Nierenversagen

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Funktionen der Nieren[1]


Inhaltsverzeichnis

Akutes Nierenversagen und chronische Niereninsuffizienz

Ein Nierenversagen bedeutet die Verschlechterung oder den Verlust der Nierenfunktion.

Es gibt zwei zeitliche Verlaufsformen des Nierenversagens, das chronische und das akute Nierenversagen. In beiden Fällen funktionieren die Nieren qualitativ nicht mehr oder nur in sehr geringem Umfang (die Urinproduktion kann quantitativ unverändert erhalten bleiben oder sogar gesteigert sein). Der Unterschied in den Verlaufsformen liegt in der Zeitspanne und der Prognose. Das akute Nierenversagen tritt entweder im Rahmen einer akuten Verschlechterung einer langjährigen vorbestehenden Nierenerkrankung wie einer chronischen Glomerulonephritis, einer diabetischen oder hypertensiven Nierenschädigung, durch einen langjährigen Medikamentenmissbrauch (besonders Schmerzmittelmissbrauch, siehe Analgetikanephropathie) oder durch einen akuten Vorfall (akute Glomerulonephritis, Autoimmunerkrankung, Unfall, Infektionen, Operation, Sepsis etc.) auf. Es ist in den meisten Fällen prinzipiell reversibel und muss sich nicht zwangsläufig in ein terminales Nierenversagen entwickeln.

Das akute Nierenversagen ist ein schweres, intensivmedizinisches Krankheitsbild mit immer noch hoher Sterblichkeit. Eine ursächliche Behandlung ist in der Regel nicht möglich. Die Behandlung besteht in einer Optimierung der Kreislaufsituation und der Nierendurchblutung, dem Weglassen nierenschädlicher Medikamente und der Beseitigung von Abflusshindernissen im Bereich der ableitenden Harnwege.

Das chronische Nierenversagen kann bei Fortschreiten in das Terminalstadium letztlich die endgültige Funktionsaufgabe der Nieren (wobei trotzdem gewisse Teilfunktionen weiter aktiv sein können) bedeuten.

Das chronische Nierenversagen entwickelt sich über Monate bis Jahre. Symptome treten in der Regel erst in einem weit fortgeschrittenen Stadium auf. Die Betroffenen sind in erster Linie durch Komplikationen des Herz-Kreislauf-Systems bedroht, wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen. Zudem besteht die Gefahr einer Verschlechterung der Nierenfunktion bis in das dialysepflichtige Endstadium der Erkrankung. Durch Veränderungen des Lebensstils, strikte medikamentöse Einstellung des Blutdrucks und Behandlung von Begleiterkrankungen ist es heute in vielen Fällen möglich, das Fortschreiten eines chronischen Nierenversagens zu hemmen oder sogar aufzuhalten und so eine Dialysebehandlung zu verhindern. Umso wichtiger ist es, die Erkrankung in einem möglichst frühen Stadium zu erkennen, was mit einer einfachen Blut- und Urinuntersuchung möglich ist.

Bei einem endgültigen Verlust der Nierenfunktion (terminales Nierenversagen) erfolgt die Nierenersatztherapie, entweder in Form von Dialyse oder als Nierentransplantation.

Nach der Dauer der Störung werden unterschieden
Nach der Ursache kann folgende Einteilung getroffen werden
  • prärenales Nierenversagen (hpts. hypovolämisches Problem)
  • renales Nierenversagen
  • postrenales Nierenversagen

Klassifikation nach ICD-10

Klassifikation nach ICD-10
N17 Akutes Nierenversagen
N18 Chronische Niereninsuffizienz
N19 Nicht näher bezeichnete Niereninsuffizienz
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Schlüssel-Fakten zur chronischen Nierenkrankheit

Im engeren Sinn der aktuellen Leitlinien bezeichnet der Begriff chronisches Nierenversagen das Terminal- oder Endstadium einer chronischen Nierenkrankheit, das gekennzeichnet ist durch eine Nierenleistung von 15 % der Norm oder darunter (entsprechend einer glomerulären Filtrationsrate von unter 15 ml/min/1,73 m²) und die Notwendigkeit einer Nierenersatztherapie in Form von Dialysebehandlung oder Nierentransplantation.

  • Das Maß für die Nierenfunktion ist die glomeruläre Filtrationsrate. Eine chronische Nierenkrankheit liegt vor, wenn die glomeruläre Filtrationsrate unter einen bestimmten Wert (60 ml/min/1,73 m²) abgesunken ist oder wenn im Urin Eiweiß ausgeschieden wird. Diese Funktionsstörungen müssen seit mindestens drei Monaten bestehen.
  • Weltweit leiden mehr als 500 Mio. Menschen an chronischer Nierenkrankheit, dies entspricht einem von zehn Erwachsenen.
  • Weltweit die häufigsten Ursachen sind Entzündungen und Infektionen der Nieren, Verengungen der ableitenden Harnwege und angeborene Nierenkrankheiten. In den Industrienationen sind Diabetes mellitus Typ 2 und Bluthochdruck aufgrund von Bewegungsmangel und Fehlernährung die häufigsten Ursachen. In den Entwicklungsländern steigt die Häufigkeit von Nierenkrankheiten aufgrund Diabetes und Bluthochdruck stark an.
  • Eine chronische Nierenkrankheit wird durch eine einfache Blut- und Urinuntersuchung festgestellt. Im Blut wird die Konzentration der Markersubstanz Kreatinin bestimmt, daraus wird die Nierenfunktion berechnet. Im Urin wird die Eiweißkonzentration gemessen.
  • Konsequenzen einer nicht erkannten Nierenerkrankung sind der fortschreitende Verlust der Nierenfunktion, möglicherweise bis zur Notwendigkeit von Dialyse und Transplantation, sowie Herz-Kreislauf-Komplikationen. Chronisch Nierenkranke haben ein mindestens 10-fach erhöhtes Risiko, vorzeitig an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung (Koronare Herzkrankheit, Herzversagen, Durchblutungsstörungen des Gehirns und der Arterien) zu versterben.
  • Die Kosten, die durch chronische Nierenkrankheiten verursacht werden, steigen. Weltweit sind 1,5 Mio. Menschen von der Dialyse abhängig oder leben mit einer Spenderniere. Diese Anzahl wird sich in den nächsten 10 Jahren voraussichtlich verdoppeln. Die Kosten für Dialyse und Nierentransplantation könnten in dieser Zeit eine Billion US$ überschreiten.[2] Dies könnte in den Industrienationen die Gesundheitsbudgets überfordern. Staaten mit geringerem Einkommen werden diese Kosten nicht tragen können.

Mehr als 80 % der Menschen, die eine Nierenersatztherapie erhalten, leben in Industrienationen. In Entwicklungsländern ist diese Behandlung weitgehend unerschwinglich. In Ländern wie Indien und Pakistan erhalten weniger als 10 % derer, die eine Behandlung benötigen, eine Nierenersatztherapie. In vielen afrikanischen Staaten wird eine Nierenersatztherapie in der Regel nicht angeboten, was bedeutet, dass viele Menschen einfach sterben. Für Entwicklungsländer wiegt die ökonomische Belastung besonders schwer, weil chronische Nierenkrankheiten dort in einem früheren Lebensalter auftreten.

  • Im Frühstadium wird eine chronische Nierenkrankheit meist nicht erkannt, insbesondere in Entwicklungsländern. Durch Früherkennung wird jedoch eine Behandlung noch vor dem Auftreten von Komplikationen ermöglicht.
  • Menschen mit erhöhtem Risiko sollten an Früherkennungsmaßnahmen teilnehmen, insbesondere
    • Patienten mit Diabetes oder Bluthochdruck,
    • Menschen mit Übergewicht,
    • Raucher,
    • Über-50-Jährige,
    • bei familiärer Vorbelastung mit Diabetes, Bluthochdruck oder Nierenkrankheiten.
  • Eine Behandlung sollte bereits im Frühstadium begonnen werden. Empfohlen werden
    • Kontrolle des Körpergewichts,
    • regelmäßige körperliche Betätigung,
    • Raucherentwöhnung,
    • medikamentöse Senkung des Blutdrucks (bei eingeschränkter Nierenfunktion oder Eiweiß im Urin sind ACE-Hemmer und AT1-Antagonisten Mittel der ersten Wahl),
    • Korrektur von erhöhtem Blutzucker, erhöhten Blutfetten und Blutarmut.
  • Eine frühzeitige Behandlung kann den Verlust der Nierenfunktion verlangsamen und das Auftreten von Herz-Kreislauf-Komplikationen hinauszögern.

