "Ohne Zuckerzusatz", abgerufen am 5. Jänner 2015
  30. 30,0 30,1 30,2 Die Stevia-Pflanze süßt gesünder. Meldung in Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 20. März 2012
  31. Zentis-Konfitüre Leichte Früchte Stevia Aprikose" hat 154 kcal/100g, SteviaGuide.eu, abgerufen am 5. Jänner 2015
  32. Schwartau Wellness Konfitüre Waldfrucht hat 160 kcal/100g, SteviaGuide.eu, abgerufen am 5. Jänner 2015
  33. 33,0 33,1 33,2 33,3 Angebote von "Stevia Konfitüre" bei Amazon.de in der Kategorie Lebensmittel & Getränke, 2 Filter: "Kostenlose Lieferung ab EUR 29 Bestellwert", Kohlenhydratarm, abgerufen am 5 Jänner 2015
  34. 34,0 34,1 Tiroler Früchteküche, Familie Unterweger Früchteküche GmbH, 9911 Assling, Osttirol, Österreich, http://www.fruechtekueche.at
  35. Suche nach "Stevia Joghurt" auf www.codecheck.info, abgerufen am 5. Jänner 2015
  36. Stevia Kekse" bei Amazon.de, Kategorie: Lebensmittel & Getränke, abgerufen am 5. Jan. 2015
  37. STEVIAGUIDE.at: STEVERL Limette-Zitrone-Orange, STEVIA-Getränk des oberösterreichischen Getränke-Herstellers Brunner erhältlich seit Dez. 2012 in 1,5-Liter-PET-Flaschen
  38. Steverl - gesundheits- und figurbewusster Limo-Genuss des Linzer Getränkeherstellers Brunner mit Stevia statt Zucker, Pressekonferenz „Ein Jahr Stevia in Österreich“ am 22. November 2012, abgerufen 28.7.2013
  39. "Natusweet Stevia Kristalle 400 g, 1:1 Süße, € 10,80, eignen sich zum Kochen, Backen und Verfeinern, kalorienfrei (0 Kalorien), gentechnikfrei, süßt 1:1 wie Zucker, abgerufen am 2. August 2013
  40. Stern TV (RTL) vom 18. Februar 2009; befragt wurden einige Personen im Publikum und in einem Filmbeitrag.
  41. Taste Receptor Responses to Steviol Glycosides, Journal of Agricultural and Food Chemistry, Mai 2012
  42. Stevia Stevioside and related compounds: Therapeutic benefits beyond sweetness, Varanuj Chatsudthipong, Chatchai Muanprasat: Department of Physiology, Faculty of Science, Mahidol University, Thailand; Pharmacology & Therapeutics 121 (2009) Seite 47; PDF-Datei mit 692 kB und 14 Seiten gestützt auf Melis, M. S., & Sainati, A. R. (1991): Participation of prostaglandins in the effect of stevioside on rat renal function and arterial pressure. Braz J Med Biol Res 24(12),1269−1276.
  43. Procinska E, Bridges BA, Hanson JR: Interpretation of results with the 8-azaguanine resistance system in Salmonella typhimurium: no evidence for direct acting mutagenesis by 15-oxosteviol, a possible metabolite of steviol. In: Mutagenesis. 6, Nr. 2, März 1991, S. 165–7. DOI:10.1093/mutage/6.2.165. PMID 2056919. – Der Artikel-Text ist hier angeführt: [1].
  44. Matsui M, Matsui K, Kawasaki Y, et al.: Evaluation of the genotoxicity of stevioside and steviol using six in vitro and one in vivo mutagenicity assays. In: Mutagenesis. 11, Nr. 6, November 1996, S. 573–9. DOI:10.1093/mutage/11.6.573. PMID 8962427.
  45. Nunes AP, Ferreira-Machado SC, Nunes RM, Dantas FJ, et al.: Analysis of genotoxic potentiality of stevioside by comet assay. In: Food Chem Toxicol. 45, Nr. 4, 2007, S. 662–6. DOI:10.1016/j.fct.2006.10.015. PMID 17187912.
  46. 46,0 46,1 Geuns JM: Stevioside. In: Phytochemistry. 64, Nr. 5, 2003, S. 913–21. DOI:10.1016/S0031-9422(03)00426-6. PMID 14561506.