Quelle: Statement zum Welt-Nieren-Tag 2007, Internationale Gesellschaft für Nephrologie, Internationaler Dachverband der Nierenstiftungen.[3]

Aufgaben der Niere

Neben der Entfernung von Stoffwechselgiften aus dem Körper hat eine gesunde Niere eine Reihe weiterer lebensnotwendiger Aufgaben.

  1. Regelung des Flüssigkeitshaushaltes durch Steuerung der Wasserausscheidung.
  2. Regelung des Elektrolythaushaltes durch Steuerung der Konzentration von Ionen wie Natrium, Kalium, Calcium und Phosphat in den Körperflüssigkeiten.
  3. Regelung des Säure-Basen-Haushaltes durch Steuerung der Säureausscheidung.
  4. Entfernung von Medikamenten und Giften aus dem Körper.
  5. Abgabe von Hormonen in das Blut, welche den
    1. Blutdruck (Renin),
    2. die Bildung roter Blutkörperchen (Erythropoetin (EPO)) und den
    3. Knochenstoffwechsel (Vitamin D3) regulieren.

Bei Menschen mit chronischer Nierenkrankheit sind eine oder mehrere dieser Funktionen der Niere gestört.

Definition und Klassifikation der chronischen Nierenkrankheit

Eine Chronische Nierenkrankheit ist definiert durch

  • Abweichungen der Struktur oder Funktion der Nieren von der Norm, die
  • länger als drei Monate bestehen und
  • Auswirkungen auf den Gesundheitszustand haben.

Die Klassifikation der chronischen Nierenkrankheit beruht auf

  • Ursache der Nierenschädigung,
  • glomerulärer Filtrationsrate und
  • Albuminausscheidung.

Eine chronische Nierenkrankheit liegt nach der Definition der KDIGO vor, wenn Abweichungen von der normalen Struktur oder Funktion der Nieren mit negativen Auswirkungen auf den Gesundheitszustand länger als 3 Monate bestehen.[4]

Klassifiziert wird die chronische Nierenerkrankung durch Angabe der Grunderkrankung, der glomerulären Filtrationsrate und der Albumin-Ausscheidung.

Natürlicher Verlauf, Folgekrankheiten und Komplikationen

Der Normalwert der glomerulären Filtrationsrate (GFR) hängt ab von Alter, Geschlecht und Körpergröße. Beim jungen Erwachsenen liegt der Normalwert der GFR zwischen 120 und 130 ml/min/1,73 m². Bei Frauen ist die GFR um ca. 8 % niedriger als bei Männern. Ab dem 20. bis 30. Lebensjahr nimmt die GFR jährlich um ca. 1 ml/min/1,73 m² ab. Im Alter von 70 Jahren liegt der Normalwert der GFR im Mittel bei ca. 70 ml/min/1,73 m² mit einem breiten Schwankungsbereich.

Bei den meisten Patienten mit chronischer Nierenkrankheit nimmt die Nierenfunktion im Lauf der Zeit ab.

Der Verlauf einer chronischen Nierenkrankheit hängt ab

  1. von der GFR zum Zeitpunkt der Diagnose und
  2. vom Abfall der GFR über die Zeit, der Progression. Das Maß der Progression ist der jährliche Abfall der GFR, ausgedrückt in ml/min/1,73 m²/Jahr.

Die Progression einer Nierenkrankheit ist für einen individuellen Patienten über die Zeit meist relativ konstant, kann zwischen verschiedenen Patienten aber stark schwanken. Ein langsam progressiver Verlauf kann sich über Jahrzehnte erstrecken, ein rasch progressiver Verlauf kann innerhalb von Monaten zum Endstadium des dialysepflichtigen Nierenversagens führen.

Die Progression hängt ab

  1. von der Grunderkrankung: Bei diabetischer Nephropathie, Glomerulonephritis, Zystennierenerkrankung und Nierenerkrankung bei Transplantatempfängern ist die Progression rascher als bei Nierenerkrankung durch Bluthochdruck und bei interstitieller Nephritis.
  2. von nicht beeinflussbaren Faktoren: Bei Menschen mit schwarzer Hautfarbe, schlechterer Nierenfunktion zum Zeitpunkt der Diagnose, Männern und älteren Patienten ist die Progression rascher.
  3. von beeinflussbaren Faktoren: Eine raschere Progression findet sich bei hoher Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie), niedrigem Albumin im Serum, hohem Blutdruck, schlechter Blutzuckereinstellung bei Diabetikern und bei Rauchern.
  4. Der Einfluss von erhöhten Blutfetten und Blutarmut auf die Progression ist nicht geklärt.
GFR Herz-Kreislauf-

Komplikationen

Sterblichkeit
>60 2,11 0,76
45–59 3,65 1,08
30–44 11,29 4,76
15–29 21,80 11,36
<15 36,60 14,14
ml/min/1,73 m² pro 100 Personen-Jahre[5]

Mit zunehmender Einschränkung der Nierenfunktion treten Folgekrankheiten in mehreren Organsystemen auf:

  1. Bluthochdruck. Etwa 55–75 % aller Menschen mit einer eingeschränkten Nierenfunktion leiden an Bluthochdruck. Ein vorbestehender Bluthochdruck kann Ursache der Nierenfunktionseinschränkung sein. Die eingeschränkte Nierenfunktion führt ebenfalls zu Bluthochdruck, Ursachen sind eine Flüssigkeitsüberladung, eine Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems, eine Aktivierung des sympathischen Nervensystems, eine Verkalkung des arteriellen Gefäßsystems incl. der Nierengefäße sowie Störungen im Stoffwechsel mit einer Vielzahl weiterer Faktoren (Prostaglandine, Bradykinine, Endothelin, Stickstoffmonoxid). Bluthochdruck ist eine wichtige Ursache für das bei Nierenkranken erheblich erhöhte Herz-Kreislauf-Risiko.
  2. Störungen des Knochenstoffwechsels. Ursache sind Veränderungen des Vitamin-D-Stoffwechsels, eine verminderte Aufnahme von Calcium über den Darm und eine verminderte Ausscheidung von Phosphat über die Niere. Folgen sind verminderte Calcium- und Vitamin D-Spiegel im Blut, erhöhte Spiegel von Phosphat und Parathormon, ein vermehrter Knochenumbau sowie Weichteilverkalkungen, die auch die Koronargefäße und Herzklappen betreffen.
  3. Störungen der Blutbildung. Eine verminderte Produktion des Hormons Erythropoetin durch die Niere führt zu Anämie infolge verminderter Bildung von roten Blutkörperchen im Knochenmark.
  4. Störungen des Elektrolythaushaltes. Bei fortgeschrittener Nierenfunktionseinschränkung kann es zu einem Anstieg des Kalium-Spiegels im Blut infolge verminderter Ausscheidung kommen. Im Extremfall kann dies zu tödlichen Herzrhythmusstörungen führen.
  5. Störungen des Säure-Basen-Haushaltes. Die verminderte Ausscheidung von Protonen führt zu einer Übersäuerung des Blutes (Azidose). Die Azidose führt zu einem Verlust an Knochensubstanz.
  6. Überwässerung. Aufgrund einer verminderten Ausscheidung von Wasser kann es zur vermehrten Wassereinlagerung in Geweben (Ödemen) und in der Lunge kommen.
  7. Auftreten weiterer körperlicher und geistiger Funktionseinschränkungen wie Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit[6][7] und erhöhtes Risiko einer altersabhängigen Makuladegeneration.[8]
  8. Störungen des Immunsystems: Mit zunehmender Nierenfunktionseinschränkung steigt das Risiko, an einer Lungenentzündung zu erkranken bzw. daran zu versterben bis auf das 15-fache an,[9] die Ansprechraten nach Impfung gegen Hepatitis B und Pneumokokken sinken. Dem gegenüber ist das Ansprechen auf eine Impfung gegen Grippe auch bei Dialysepatienten gut.[10]

Ab dem Stadium 3 ist das Risiko eines akuten Nierenversagens erhöht, insbesondere wenn zusätzlich Diabetes, Bluthochdruck oder eine erhöhte Eiweißausscheidung vorliegen.[11]

KDOQI-Stadium Dialysebeginn Sterblichkeit
2 1,1 % 19,5 %
3 1,3 % 24,3 %
4 19,9 % 45,7 %
innerhalb von 5 Jahren[12]

Im Stadium 5 des chronischen Nierenversagens treten zunehmend Komplikationen der Harnvergiftung (Urämie) auf: Gewichtsverlust und Unterernährung aufgrund von Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Flüssigkeitsüberladung, Blutungsneigung, Herzbeutelentzündung, Depression, Abnahme körperlichen Leistungsfähigkeit, Schäden des peripheren Nervensystems, Unfruchtbarkeit und erhöhte Infektanfälligkeit. Auffällig ist der harnartige Mundgeruch (Foetor uraemicus).

Haupttodesursache für alle Patienten mit chronischem Nierenversagen sind Herz-Kreislauf-Krankheiten wie koronare Herzkrankheit, linksventrikuläre Hypertrophie, Gefäßverkalkungen und Herzschwäche. Zweithäufigste Todesursache bei Dialysepatienten sind Infektionen.[13] Vor allem bei älteren Patienten ist die Wahrscheinlichkeit, an Komplikationen des Herz-Kreislauf-Systems zu versterben, viel höher als die Wahrscheinlichkeit, an die Dialyse zu kommen (Abb.[14]). Die Sterblichkeit (Mortalität) ist bereits bei geringer Einschränkung der Nierenfunktion deutlich erhöht und steigt mit zunehmender Nierenfunktionseinschränkung exponentiell an.[15] Unabhängig vom Grad der Nierenfunktionseinschränkung steigt die Mortalität auch mit zunehmender Urin-Eiweiß-Ausscheidung (Proteinurie).[16] Von besonderer Wichtigkeit ist in allen Stadien einer chronischen Nierenkrankheit daher die Vorbeugung gegen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems.

Die erhöhte Erkrankungs- und Sterberate an Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Patienten mit chronischer Nierenkrankheit erklärt sich nur teilweise durch das vermehrte Vorkommen von traditionellen kardiovaskulären Risikofaktoren (Herz-Kreislauf-Risikofaktoren). Zusätzlich treten bei chronischer Nierenkrankheit nicht-traditionelle Risikofaktoren[17] auf, die mit der eingeschränkten Nierenfunktion oder deren Behandlung zusammenhängen.

Traditionelle Risikofaktoren Nicht-traditionelle Risikofaktoren
Biochemische Faktoren

Pathologische Prozesse

Herzmuskelverdickung begünstigende Faktoren

Transplantatspezifische Faktoren

Symptome von chronischem Nierenversagen

In den Stadien 1–4 verläuft eine chronische Nierenkrankheit meist ohne jegliche Symptome. Eine hohe Eiweißausscheidung im Urin kann zum Schäumen des Urins und zu Wassereinlagerungen führen. Eine sehr hohe Ausscheidung von roten Blutkörperchen (Makrohämaturie) kann sich in einer Braunverfärbung des Urins äußern und weist meist auf Erkrankungen der ableitenden Harnwege hin, seltener auf eine Blutung bei Zystennieren oder eine IgA-Nephropathie. Schmerzen in der Nierengegend weisen auf Wirbelsäulen- und Bandscheibenprobleme, Nierensteine, eine Nierenbeckenentzündung, akute Komplikationen einer Zystennierenerkrankung sowie sehr selten auf eine akute Glomerulonephritis hin. Eine chronische Nierenkrankheit verläuft dagegen in der Regel schmerzfrei.

Im fortgeschrittenen Stadium 4 und im Stadium 5 kommt es zu einer zunehmenden Einschränkung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Übelkeit, Wassereinlagerungen, Atemnot und Hautveränderungen.[18] Bei weit fortgeschrittener Nierenfunktionseinschränkung können Krampfanfälle auftreten.

Ursachen für Nierenschädigung

Die häufigsten Ursachen sind Diabetes mellitus und Bluthochdruck

Die häufigsten Ursachen in den Industrienationen sind Typ 2 Diabetes mellitus und Bluthochdruck aufgrund von Bewegungsmangel und Fehlernährung, weitere Ursachen sind chronische, oft unentdeckte Entzündungen und Infektionen der Nieren, Verengungen der ableitenden Harnwege und angeborene Nierenkrankheiten wie beispielsweise Zystennieren.

Aspartam-Alarm: Diät-Limonade schädigt Nierenfunktion erheblich

Wissenschaftler des Brigham- und Frauen-Krankenhauses (BWH) in Boston, eines der Harvard-Universität angeschlossenen Lehrkrankenhauses, haben die Ergebnisse einer Studie vorgelegt, in der einige Auswirkungen künstlicher Süßstoffe auf den Körper dargestellt werden. An der Untersuchung waren 3.000 Frauen beteiligt, und die Ergebnisse zeigen, dass diejenigen Frauen, die täglich mehr als zwei künstlich gesüßte Getränke zu sich nahmen, ihr Risiko einer mehr als doppelt so rasch verlaufenden Nierenfunktionsstörung verdoppelten. Die Untersuchung berücksichtigte auch verschiedene andere Risikofaktoren wie Alter, ob Nichtraucherin oder Raucherin sowie bereits früher festgestellte Erkrankungen des Herzens oder Diabetes. Die über elf Jahre laufende Studie ermittelte die Auswirkungen aller gesüßten Getränke auf fortgeschrittene Nierenfunktionsstörungen und zeigte, dass bereits zwei oder mehr Diätgetränke zu einem zweimal so hohen Anstieg rasch verlaufender Nierenfunktionsstörungen führten. Auch wenn die Studie keine Beziehung zwischen mit Zucker oder mit Maissirup gesüßten Getränken einerseits und dem Auftreten von rasch verlaufenden Nierenfunktionsstörungen andererseits zeigte, werden diese Inhaltsstoffe oft genannt, wenn es um die Ursachen für Diabetes und Fettleibigkeit geht. Sie sollten daher keineswegs als unbedenklich angesehen werden, nur weil man einen direkten Zusammenhang in dieser spezifischen Untersuchung nicht nachweisen konnte. Eine hohe Natrium-Aufnahme soll, so die Studie, ebenfalls fortgeschrittene Nierenfunktionsstörungen fördern. Da Diät-Limonaden oft große Mengen Natrium enthalten, größere Mengen als gezuckerte Limonaden, überrascht es nicht, dass Diät-Limonaden als vorrangige »Missetäter« genannt wurden. Aber allein aus dieser Studie ergibt sich nicht eindeutig, welche Inhaltsstoffe die wichtigere Rolle bei der Entstehung fortgeschrittener Nierenfunktionsstörungen spielen – die künstlichen Süßstoffe oder das Natrium.[19]

Weitere künstliche Süßstoffe
In der Januar-Ausgabe der Fachzeitschrift Journal für Toxicology and Environmental Health enthüllte eine Studie, dass der neuere künstliche Süßstoff Sucralose (E 955) die Mikroflora des Darms verändert sowie Aufnahme und Verstoffwechselung von Diät-Nährstoffen hemmt. Sucralose wird mit dem Slogan »aus Zucker gemacht« vermarktet und wurde keiner Langzeituntersuchung an Menschen unterzogen, die seine Unbedenklichkeit hätten bestätigen können. Ähnlich wie im Falle Aspartams hatten erste Untersuchungen negative Nebenwirkungen bei Labortieren ergeben, die vermuten ließen, dass es auch bei Menschen zu gleich gelagerten Problemen kommen könnte. Die EU-Kommission, Vertreter kanadischer Gesundheitsbehörden und die amerikanische FDA wiesen die ersten Untersuchungen, die vom Vertreiber des Süßstoffes, McNeil Nutritionals, vorgelegt worden waren, aufgrund der negativen Ergebnisse zurück. Aber sie ermutigten das Unternehmen, die Forschungen fortzusetzen, bis die »gewünschten Ergebnisse« vorlägen. McNeil verringerte daraufhin einfach die Menge an Sucralose, die in den Studien benutzt wurde, solange, bis ein akzeptabler Grenzwert gefunden wurde. Nach verschiedenen Anläufen wurde Sucralose schließlich zugelassen.[19]