  47. 47,0 47,1 Brusick DJ: A critical review of the genetic toxicity of steviol and steviol glycosides. In: Food Chem Toxicol. 46, Nr. 7, 2008, S. S83–S91. DOI:10.1016/j.fct.2008.05.002. PMID 18556105.
  48. Melis MS. "Effects of chronic administration of Stevia rebaudiana on fertility in rats", J Ethnopharmacol., 1999 Nov 1; 67(2), S. 157–161; PMID 10619379.
  49. 49,0 49,1 Oliveira-Filho RM., OA Uehara, CA Minetti and LB Valle: "Chronic administration of aqueous extract of Stevia rebaudiana (Bert.) Bertoni in rats: endocrine effects", General Pharmacology, Bd. 20, 1989, S. 187–191; PMID 2785472.
  50. Yodyingyuad V, Bunyawong S "Effect of stevioside on growth and reproduction", Hum Reprod., 1991 Jan; 6(1), S. 158–165; PMID 1874950.
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  52. Wasuntarawat C., P Temcharoen, C Toskulkao, P Mungkornkarn, M Suttajit and T Glusukon: "Developmental toxicity of steviol, a metabolite of stevioside, in the hamster", Drug & Chemical Toxicology, 1998, 21, S. 207–222; PMID 9598301.
  53. Zuckerfreie Süße kommt nur in der Schweiz an (3sat.de, abgerufen am 17. November 2011)
  54. Pressemitteilung der Konsumo GmbH: Natursüßstoff Stevia – Als Badezusatz zugelassen, als Lebensmittel verkauft, 30. Juni 2009 – 14:49
  55. Diversification for tobacco growing farms by the alternative crop stevia rebaudiana bertoni (DIVAS) Funded under 7th FWP (Seventh Framework Programme)
  56. Erst das Blatt und dann der Extrakt – Europäischer Gerichtshof urteilt über Stevia als Zuckerersatz Von Mirjam Stöckel vom 14. April 2011.
  57. EU gibt grünes Licht lebensmittelpraxis.de, 16. November 2011.
  58. Stenografisches Protokoll vom 29. Mai 2009
  59. Perchtoldsdorfer sorgt für die gesunde Süße in der NÖN-Online vom 25. Januar 2012, abgerufen am 29. Januar 2012
  60. wib: "Stevia" darf weiterhin den Tee versüßen In: Merkur-Online vom 15. Mai 2004
  61. Pressemitteilung des BayVGH vom 29. Juli 2009 (PDF; 35 kB).
  62. Beschluss des BayVGH vom 1. Juli 2009 (PDF; 56 kB).
  63. Otto Fritscher: Gerichtsurteil zu Stevia-Pflanze Bahn frei für den grünen Süßstoff Meldung in der SZ vom 27. September 2011
  64. Avis de l’Agence française de sécurité sanitaire des aliments sur un projet d’arrêté relatif à l’emploi de rébaudioside A extrait de Stevia rebaudiana en tant qu’additif alimentaire, PDF.
  65. NZZ vom 15. März 2010
  66. Bundesamt für Gesundheit (BAG): Stevia Rebaudiana – Süßkraut
  67. Fact Sheet: Steviol glycosides (INS 960). FAO, Final 5.Nov.2008, abgerufen am 28. Juli 2013 (PDF-Datei, 4 Seiten, 88 kB, Webarchiv vom 31. März 2010 der eingelagerten Webseite der FAO).
  68. 68,0 68,1 68,2 Süßes Stroh: Der kalorienfreie Süßstoff Erythritol ist in Asien sehr beliebt, Autor Florian Aigner, Prof. Robert Mach vom Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften der TU Wien, Technische Universität Wien, 24. Juni 2014
  69. 69,0 69,1 Erythritol production on wheat straw using Trichoderma reesei, Birgit Jovanović, Robert L Mach and Astrid R Mach-Aigner, Department for Biotechnology and Microbiology, Institute of Chemical Engineering, Vienna University of Technology, Gumpendorfer Str. 1a, A-1060 Wien, Austria; Published: 29 May 2014

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