Stevia: eine unbedenkliche Alternative
Viele unterschiedliche künstliche Süßstoffe wurden seither zugelassen; einige auf skandalöse Weise, obwohl unbedenkliche natürliche Alternativen existieren. Stevia zum Beispiel ist eine aus Südamerika stammende Pflanze, die 300 Mal süßer als Zucker ist. Mit der Begründung fehlender Unbedenklichkeitsuntersuchungen hatte die FDA sich lange geweigert, die Pflanze in die Liste »allgemein als sicher anerkannt« (GRAS) aufzunehmen. Noch im vergangenen Jahr konnten alle Formen von Stevia in den USA lediglich als Diät-Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden. Der Extrakt durfte nicht als »Süßstoff« gekennzeichnet und nicht in keinem Nahrungsmittel verwendet werden. Als die Konzernmütter von Pepsi und Coca-Cola einen Weg fanden, ein Segment von Stevia zu verändern und zu patentieren, war es auf einmal so sicher, dass es als Süßungsmittel eingesetzt werden konnte und nun in Lebensmittelgeschäften in Verpackungen erhältlich ist, die denen künstlicher Süßstoffe sehr ähnlich sehen. Die FDA nahm dann Stevia widerstrebend schließlich doch in die GRAS-Liste auf. Wenn es um die Gesundheit geht, sollte man auf künstliche Süßstoffe möglichst ganz verzichten. Es gibt viele vorzuziehende und unbedenkliche Alternativen wie etwa Stevia, die ein kleines Extra an Süße ohne schädigende Nebenwirkungen erlauben.[19]

Nierenfunktion: Salz und Süßstoff meiden

Eine salzreiche Ernährung und mit Süßstoff aromatisierte Getränke sind die beiden wichtigsten Risikofaktoren für die Nieren, stellten zwei Studien im Jahr 2009 fest. Die richtige Ernährung kann darüber entscheiden, ob die Nieren auf Dauer gesund bleiben oder nicht. Wissenschaftler des Brigham and Women’s Hospitals der Harvard Medical School haben die Daten von 3000 Frauen für zwei Studien ausgewertet. In der ersten, mit dem Titel „Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Abnahme der Nierenfunktion“, stellte sich heraus, dass der Einsatz von Natriumchlorid, also Speisesalz, eng mit Nierenschwäche verbunden ist. „Höhere Salzaufnahme führt nach und nach zu einer Funktionsabnahme der Nieren“, berichtet Studienleiterin Julie Lin. Diese Tatsache war bereits aus Tierstudien bekannt. Für größere Überraschung unter den Experten sorgte jedoch die zweite Untersuchung mit dem Titel „Der Zusammenhang zwischen gesüßten Getränken und Abnahme der Nierenfunktion“. Sie beschäftigte sich mit dem Thema, welche Getränke eher die Nieren gefährden – diejenigen, die mit Süßstoff aromatisiert sind oder solche, die Zucker enthalten. „Das Risiko einer Nierenschwäche verdoppelte sich für Frauen, die täglich mehr als zwei Getränke mit Süßstoff zu sich nahmen“, erklärt Julie Lin, die beide Studien auf dem Jahrestreffen der Amerikanischen Gesellschaft für Nephrologie vorstellte. Für gezuckerte Getränke konnten sie dagegen keine negativen Auswirkungen auf die Nieren beobachten. Auf welchem Weg künstliche Süßstoffe die Nieren schädigen können, ist noch nicht bekannt. Zu dieser Frage sind weitere Studien notwendig. [20]

Dialysepatienten und Patienten mit Niereninsuffizienz dürfen Rogaska Donat nicht trinken

"Rogaska Donat Mg" ist ein Heilwasser mit sehr hohem Magnesiumgehalt, was bei vielen Krankheitsbildern, bei welchen eine durchblutungsfördernde oder abführende Wirkung erwünscht ist, sehr positive Wirkungen hat. Je Liter enthält es 1000 mg Magnesium, 1700 mg Natrium, 380 mg Calzium, 7800 mg Hydrogenkarbonat, 2100 mg Sulfat und 75 mg Chlorid. Auf jeder Flasche ist jedoch folgender Hinweis angebracht, welchen Personen mit geminderter Nierenfunktion beachten sollten:

„Bei Ausscheidungsstörungen und bei Zuständen, die Harnalkalisierung als nicht günstig erscheinen lassen (Insuffizienz von Nierenfunktion) ist der regelmäßige Konsum des Wassers nicht zu empfehlen. Das Trinken größerer Mengen kann Durchfall verursachen. Dieser verschwindet, wenn das Trinken unterbrochen bzw. die empfohlenen Mengen eingehalten werden“

Dicker Bauch schadet den Nieren

Nicht nur starkes Übergewicht schadet der Niere. Mediziner fanden in Untersuchungen heraus, dass ein höheres Verhältnis von Taillen- zu Hüftumfang dafür sorgt, dass sich der Blutfluss der Nieren verringert und auch der Blutdruck in den Nieren ansteigt. Das belegt nun eine Studie des University Medical Center Groningen. Das Tückische: Auch völlig gesunde Menschen sind davon betroffen. Für Ihre Studie untersuchten die Mediziner um Arjan Kwakernaak die Daten von 300 Personen mit normalem Körpergewicht und Übergewicht. Das Ergebnis fällt besonders negativ für gesunde Probanden aus, die mit einem Bauch zu kämpfen haben. Gerade diese Personen sind laut den Wissenschaftlern, welche die Studie verfassten, besonders gefährdet. Denn vor allem durch überschüssiges Fett am Bauch, verringert sich der Blutfluss der Nieren und auch der Blutdruck in den Nieren steigt dramatisch an. Das Tückische: Das trifft auch auf Personen zu, die sonst völlig gesund sind.[21] "Bei Personen, welche auch noch übergewichtig oder fettleibig sind, ist das Risiko von Niereninsuffizienz noch schlimmer." Ein Apfel-förmiger Körper korrelliert mit einem zweifach erhöhten Risiko für hohen renalen Blutdruck, so Kwakernaak.[22]

Flüssigkeitsmangel kann Nierensteine fördern

Zu den häufigsten Nierenerkrankungen zählen Nierensteine. Dabei lagern sich kleine Kristalle in der Niere ab und können zu schmerzhaften Koliken oder Entzündungen führen. Die Ursachen sind weitgehend unbekannt. Allerdings scheinen erbliche Faktoren sowie Stoffwechselstörungen eine Rolle zu spielen. Stark konzentrierter Urin, zum Beispiel durch Schwitzen oder Flüssigkeitsmangel sowie Diäten und Infektionen begünstigen ebenfalls die Entstehung der Steine. Aber: "Der Einfluss der Ernährung auf Nierenerkrankungen wird oft überschätzt", sagt Dr. Ulrich Dendorfer, Nierenarzt am Städtischen Klinikum München-Schwabing. Allein durch ausreichendes Trinken und eine gesunde Ernährung lässt sich der Steinbildung nur begrenzt vorbeugen.[21]

Salz und Eiweiß gar nicht schädlich?

Die häufig zu lesende Behauptung, zu viel Salz oder Eiweiß schädige die Nieren, kann Dendorfer, Nierenarzt am Städtischen Klinikum München-Schwabing, ebenfalls nicht bestätigen. "Es gibt Studien, die versuchen, das zu belegen, aber es gibt keine eindeutigen Beweise dafür", sagt der Nephrologe. Der Einfluss der Ernährung sei - wenn überhaupt - eher indirekt: Denn Nierenerkrankungen entstehen häufig als Folge einer Grunderkrankung wie Diabetes, Gicht oder Bluthochdruck. Diese Krankheiten stehen durchaus in einem Zusammenhang mit ungesunder Ernährung.[21]

Tödliches Nieren-Versagen durch Glyphosat (Roundup)

Das Unkrautgift Roundup von Monsanto könnte für eine Serie tödlicher Nierenerkrankungen verantwortlich sein: In einer Studie [23] untersuchten Forscher Anbaugebiete, in denen das Gift seit Jahren flächendeckend eingesetzt wird. Besonders gefährlich ist die Kombination mit sogenanntem „harten Wasser“.[24]

Das Monsanto-Unkrautgift Roundup steht im Verdacht für eine weltweite Serie tödlicher Nierenerkrankungen verantwortlich zu sein. Demnach ist eine hohe Belastung des Trinkwassers mit Schwermetallen die Ursache für die tödliche Krankheit. Zu diesem Schluss kommt eine Studie [23], die das International Journal of Environmental Research and Public Health veröffentlicht hat. Die Forscher untersuchten Patienten eines Krankenhauses im größten Anbaugebiet Sri Lankas. Dort stieg die Verbreitung der chronischen Nierenleiden um 227 Prozent und die Todesrate sogar um 354 Prozent. Die Forscher vermuten, dass die Kombination von Monsantos Pestizid Roundup mit sogenanntem „harten Wasser“ für tödliches Niederversagen auch in El Salvador, Nicaragua, Costa Rica und Indien verantwortlich sein könnte.[24]

Hartes Wasser enthält Metalle wie Calcium, Magnesium, Strontium und Eisen. In Kombination mit den in Pestiziden verwendeten Glyphosaten kann die Aufnahme dieser dann hochgiftigen Mischung zum Nierenversagen führen. Dies kann insbesondere dort kritisch werden, wo sich solche Metalle bereits auf natürliche Weise im Wasser befinden und dann durch Pestizide weiter verunreinigt werden. „Die Verbreitung des Leidens ist auf die Konzentration von Schwermetallen im Wasser zurückzuführen, die durch den unregulierten Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft verursacht wurde“, sagte Dr. Channa Jayasumana, der leitende Wissenschaftler der Studie.

Diese Theorie erklärt ein weltweites Ansteigen der tödlichen chronischen Nierenerkrankung unbekannten Ursprungs (CKDu) in Gebieten mit hohem Pestizid- und Herbizid-Einsatz. Die Forscher weisen auch daraufhin, dass ein politischer Wechsel in den 70er Jahren zur Einführung von Agrochemikalien in Sri Lanka führte. Nach etwa 15 Jahren Kontakt mit den schädigenden Substanzen zeigte sich ein dramatischer Anstieg der chronischen Nierenerkrankung in der Bevölkerung. Das Gift wird über die Atemwege, über die Haut oder über das Trinkwasser aufgenommen. Die Wissenschaftler fordern eine staatliche Regulierung beim Einsatz von Unkraut- und Insektengiften in Sri Lanka, wo diese Stoffe bisher flächendeckend eingesetzt werden. „Wir sagen seit langem, dass der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln geregelt werden muss“, betonte Bushan vom CSE. „Es steht außer Frage, dass die Wasserqualität schlecht ist“, so Jayasumana. Weder die Regierung noch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) reagierten bis März 2014 auf die Studie.[24]

Glyphosat bewirkt Nierenversagen und Krebs an Nieren und anderen Organen

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Dave Schubert, Prof. on the Cellular Neurobiology Laboratory, Salk Institut in La Jolla, Kalifornien: Glyphosat fördert Krebs und Tumore


Der Zusammenhang zwischen dem vom amerikanischen Hersteller Monsanto vertriebenen Glyphosat und einer Vielzahl von Krebsarten, könnte "epidemische Ausmasse" erreichen. Laut Dave Schubert, Leiter des Labors für zellulare Neurobiologie am Salk Institut für biologische Studien in La Jolla, Kalifornien sagt: „Es gibt eine Reihe von unabhängigen veröffentlichten Manuskripten die eindeutig zeigen, dass Glyphosat Krebs und das Tumorwachstum fördern kann. Es sollte verboten werden.“[25] In ihrer aktuellen Veröffentlichung »Glyphosat, Wege zu modernen Krankheiten: Krebs und verwandte Erkrankungen«[26], überprüften Anthony Samsel und Stephanie Seneff die Forschungsliteratur, um das karzinogene Potential von Glyphosat zu bewerten. Samsel und Seneff erklärten, dass die Verwendung von Glyphosat bei Früchten, Ursache bei einer Vielzahl von Krebsarten, einschliesssslich Brustkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Nierenkrebs, Schilddrüsenkrebs, Leberkrebs, Blasenkrebs und myeloischer Leukämie sei."

Nierenschäden bis zu Nierenversagen durch Glyphosat
Veränderungen in den Nieren, assoziiert mit chronischer progressiver Neuropathie, wurden meist bei männlichen, aber auch bei einigen weiblichen Tieren von Kontroll- und Versuchsgruppen beobachtet. Meist bei weiblichen Tieren wurde eine zu hohe Mineralisierung und mineralisierte Ablagerungen wurde im Becken-Epithel der Niere gefunden. Nach Vorlage der Studie forderte die EPA (Environmental Protection Agency) anschließend Monsanto auf, eine histologische Nachuntersuchung der unteren und mittleren Dosis bei männlichen Tieren durchzuführen, um eine noch sichere Dosis festzulegen, bei welcher keine derartigen Schad-Effekte resultieren würden (NOEL). Als Antwort gab Monsanto einen Nachtrag zum Pathologie-Bericht heraus.[26] Die Ergebnisse des Nachtrags, welche die Ergebnisse der Nieren-Untersuchung zusammenfassten, zeigten eine geringe interstitielle Fibrose bei allen Testgruppen auf, welche durch tubuläre Dilatation begeleitet wurde. Statistisch signifikante Erhöhungen der tubulären Dilatation der Nieren wurden festgestellt: In der Niedrigdosis-Gruppe wurde eine 50-prozentige Zunahme der Veränderungen der Niere, in der Hochdosisgruppe wurde eine vierfache Zunahme der Inzidenz im Vergleich zur Kontrollgruppe festgestellt. Interstitielle Nierenfibrose beginnt mit einer Akkumulation von extrazellulären Matrixproteinen, die das Ergebnis einer Entzündung und Schädigung der Zelle ist, die in jeder Art von chronischer Nierenerkrankung (CKD) zu finden ist. Interstitielle Fibrose ist eine progressive Pathogenese, die im Endstadium zu Nierenversagen führt.[26]

Langzeitstudie brachte Nachweis für Entstehen von Tumoren durch Glyphosat an vielen Organen:
Eine 26-Monate-Langzeitstudie bei Ratten durch "Bio/dynamics" ergab eine Vielzahl von Tumoren in Drüsen und vielen Organen. Sie traten (in der Ausprägung von der höchsten bis zur niedrigsten Inzidenz) in folgenden Organen auf: Hypophyse, Schilddrüse, Thymus, Brustdrüsen, Hoden, Niere, Bauchspeicheldrüse, Leber und Lunge. Hypophyse, Schilddrüse und Thymusdrüse steuern viele Körper- und Immunfunktionen, wobei Störungen dieser Drüsen Krankheiten inkl. Krebs auslösen können. Diese Drüsen erzeugen viele notwendige Hormone, die zahlreiche biologische Prozesse steuern. Mit Krebs assoziierte Wachstumsvorgänge stören auch die normale Funktion dieser Drüsen und Organe in jenen Bereichen, wo das Krebs-Wachstum stattfindet. Einem Monsanto-Geheimdokument war zu entnehmen, dass statistisch signifikante lymphatische Hyperplasien des Thymus sowie signifikante C-Zell-Tumoren der Schilddrüse festgestellt wurden.[26]

Es soll ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass bei diesen Untersuchungen eine signifikante Häufung von Tumoren festgestellt wurde. Monsanto versuchte jedoch mit Verschleierungstaktik Zweifel an der statistischen Signifikanz dieser von Monsanto ungewünschten Erkenntnisse zu schaffen, welche die Produktregistrierung verhindern können hätten, indem Monsanto experimentelle statistische Effekte von drei, fünf, sieben und sogar 11 "unabhängigen Studien" so steuerte, dass damit wirkungsvoll jene Ergebnisse eliminiert wurden, welche Monsanto je nach Bedarf nicht ins Konzept passten. In einigen Fällen zeigten die von Monsanto selbst durchgeführten Versuche 0 Prozent Inzidenz von Tumoren, während die Ergebnisse für die Glyphosat-behandelten Kontroll-Gruppen statistisch signifikant waren. Doch durch die unehrliche Steuerung bzw. Gewichtung der Ergebnisse dieser Studie im Vergleich mit Daten von nicht verwendeten historischen Kontrollen wurden sie als rätselhaft wegargumentiert und wurden also nicht Basis für die Untersuchungen zur Zulassung von Glyphosat herangezogen.[26]

Durch kreative Interpretation dieser "Abweichungen" neutralisierte Monsanto die unbequemen Ergebnisse wirkungsvoll und somit darf das Produkt auch in zukunft wieder auf den Markt gebracht werden. Hätten Monsanto nicht mit diesen statistischen Verschleierungsmethoden gearbeitet, wäre eine weitere Zulassung von Glyphosat nicht möglich gewesen. Die Dokumente der EPA zeigen, dass bei den Vorarbeiten für die Produktregistrierung keine übereinstimmenden Fachmeinungen erreicht wurden. Nicht alle Mitglieder des EPA Glyphosat Prüfungsausschusses stimmten für die weitere Genehmigung die Eintragung von Glyphosat im Zulassungsregister. Es gab Mitglieder im Prüfungsausschuss, welche von der offiziellen Meinung abwichen und mit "DO NOT CONCUR" unterzeichneten.[26]

Glomeruläre Filtrationsrate

Die Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) gibt das Gesamtvolumen des Primärharns an, das von allen Glomeruli beider Nieren zusammen, in einer definierten Zeiteinheit, gefiltert wird. Dies sind bei einem Menschen mit normalen Blutdruckwerten ca. 120 Milliliter pro Minute beziehungsweise circa 170 Liter pro Tag. Die GFR sinkt physiologisch mit zunehmendem Alter oder pathologisch bei Nierenerkrankungen verschiedener Art.

Die GFR ist für die Abschätzung der Nierenfunktion die wichtigste Größe. Die GFR wird im klinischen Alltag durch die Ermittlung der Kreatininclearance näherungsweise ermittelt (siehe auch renale Clearance).

Kreatinin-Clearance aus dem Harn

Clearance bezeichnet das fiktive Plasmavolumen, das pro Zeiteinheit von einer bestimmten Substanz befreit wird. Um die GFR ermitteln zu können, wird die Clearance einer Markersubstanz betrachtet, die glomerulär frei filtriert und im Tubulussystem der Niere weder sezerniert noch rückresorbiert wird.

Renale Clearance bezeichnet die Clearance durch die Nieren, d. h. die Entfernung einer bestimmten exogenen oder endogenen Substanz aus dem Blut als spezifische Leistung der Nieren, und gibt das fiktive Plasmavolumen an, welches pro Zeiteinheit von der entsprechenden Substanz befreit wird.[27]

Aus der renalen Clearance bestimmter Indikatorsubstanzen, die tubulär weder sezerniert noch rückresorbiert werden, wie z. B. Kreatinin oder Inulin, kann auf die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) der Nieren geschlossen werden. [27]

So gilt z.B. für die Kreatinin-Clearance:

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Kreatinin-Clearance aus dem Harn


Jedoch kann es bei Kreatininkonzentrationen im Blut von über 0,1 mmol/l zu einer Sekretion kommen, wodurch die Clearance falsch hoch erscheint.

Verlaufsbeurteilung einer chronischen Niereninsuffizienz[27]
GFR Wertebereich
Normalbereich 95 – 160 ml/min
Leichte Einschränkung 50 – 95 ml/min
Deutliche Einschränkung < 50 ml/min (= Verminderung um mindestens 50 %)

Kreatinin als endogener Marker & Basis zur Berechnung der GFR

Für die klinische und ambulante Routinediagnostik sind exogene Marker in der Regel zu aufwändig. Die glomeruläre Filtrationsrate wird daher im klinischen Alltag anhand der endogenen Marker Kreatinin und Cystatin C bestimmt.[28] Kreatinin entsteht im Muskelgewebe durch Abbau von Kreatin. Im Plasma ist Kreatinin in relativ konstanter Konzentration vorhanden. Kreatinin wird frei im Glomerulus filtriert, und durch die Niere weder rückresorbiert noch metabolisiert. 10–40 % des im Urin ausgeschiedenen Kreatinins stammen allerdings nicht aus der glomerulären Filtration, sondern werden durch die Nierentubuli in den Primärharn sezerniert. Das Serum-Kreatinin steigt mit zunehmender Nierenfunktionseinschränkung an. In den frühen Stadien einer Nierenerkrankung ist das Serum-Kreatinin aber ein ungenauer Marker von geringer Sensitivität, insbesondere bei Menschen mit geringerer Muskelmasse, wie Frauen, älteren Menschen oder Diabetikern. Wird ausschließlich das Serum-Kreatinin als Marker einer eingeschränkten Nierenfunktion benutzt, kann die Diagnose einer Niereninsuffizienz übersehen werden. Dies kann zu unterlassener Behandlung, falscher Einschätzung des Herz-Kreislauf-Risikos und Fehlern bei der Dosierung von Medikamenten führen. Aus diesem Grund sind genauere Methoden zur Bestimmung der Nierenfunktion unerlässlich. – (Vgl. Kreatinin)

Näherungsformeln, die auf der Bestimmung des Serum-Kreatinin beruhen

In der Praxis ist das Sammeln des Urins aufwändig und mit Fehlern behaftet. Zudem hängt die Konzentration des Kreatinins im Serum nicht nur von der Nierenfunktion ab, sondern auch von der Muskelmasse, und diese wiederum ist abhängig von Alter, Geschlecht und Hautfarbe. So entspricht ein Serum-Kreatinin von 1,3 mg/dl bei einem 20-jährigen Mann einer glomerulären Filtrationsrate von 75 ml/min, bei einer 80-jährigen Frau dagegen einer glomerulären Filtrationsrate von 50 ml/min. Um dennoch auf das Sammeln des Urins verzichten zu können, wurden Näherungsformeln entwickelt, die es erlauben, die glomeruläre Filtrationsrate aus dem Serumkreatinin zu bestimmen.[29][28] Als Hilfsmittel zur Abschätzung sind verschiedene Online-Nierenfunktionsrechner verfügbar (siehe: Weblinks)

Cockcroft-Gault-Formel zur Ermittlung der GFR

Die Cockcroft-Gault-Formel wurde 1973 entwickelt. Zu Grunde lagen die Daten von 249 Männern mit einer Kreatinin-Clearance zwischen 30 und 130 ml/min.

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Cockcroft-Gault-Formel zur Ermittlung der GFR


Das Ergebnis ist nicht auf die Körperoberfläche bezogen. Die Cockcroft-Gault-Formel überschätzt die glomeruläre Filtrationsrate, da sie die tubuläre Sekretion nicht berücksichtigt.

Einschränkungen der Näherungsformeln

Die Näherungsformeln sind validiert für ambulante, chronisch nierenkranke Patienten mit moderater bis schwerer Nierenfunktionseinschränkung (Stadium 3 und 4). Die Formeln sind nicht geeignet zur Bestimmung der glomerulären Filtrationsrate bei Personen mit normaler Nierenfunktion oder leichter Nierenfunktionseinschränkung. Insbesondere die MDRD-Formel unterschätzt bei Menschen mit einer glomerulären Filtrationsrate über 60 ml/min diese um ca. 10 ml/min.[30] Ebenso wenig geeignet sind die Näherungsformeln zur Bestimmung der glomerulären Filtrationsrate bei Krankenhauspatienten mit akuter Nierenfunktionsverschlechterung, bei Menschen mit schwerem Übergewicht, bei stark verminderter Muskelmasse (Amputation von Gliedmaßen, Unterernährung) oder bei Menschen mit besonders hoher (Nahrungsergänzungen bei Bodybuildern) oder niedriger (Vegetarier) Kreatin-Zufuhr mit der Nahrung. Als Mittel zum bevölkerungsweiten Screening und zur Überwachung der Nierenfunktion im besonders wichtigen Frühstadium der diabetischen Nephropathie sind die Näherungsformeln ebenfalls nicht geeignet.[31]

Praktische Anwendungen der GFR

Klassifizierung der Nierenfunktion

Die Nierenfunktionsleistung wird gemäß der Empfehlung der Kidney Disease Outcome Quality Initiative (KDOQI) in folgende Stufen eingeteilt:

Grad der Nierenschädigung (Clearance in ml/min):

  • Stadium I: > 90 bedeutet normale oder erhöhte GFR, aber (wie in Stadium II) Eiweiß im Urin oder pathologischer Befund in bildgebendem Verfahren
  • Stadium II: 60–89 bedeutet geringgradiger Funktionsverlust
  • Stadium III: 30–59 bedeutet mittelgradiger Funktionsverlust
  • Stadium IV: 15–29 bedeutet schwerer Funktionsverlust
  • Stadium V: < 15 bedeutet Nierenversagen

Nierenfunktion in Abhängigkeit vom Alter

Im Rahmen einer Studie (NHANES III) wurde anhand von 10.000 Menschen die Nierenfunktion überprüft. Dabei wurde festgestellt, dass die Nierenfunktion mit dem Alter abnimmt. Dies ist unabhängig von Hautfarbe und Geschlecht, jeweils bezogen auf eine Normkörperoberfläche von 1,73m². Eine gesunde Niere verliert pro Jahr etwa 0,7 % bis 1 % der Nierenleistung.

     eGFR im jeweiligen Alter

Alter (in Jahren) Mittlere eGFR
20–29 116 ml/min
30–39 107 ml/min
40–49 99 ml/min
50–59 93 ml/min
60–69 85 ml/min
über 70 75 ml/min

Diagnose chronischer Nierenkrankheiten

Eine chronische Nierenkrankheit liegt vor, wenn über drei Monate die glomeruläre Filtrationsrate unter 60 ml/min liegt oder über einen ebensolchen Zeitraum Eiweiß im Urin nachweisbar ist. Da die Näherungsformeln bei einer Reduktion der glomerulären Filtrationsrate unter 60 ml/min hinreichend genaue Werte liefern und die Eiweißausscheidung anhand des Eiweiß/Kreatinin-Quotienten im Spontanurin quantifiziert werden kann, ist zur Diagnose einer chronischen Nierenkrankheit das Sammeln des Urins über 24 Stunden nicht mehr zwingend nötig.[32]

Quantifizierung der Progression chronischer Nierenkrankheiten

Wegen der antiproportionalen Korrelation zwischen Serum-Kreatinin und glomerulärer Filtrationsrate lässt sich die Rate des Nierenfunktionsverlustes in einer bestimmten Zeiteinheit nur ungenau aus der Änderung des Serum-Kreatinins abschätzen. Bei einem 50-jährigen entspricht ein Anstieg des Serum-Kreatinins von 1,0 auf 2,0 mg/dl einem Abfall der glomerulären Filtrationsrate um 46 ml/min, ein weiterer Anstieg des Serum-Kreatinins von 2,0 auf 3,0 mg/dl entspricht dagegen nur noch einem Abfall der glomerulären Filtrationsrate um 14 ml/min.

Komplikationen chronischer Nierenkrankheiten

Bei einem Abfall der glomerulären Filtrationsrate unter 60 ml/min treten mannigfaltige Komplikationen auf, insbesondere Bluthochdruck, Malnutrition, Blutarmut und Knochenerkrankungen. Da diese Komplikationen frühzeitig behandelt werden müssen, sind bei einem Abfall der glomerulären Filtrationsrate unter 60 ml/min zusätzliche diagnostische und therapeutische Maßnahmen erforderlich. Bei einem weiteren Absinken der glomerulären Filtrationsrate unter 30 ml/min sollte ein Nephrologe hinzugezogen werden, da bei einer glomerulären Filtrationsrate unter 15 ml/min ein Nierenersatzverfahren wie Dialyse oder Nierentransplantation erforderlich wird.

Therapie & Prävention

Behandlungsziele[33] bei chronischen Nierenkrankheiten sind

  • bei Risikogruppen die Vorbeugung und insbesondere die frühzeitige Erkennung und konsequente Behandlung von Diabetes und Bluthochdruck,
  • im Stadium 1 und 2
    • die frühzeitige Erkennung einer Nierenerkrankung und
    • die Behandlung der unterschiedlichen Grunderkrankungen
  • im Stadium 2 bis 4
    • die Verhinderung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Komplikationen und
    • die Hemmung der Progression
  • im Stadium 3 bis 5 die Behandlung von Komplikationen und Folgekrankheiten
  • im Stadium 5 Dialyse und Nierentransplantation, bzw. supportive Therapie, falls ein Nierenersatzverfahren nicht möglich ist.

Vorbeugung gegen chronisches Nierenversagen

Die Vorbeugung gegen chronische Nierenkrankheiten vermindert möglicherweise die Anzahl potentieller Dialysepatienten und reduziert die Morbidität und Mortalität an Herz-Kreislauf-Komplikationen.[34]

Früherkennung

Chronische Nierenerkrankungen verlaufen in den frühen Stadien ohne Beschwerden. Aus diesem Grund wurden in mehreren Staaten Früherkennungsuntersuchungen durchgeführt, so in den USA (NHANES III), Australien (AusDiab Study), Japan (Okinawa Screening Program), den Niederlanden (PREVEND Study), Island, Indien und Singapur. Als Früherkennungsuntersuchungen eingesetzt wurden der Nachweis von Eiweiß und Albumin im Urin sowie die Kreatinin-Bestimmung im Blut. Durch gesetzlich vorgeschriebene Früherkennungsmaßnahmen konnte in Japan bei jungen Erwachsenen die Häufigkeit fortschreitender entzündlicher Nierenerkrankungen (progressiver Glomerulonephritiden) vermindert werden, das mittlere Alter zum Zeitpunkt des Dialysebeginns hat in Japan im gleichen Zeitraum signifikant zugenommen.[35]

Veränderung von Lebensgewohnheiten

Bluthochdruck und Diabetes sind die häufigsten Ursachen des chronischen Nierenversagens. Gesicherte Allgemeinmaßnahmen zur Vorbeugung sind:

  • Reduktion von Übergewicht,
  • regelmäßige körperliche Betätigung,
  • Reduktion des Kochsalzkonsums,
  • Ernährung mit reichlich Früchten und Gemüse sowie wenig gesättigtem Fett,
  • Nikotinverzicht[36] und
  • Reduktion des Alkoholkonsums.

Medikamentöse Maßnahmen Frühzeitige Erkennung und konsequente medikamentöse Behandlung von Diabetes und Bluthochdruck können die Entstehung einer chronischen Nierenkrankheit verhindern.

Reichliches Trinken verbessert nicht die Nierenfunktion

Im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Ansicht kann reichliches Trinken zwar das Risiko für Nierensteinen vermindern, es verbessert aber nicht die Nierenfunktion. Es gibt sogar Hinweise, dass das Trinken von großen Flüssigkeitsmengen die Progression chronischer Nierenkrankheiten beschleunigen kann.[37]

Progressionshemmung durch Meiden von Schmerzmedikamenten wie Diclofenac oder Ibuprofen

Chronische Nierenkrankheiten neigen zur kontinuierlichen Verschlechterung. Ziel der Behandlung ist daher, die Progression zu hemmen, d. h. den jährlichen Nierenfunktionsverlust zu mindern.[38]

Patienten mit chronischer Nierenkrankheit sollten Medikamente meiden, die für die Niere schädlich sein können, dazu zählen z. B.

  • nichtsteroidale Antiphlogistika, darunter die am weitesten verbreiteten Schmerzmedikamente wie Diclofenac oder Ibuprofen; obwohl hohe Dosen von Ibuprofen auch die Leber beeinträchtigen können, hat Ibuprofen ein geringeres Risiko von Leberschäden als Acetaminophen, das in Paracetamol enthalten ist und die Leber schon bei Dosierungen nur geringfügig über der empfohlenen Dosis schädigt. Nach HCVAdvocate.org ist die Lebertoxizität von Paracetamol die häufigste Ursache von Leberversagen in den Vereinigten Staaten. Zu den Risikofaktoren bei der Einnahme von Ibuprofen gehören gelichzeitige Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten, Herzkrankheit, Herzinsuffizienz und Ulkus. Nierenschäden können als Folge eines langfristigen Einsatz einer Hochdosis von Ibuprofen auftreten, und bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion besteht schon bei viel niedrigeren Dosierungen von Ibuprofen das Risiko der Nierenschädigung. Vorsicht mit Ibuprofen-Anwendung ist daher besonders bei Älteren Patienten wichtig. Personen mit einem Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall sollten auch mit Ibuprofen vorsichtig sein. Eine Einschränkung auf Kurzzeitnutzung ist der beste Ansatz, um das Risiko einer Nierenschädigung durch Ibuprofen zu minimieren. [39]

Progressionshemmung durch Meiden jodhaltiger Röntgenkontrastmittel und von Aminoglykosiden

Medikamentöse Senkung des Blutdruckes unter 130/80 hemmt die Progression

Eine medikamentöse Senkung des Blutdruckes hemmt die Progression, als Ziel der Blutdruckbehandlung werden Blutdruckwerte unter 130/80 mmHg angegeben. Es gibt Hinweise darauf, dass von dieser intensiven Blutdrucksenkung (gegenüber einem Standard-Zielblutdruck von 140/90 mmHg) nur die Patienten profitieren, bei denen auch eine signifikante Proteinurie nachweisbar ist; bislang liegen aber nur Daten zu Amerikanern schwarzafrikanischer Herkunft vor.[40] Meist sind mehrere Hochdruckmedikamente in Kombination erforderlich, um eine intensive Blutdrucksenkung zu erreichen.

Bei Patienten mit diabetischer Nephropathie oder erhöhter Eiweiß-Ausscheidung im Urin[41] können ACE-Hemmer und AT1-Antagonisten, zwei verwandte Klassen blutdrucksenkender Medikamente, die Progression in besonderem Maße hemmen. Ziel der Behandlung ist, die Urin-Eiweiß-Ausscheidung (Proteinurie) auf Werte unter 500–1000 mg pro Tag zu senken. Um dies zu erreichen, muss unter Umständen ein niedrigerer Zielblutdruck als 130/80 mmHg angestrebt werden. Gelingt es nicht, die Proteinurie ausreichend zu senken, werden ACE-Hemmer und AT1-Antagonisten auch in Kombination[42] oder in sehr hoher Dosierung[43] eingesetzt, ggf. sogar zusätzlich mit Aldosteronantagonisten[44] kombiniert. Da diese Medikamente oftmals nur zur Behandlung des Bluthochdrucks zugelassen wurden, handelt es sich bei der Behandlung häufig um einen sogenannten Off-Label-Use, das heißt, um einen Medikamenteneinsatz außerhalb der eigentlichen Zulassung. Diese Art der Kombinationsbehandlung darf nur bei Erkrankungen mit großer Proteinurie eingesetzt werden und muss engmaschig überwacht werden,[45] in der Routinebehandlung des Bluthochdrucks bringt die Kombination aus ACE-Hemmer und AT1-Antagonist keinen zusätzlichen Nutzen und ist sogar mit erhöhten Komplikationsraten behaftet.[46]

Eiweißzufuhr mit der Nahrung sollte moderat eingeschränkt werden

Die Eiweißzufuhr mit der Nahrung sollte moderat eingeschränkt werden. Empfohlen wird, am Tag 0,8 – 1 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht zu sich zu nehmen. Eine strenge Einschränkung der Proteinzufuhr bringt keinen zusätzlichen Nutzen.[47]

Eventuell medikamentöse Senkung der Blutfette & Behandlung der Übersäuerung

Es gibt Hinweise darauf, dass eine medikamentöse Senkung der Blutfette[48] und eine Behandlung der Übersäuerung mit Natron[49] die Progression hemmen können.

Für alle Maßnahmen gilt, je früher im Verlauf einer Nierenkrankheit damit begonnen wird, desto größer ist die Aussicht auf Erfolg.

Akute Niereninsuffizienz ist heilbar

Während Nierensteine oder Entzündungen die Nieren zunächst nur vorübergehend beeinträchtigen, verliert die Niere bei einer Niereninsuffizienz allmählich ihre Fähigkeit, das Blut zu filtern und den Körper zu entgiften. Ärzte unterscheiden zwischen akuter und chronischer Niereninsuffizienz. Eine akute Niereninsuffizienz wird meist durch Unfälle, Vergiftungen oder Entzündungen ausgelöst. Auch ein Schock kann dazu führen, dass die Niere kurzfristig ausfällt. Eine akute Insuffizienz kann durch rechtzeitige Therapie geheilt werden.[21]

Erhebliche Schutzfunktion für die Nieren & Blutdrucksenkung durch Ubichinol (CoEnzym Q10)

Wissenschaftler der Universität Tokio haben die Rolle von Antioxidantien bei chronischen Nierenkrankheiten untersucht. Als Vorstudie wurde ein Tiermodell chronischer Nierenkrankheit entwickelt. Drei Versuchsgruppen wurden definiert: eine Kontrollgruppe, eine Gruppe mit hoch salzhaltiger Nahrung und eine Gruppe mit hoch salzhaltiger Nahrung plus Ubichinol. Im Vergleich zur Kontrollgruppe erhöhte die hoch salzhaltige Nahrung oxidativen Stress (gemessen an der Produktion von Superoxidanion im Nierengewebe), erhöhte den Blutdruck und rief Albuminurie hervor. Im Gegensatz dazu zeigte die Gruppe mit der hoch salzhaltigen Nahrung und Ubichinol-Ergänzung Ergebnisse, die auf eine erhebliche Schutzfunktion für die Nieren durch Ubichinol hinwiesen, einschließlich einer verminderten Produktion von Superoxidanion (antioxidative Wirkung), vermindertes Urinalbumin und eine Abnahme des Bluthochdrucks.[50] [51]

Weitere Informationen

Einzelnachweise

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Siehe auch

Weblinks

  • Nierenfunktionsrechner – neu: Nierenfunktionsrechner eGFR-Online-Rechner berücksichtigt Formeln CKD-EPI/ MDRD/ Cockcroft-Gault/Majo/ Kreatinin und Cystatin-C sowie Formeln für Jugendliche. Weiterhin gibt die Web-Seite hilfreiche Informationen zur gesunden Nieren, zu Nierenerkrankungen, zu den Stadien, zu den Markern
  •  Thomas, Christian; Thomas, Lothar: Niereninsuffizienz – Bestimmung der glomerulären Funktion. In: Dtsch Arztebl Int. Nr. 106(51-52), 2009, S. 849–854 (aerzteblatt.de).
  • www.dosing.de – Liste nierenrelevanter Arzneimittel (Dosierungshinweise, Dettli-Formel, GFR-Berechnung, Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz) des Universitätsklinikums Heidelberg
  • ge-healthcare-buchler.de – Berechnung der GFR nach Cockcroft-Gault-Formel, hier Kalkulator als Freewareprogramm zum Download
  • Kreatinin-Clearance-Rechner – Bestimmung der Nierenfunktion anhand der MDRD- und der Cockcroft-Gault-Formel incl. Kalkulator zum Download (industriegesponsorte Seite)
  • GFR Kalkulator Cockcroft-Gault – Online-GFR-Kalkulator nach Cockcroft-Gault-Formel
  • GFR Kalkulator Jeliffe – Online-GFR-Kalkulator nach Jeliffe-Formel
  • GFR Kalkulator Chatelut – Online-GFR-Kalkulator nach Chatelut-Form